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    KreisstadtErnst empfiehlt in Bad Neuenahr: Einfach mal Linke wählen

    Mit gut halbstündiger Verspätung ist er endlich da: Klaus Ernst, Spitzenpolitiker der Partei Die Linke. Die halbe Stunde haben seine Parteifreunde um Direktkandidatin Marion Morassi genutzt, auf dem Platz an der Linde in Bad Neuenahr die Rampe eines Lieferwagens zu einem Podium umzufunktionieren.

    Klaus Ernst sprach auf dem Platz an der Linde.
    Klaus Ernst sprach auf dem Platz an der Linde.
    Foto: Hans-Jürgen Voll

    Die Flugblätter auf dem Stand daneben machen ihrem Namen alle Ehre und müssen wieder eingesammelt werden. Auf den Bänken im Schatten sitzen Senioren und Touristen, an den Tischen des Eiscafés genießen viele das sommerliche Wetter. Nur vor der Bühne ist es ziemlich leer.

    Kaum hat er sie erklommen, kommt der Spitzenkandidat der bayerischen Linken schnell zur Sache. Mindestlohn, Werkverträge, Spitzensteuersatz, Rente sind seine Themen. Ob sich die Leute in den Cafés angesprochen fühlen oder nicht: Er spricht vom Kuchen. Es geht um die Wirtschaftsleistung und darum, was die Arbeitnehmer davon haben. Nichts, meint Ernst. Von 2000 bis 2012 sei der Kuchen um 14 Prozent angewachsen. Da müsse es doch auch mehr vom Kuchen zu verteilen geben. In der gleichen Zeit seien die Löhne aber um zwei Prozent gesunken. "Die, die den Wohlstand erarbeiten, sind von der Entwicklung vollständig abgekoppelt", folgert er. Gleiches gelte für die Renten. Diese seien in den zwölf Jahren im Westen um 20, im Osten sogar um 25 Prozent gesunken. "Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit", sagt Ernst. Vereinzelt Applaus.

    Als Gewinner hat er die Konzerne ausgemacht und diejenigen, die aus Kapitaleinkünften ihr Geld verdienen. Auf der anderen Seite gebe es immer mehr Zeitarbeitnehmer, die in der Regel 30 Prozent weniger verdienten als ihre festangestellten Kollegen. Die Deregulierung der Arbeitsverhältnisse sei üblich geworden. "Ein Skandal", erklärt Ernst. Die Linke habe vor, die Leiharbeit zu verbieten.

    Für skandalös hält er auch den Trend, Berufseinsteigern nur noch befristete Arbeitsverhältnisse anzubieten. Das drücke die Löhne. Ernst fordert einen Mindestlohn von zehn Euro, "damit man von seiner Hände Arbeit leben kann". Er kritisiert die Praxis der Werkverträge und erinnert an den Brand im norddeutschen Papenburg, bei dem zwei Werftarbeiter mit Werkvertrag ums Leben kamen. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", zitiert Ernst das Grundgesetz. Eine Regierung, die hier keinen Handlungsbedarf sehe, gehöre abgewählt. In diesem Sinne hat er an die gewachsene Zahl der Zuhörer einen Tipp: Es gebe ja Vorbehalte, Die Linke zu wählen. Aber man könne es ruhig mal probieren: "Die Wahl ist geheim."

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

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