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  • Filmdreh im Tierheim Remagen: Bewohner werden zu Internetstars

    Remagen. "Du wirkst irgendwie, als wolltest du gleich ins Bild", mutmaßt Claudia Ludwig. Und schon zeigt sich, dass ihr Gespür nach 21 Jahren, die sie das WDR-Format "Tiere suchen ein Zuhause" moderiert hat, bestens geschult ist. Perserkater Moritz springt aufs Katzenpodest und grient in die Kamera.

    Souverän erklärt vor der Kamera die Tierheimauszubildende Natascha der routinierten Moderatorin Claudia Ludwig die Eigenschaften der Samtpfoten und Hunde. Tierheimleiterin Madeleine Falkenburg bringt Baldrianduftsäckchen zur Beruhigung.  Foto: Judith Schumacher
    Souverän erklärt vor der Kamera die Tierheimauszubildende Natascha der routinierten Moderatorin Claudia Ludwig die Eigenschaften der Samtpfoten und Hunde. Tierheimleiterin Madeleine Falkenburg bringt Baldrianduftsäckchen zur Beruhigung.
    Foto: Judith Schumacher

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

    Doch Claudia Ludwig hat bei dem Filmdreh im Tierheim Remagen alles im Griff. Seit vier Jahren moderiert sie das Internetfernsehen www.tiervision.de für die Pfotenhilfe, wo Tierfreunde sich jederzeit unabhängig von Datum und Tageszeit die vorgestellten Tiere anschauen können.

    "Das ist sehr viel komfortabler. Alle Informationen über die Herkunft, das Wesen und die Bedürfnisse der Vierbeiner sind so ausführlich wie nötig, weil wir an keine Sendezeit gebunden sind", erklärt Claudia Ludwig und interveniert in Richtung Moritz: "Hör mal, das geht nicht, dass du als schon vermittelte Perserkatze einer Deutschen Kurzhaar die Schau stehlen willst." Doch Luise legt sich nun auch ins Zeug, schmust begeistert sowohl mit der erfahrenen Fernsehfrau als auch mit Azubine Natascha Possmann.

    Souverän erklärt die junge Frau, die sich im dritten Ausbildungsjahr im Tierheim des Tierschutzvereins Kreis Ahrweiler befindet, die Vorzüge von Luise: "Sie ist äußerst pflegeleicht und würde gerne in eine ruhige Wohngegend als Freigänger oder in eine große Wohnung und am liebsten als Zweitkatze und Spielgefährtin aufgenommen werden." Eine Samtpfote nach der anderen wird von Tierheimleiterin Madeleine von Falkenburg auf das Podest gehoben - natürlich nicht alle 70, die zurzeit dort leben. Dann und wann legt sie ein Baldrianduftsäckchen zur Beruhigung zu den Stubentigern, was tatsächlich funktioniert.

    Dann sind die Hunde an der Reihe. Und wieder erklären die Tierschützer, welche Besonderheiten die einzelnen Kandidaten haben. Der Moderatorin hat es besonders Otto angetan. Als der große weiße Hütehund - ein Kangal, der jedoch gefühlt ein Pinscher ist - zu ihr auf das Sofa springt und sie mit seinem Charme umgarnt, ist sie geliefert. "Hoffentlich auch bald der richtige Mensch, der ihn bei sich aufnimmt", gibt Claudia Ludwig ihrer Hoffnung Ausdruck.

    Oftmals sind die Macher des Internetfernsehens verwundert, dass sich bei einer Vorstellung eines Tieres kaum jemand interessiert und bei der nächsten Vorstellung desselben Tieres die Telefone und E-Mail-Postfächer heiß laufen. "Es muss halt eben der eine Richtige zum richtigen Zeitpunkt gucken", weiß auch Anja Janes von den Pfotenrettern, die das Tierheim Remagen für die Dreharbeiten ausgesucht hat.

    Nacheinander werden die neuen Remagener Stars des World-Wide-Web porträtiert. Die zweijährige Rottweiler-Mix-Dame Leya, die ebenso wie American-Bulldog-Mix Masti und der undefinierbare Straßenmix Santino aus einer "Beschlagnahmung zur Bestandsverringerung" stammen. Husky-Mix-Dame Nanouk, Staffordterrier Teyra und Kurzhaar Balto entwickeln teilweise so viel Kuschelfaktor vor der Kamera, als wüssten sie, dass es hier um etwas sehr Wichtiges geht: ihr neues Zuhause mit ihrem oder ihren Menschen.

    Das Filmteam mit Sitz in Köln-Hürth hat schon zahlreiche Tierheime mit ihren Insassen in Großstädten vorgestellt. Auch Koblenz, Andernach und Neuwied waren schon an der Reihe. "Wir wollen uns nun auch mehr um die kleineren Tierheime kümmern", sagt Claudia Ludwig. Jeden zweiten Freitag wird eine neue Sendung ins Netz gestellt, doch auch die bereits ausgestrahlten sind zu finden.

    Für Tierheimleiterin Madeleine von Falkenburg und den Vereinsvorsitzenden Claus Krah bedeutet die Ausstrahlung, die am voraussichtlich am ersten Freitag im November auf der Internetplattform eingestellt werden soll, eine wichtige Unterstützung ihrer Arbeit. Und die haben sie auch nötig. "Wir haben immer noch keine Reaktion auf unsere Forderung an alle Kommunen, ihre Pro-Einwohner-Umlage von bisher 0,25 Cent auf mindestens zunächst 0,60 Cent aufzustocken - auch für das Jahr 2016", zeigt Claus Krah Unverständnis für die Ignoranz der Bürgermeister in den Gebietskörperschaften.

    Aufgrund dieser niedrigen Zuwendung droht dem Verein die Insolvenz (die RZ berichtete). "Ich habe Altenahrs Bürgermeister Achim Haag als Vertreter aller Verwaltungschefs in dieser Sache eine Frist gesetzt, in der ich entweder eine Einigung hinsichtlich der Abgabe oder einen rechtsmittelfähigen Bescheid fordere", so Krah. Diese Frist sei nun bald abgelaufen. Hätte er dann immer noch keinerlei Reaktion seitens der Verwaltungen, sei der Weg zum Anwalt für den Verein vorprogrammiert.

    Weitere Informationen gibt es unter der Adresse www.tierheim-remagen.de und unter www.tiervision.de/pfotenhilfe.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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