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  • Feuerwehr an vier Orten im Brohltal im Einsatz: Feuerteufel steckt Hunderte Strohballen in Brand

    Brohltal/Mayen. In der Nacht zu Montag ist es im Kreis Ahrweiler zu einer Serie von Bränden gekommen. Binnen weniger Stunden sind mehrere Hundert Strohballen an vier verschiedenen Orten im Brohltal in Flammen aufgegangen. Die Kriminalpolizei Mayen geht in allen Fällen von Brandstiftung aus, ob ein oder mehrere Täter für die Taten verantwortlich sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

    300 Strohballen hat der unbekannte Täter zwischen Niederzissen und Wehr in Brand gesteckt. Die Feuerwehr konnte einen Teil der Ballen vor dem Feuer retten, von dem Rest blieb nicht viel übrig. Foto: Hans-Willi Kempenich
    300 Strohballen hat der unbekannte Täter zwischen Niederzissen und Wehr in Brand gesteckt. Die Feuerwehr konnte einen Teil der Ballen vor dem Feuer retten, von dem Rest blieb nicht viel übrig.
    Foto: Hans-Willi Kempenich

    Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

    Gegen 2.40 Uhr wurden der Polizeiinspektion Remagen nacheinander drei Brandorte gemeldet, zeitgleich gingen die ersten Notrufe bei den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Brohltal ein. "Wir wurden zuerst nach Wassenach gerufen", berichtet Wehrleiter Karl Oelsberg. "Rund 120 Ballen brannten an der L 113 zwischen Wassenach und Glees. Wir mussten sie kontrolliert abbrennen lassen."

    Kurze Zeit später bemerkte ein Feuerwehrmitglied durch Zufall in der Nähe von Oberdürenbach den markanten Geruch von Brandrauch. Und tatsächlich: Auch an der K 52 zwischen Ober- und Niederdürenbach waren Strohballen in Brand geraten. "Dort handelte es sich aber nur um drei oder vier Ballen", sagt Oelsberg. "Das Feuer hatten wir schnell unter Kontrolle." Doch bei den zwei Bränden sollte es nicht bleiben, schon ging die nächste Meldung bei der Feuerwehr ein.

    Rund 300 Strohballen hatten an der L 82 zwischen Niederzissen und Wehr Feuer gefangen. Oelsberg: "Bei diesem Einsatz war der Aufwand deutlich höher, da der Einsatzort nah am Ort liegt." Von den Ballen ist etwa die Hälfte verbrannt, die andere Hälfte konnten die Einsatzkräfte vor den Flammen bewahren. Eine akute Gefahr für die Anwohner bestand laut Oelsberg nicht. Die Einsatzkräfte hätten allerdings mit dem Funkenflug zu kämpfen gehabt. In den frühen Morgenstunden wurde die Feuerwehr dann noch nach Weiler gerufen, wo etwa zwölf Strohballen an einem Feldrand lichterloh brannten.

    Erst gegen 9.30 Uhr am Montagmorgen endete für die rund 70 Feuerwehrleute aus dem Brohltal der Einsatz. Den durch die Strohballenbrände im Kreis Ahrweiler entstandenen Gesamtschaden schätzt die Polizei Remagen auf etwa 10 500 Euro. In derselben Nacht sind außerdem zwischen Plaidt und Kretz etwa 90 bis 100 Strohballen, die pyramidenartig aufgestapelt waren, in Brand gesetzt worden. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizeiinspektion Andernach auf 2500 Euro.

    "Durch Zufall wurde eine Firma zwei Mal geschädigt", berichtet Stefan Linder, Kriminalhauptkommissar der Kripo Mayen, der die Ermittlungen leitet. "Ansonsten reicht die Bandbreite der Geschädigten vom Ponyhof bis hin zu Landwirten." Zu den in Betracht kommenden Tatmotiven sagt Linder: "Diese Taten deute auf pure Willkür hin. Grund dafür kann eine psychische Erkrankung sein und man darf die Frustrations-Aggressions-Hypothese nicht außer Acht lassen, die besagt, dass das Erleben von Frustration die Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten steigert." Der Täter habe möglicherweise seine Psyche durch diese Taten entlasten wollen.

    Auch in den vergangenen Jahren war es im Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei Mayen schon zu Strohballenbränden gekommen, eine solche Serie ist Linder allerdings bisher noch nicht bekannt. Bereits seit dem 12. September sei es immer wieder zu solchen Bränden gekommen. Auch auf der anderen Rheinseite im Kreis Neuwied waren zuletzt immer häufiger Strohballen in Brand geraten. Dort sind seit Juli drei Scheunen, in denen Strohballen in größerer Stückzahl gelagert waren, ein Holzschuppen und Hunderte Heu- und Strohballen auf einem Wiesengrundstück abgebrannt. Hinzu kommen laut Polizei einige "kleinere" Brände.

    Hinweise zu den Strohballenbränden im Kreis Ahrweiler und dem Feuer im Landkreis Mayen-Koblenz nehmen die Polizeiinspektionen Andernach unter Telefon 02632/92 10 und Remagen unter Telefon 02642/93 820 oder das Polizeipräsidium Koblenz unter der Nummer 0261/10 30 entgegen.

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