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    Kreis AhrweilerImmer öfter gibt's Ärger um den Maibaum

    Das Maibaumaufstellen hat eine mehr als 500 Jahre alte Tradition. Und auf das uralte Brauchtum berufen sich auch viele Junggesellen und Junggesellenvereine, wenn sie ihre Maibäume auf den Dorfplätzen mit viel Muskel- und Maschinenkraft in die Höhe recken.

    Immer öfter gibt es Ärger um das Aufstellen des Maibaums. Viele Junggesellenvereine im Kreis verzichten inzwischen ganz darauf.
    Immer öfter gibt es Ärger um das Aufstellen des Maibaums. Viele Junggesellenvereine im Kreis verzichten inzwischen ganz darauf.
    Foto: Martin Gausmann

    Von unserer Mitarbeiterin Ute Müller

    Es ist ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Vereine. Aber auch nächtelange Partys, Krawall und massive Ruhestörung gehören mittlerweile anscheinend zur Tradition bei den Maifeiern. In Rech gab es Unmut bei den Junggesellen, weil die Polizei den Transport des Baumes als nicht verkehrssicher stoppte und der Baum klein gesägt werden musste. Doch da war der Dorffrieden wenigstens nicht gestört: In etlichen Dörfern an Rhein, Ahr und in der Eifel ecken die Junggesellen mittlerweile mit ausschweifenden Feiern an. In Lind an der Ahr hat der Streit ums Maibaumbrauchtum seit Wochen den ganzen Ort beschäftigt und es bis in den Gemeinderat geschafft.

    Erstmals seit vielen Jahren wird der Junggesellenverein (JGV) von Lind deshalb keinen Maibaum aufstellen und auch das Fest auf dem Spielplatz findet nicht statt. Der JGV sieht sich einer Kampagne aus Vorwürfen wegen Lärmbelästigung und Schuldzuweisungen wegen diverser Vergehen ausgesetzt. Schon seit mehreren Wochen ist in Lind die Rede von einer im Dorf kursierenden Liste, auf der sich Anwohner des Spielplatzes und Bürger von Lind eingetragen haben sollen, die nicht wollen, dass der JGV auf dem Spielplatz und vor allem mit dieser Lautstärke das JGV-Fest und Maibaumaufstellen feiert. Wach gerüttelt von diesem Gerücht, kamen nun Mitglieder des seit 1905 bestehenden Vereins zur Gemeinderatssitzung, um zu hören, was an den Gerüchten dran ist, ob dem Gemeinderat diese Liste vorliegt und wie die Ratsmitglieder selbst zum Junggesellenverein stehen.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein aber schon beschlossen, in diesem Jahr keinen Maibaum aufzustellen und nun auch an einem anderen Ort der Gemeinde zu feiern. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden, um auf die fehlende Akzeptanz fürs Brauchtum und die Junggesellen in der Bevölkerung hinzuweisen.

    "Naja, das Aufstellen des Maibaumes ist ohne Frage ein Brauchtum, aber die laute Musik zur Nachtstunde und der hohe Alkoholpegel gehören nicht zum Brauchtum, und dagegen stellen sich die Anwohner", lautete eine seitens des Rates vorgebrachte Richtigstellung. Da hielten die Junggesellen dagegen, dass sie sich 2014, da muss es wohl "etwas eskaliert" sein, bei den Anwohnern im Nachhinein hätten entschuldigen wollen. Aber da hätten sie weder Einlass noch Gehör gefunden.

    "In der Gemeinde wird so oder so ein Maibaum aufgestellt werden. Nirgendwo steht geschrieben, dass dies von den Junggesellen gemacht werden muss", meinte Ortsbürgermeister Helmut Hengsberg und deutete an, dass er, sollten die Junggesellen bei ihrem Vorhaben bleiben, einen Ausweichplan verfolgt. Einige seiner Ratskollegen sprachen sich dagegen für Gespräche mit Junggesellen und Anwohnern aus, um Akzeptanz, Toleranz und Entgegenkommen auf beiden Seiten zu erreichen. Die Kommunalpolitiker hätten es am liebsten, dass das Aufstellen des Maibaumes auch weiterhin in Hand der Junggesellen bleibt.

    Ein Vorschlag, der offenbar auf fruchtbaren Boden fiel. Einen Tag nach der Ratssitzung haben sich Vertreter der Anwohner bei JGV-Vorstandsmitglied Yannik Ohlerth gemeldet und ein klärendes Gespräch vorgeschlagen.

    "Gern sind wir zu diesem Gespräch bereit", so Ohlerth. Es wird aber nichts daran ändern, dass die Junggesellen in diesem Jahr den Baum nicht aufstellen. "Wir haben schlicht und ergreifend keinen Baum. Zudem haben wir schon die Vorbereitungen für das Fest unterhalb der Rosenstraße getroffen, jetzt können wir so schnell nicht mehr umdisponieren", meinte das Vorstandsmitglied.

     

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