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    Capricorn investiert 8 Millionen Euro am Ring

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    Ab Juli soll hier produziert werden: Die Capricorn Composite GmbH baut im Gewerbepark Meuspath eine neue Fertigungshalle für 8 Millionen Euro. 30 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
    Ab Juli soll hier produziert werden: Die Capricorn Composite GmbH baut im Gewerbepark Meuspath eine neue Fertigungshalle für 8 Millionen Euro. 30 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
    Foto: jl

    Ab Juli soll dort produziert werden, 30 neue Arbeitsplätze sind langfristig geplant.

    Aktuell beschäftigt die Firma im Gewerbepark Meuspath 53 Arbeitnehmer in Fertigung, Entwicklung und Verwaltung. Capricorn ist seit Februar 2007 im Gewerbepark am Ring vertreten und stellt Komponenten aus Faserverbundstoffen her für Formel-1-Boliden, andere Rennserien sowie elitäre Sportwagen wie Bugatti Galibier, Audi R 8 und Porsche 918 Spyder. Der Standort am Nürburgring ist bewusst gewählt, sagt Arnd Hartelt, Werkleiter in Meuspath: "Wenn man bei Autobauern - egal, wo auf der Welt - den Nürburgring erwähnt, wissen die sofort Bescheid." Unbewusst verleihe die Nähe der legendären Rennstrecke sofort ein Mindestmaß an Kompetenz in Sachen Motorsport.

    Vor allem aber spielt laut Hartelt die Mentalität seiner Mitarbeiter aus der Ring-Region eine große Rolle: "Sie sind fachlich sehr qualifiziert und haben eine große Affinität zum Motorsport." Wenn in der Rennsaison der Terminstress ausbreche, wenn Feierabende und Wochenenden für die Produktion draufgingen, "wird da nicht lange diskutiert. Dann wird einfach weitergearbeitet."

    Von der Krise auf dem Automarkt bekommen sie bei Capricorn in Meuspath nichts mit. Im Gegenteil: 2009, als die Weltmärkte die Rezession zu spüren bekamen, hatte die Capricorn Composite GmbH "ein super Geschäftsjahr", wie Hartelt sagt: "2010 lief sogar noch besser. Wir arbeiten komplett gegen den Trend."

    Der Grund: Die Firma produziert nicht für Autos der Klein- und Kompaktklasse, die die Händler derzeit einfach nicht loswerden. Die äußerst leichten (und teuren) Komponenten aus Kohlefaser werden in Formel-1-Boliden - Lotus, Mercedes GP, McLaren, Force India - verbaut. Es werden die Hersteller von Supersportwagen und Straßenrennwagen beliefert. Die Qualität steht da über allem, der Preis interessiert eher am Rand. Werkleiter Hartelt: "Leute, die sich einen Porsche 918 Spyder für 800 000 Euro oder einen Bugatti Galibier für 1,1 Millionen Euro kaufen, legen sich auch unters Auto und schauen sich die verbauten Teile genau an." Von den hohen Qualitätsrichtlinien der Formel 1 ganz zu schweigen.

    Daher ist die Fertigung in Meuspath nicht auf Masse angelegt, sondern für Kleinserien und Prototypen bestimmt. Jährlich verlassen etwa nur 2000 Motorabdeckungen für den Audi RS 5 die Fertigungshalle am Nürburgring. Bei den anderen Komponenten ist die Stückzahl ähnlich klein.

    Derzeit liegt die Schwelle laut Hartelt bei 3000 Stück. Dies könnte sich in einigen Jahren ändern, "wenn die Fertigung automatisierter und damit billiger wird". Er hält den Kohlefaser-Leichtbau für die Schlüsseltechnologie der nächsten Jahre. Egal, ob Benzin- oder Elektroantrieb: Es gehe darum, dass die Autos immer leichter werden - und damit immer weniger Energie verbrauchen.

    Deshalb haben sie in Meuspath vorgesorgt, haben die Wiese hinter der derzeit entstehenden Fertigungshalle gleich mitgekauft. Hartelt sagt: "Dort könnte in den nächsten drei bis fünf Jahren ein neuer Bauabschnitt entstehen."

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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