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  • Ausstellung: Welten treffen aufeinander

    Bad Breisig. Fällt bei der Betrachtung eines Kunstwerkes das Wort "interessant", ist eigentlich Vorsicht geboten. Allzu oft versteckt sich hinter diesem Adjektiv nämlich Gleichgültigkeit oder gar Missfallen - "interessant" ist etwas, wozu man nichts anderes zu sagen vermag.

    Gottfried F. Koch und Dorothy Maurus vor ihren Arbeiten: Maurus zeigt unter anderem Landschaftsmalerei, Koch surreale Fantasiewelten.  Foto: Petra Ochs
    Gottfried F. Koch und Dorothy Maurus vor ihren Arbeiten: Maurus zeigt unter anderem Landschaftsmalerei, Koch surreale Fantasiewelten.
    Foto: Petra Ochs - peo

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

    Warum nur überschreiben dann zwei Bad Breisiger Künstler ihre Ausstellung mit dem Titel "Interessante Kunst"? Weil sie es nicht ironisch, sondern wortwörtlich und ganz positiv verstanden wissen wollen: Dorothy Maurus und Gottfried F. Koch haben sich schlichtweg zusammengetan, um interessante Kunst zu zeigen. Punkt.

    Und tatsächlich gibt es im Jugend- und Kulturbahnhof in Bad Breisig eine Menge zu sehen und Erstaunliches zu entdecken. Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Ölbilder hängen an den Stellwänden. Doch unterschiedlicher könnten die Werke von Maurus und Koch kaum sein. Während die eine auf das Gegenständliche setzt und oft auch fast fotorealistisch zur Sache geht, gibt der andere Einblicke in bunte Fantasiewelten.

    Dorothy Maurus, 1954 in München geboren, malt, was sie sieht - ob es sich nun um alltägliche Gegenstände oder aber an sich schon malerische Landschaften handelt. Seit 1980 ist die gelernte Bankkauffrau freiberuflich künstlerisch tätig. Seit Jahrzehnten leitet sie Kunstseminare, unter anderem im Europäischen Kulturzentrum Remagen, wo sie auch selbst an Kunstseminaren bis zur Meisterklasse teilgenommen hat.

    Mit größter Detailverliebtheit widmet sie sich ihren Stillleben, bei denen - in Öl auf Holz oder Leinwand gemalt - Milchkanne und Kaffeemühle, Spargel und Artischocke, Schinken und Käse sowie als "heimliche Stars" oftmals auch weiße Spitzendeckchen die Hauptrollen spielen. Maurus setzt Tulpen und Flieder in Szene, und ganz besonders prächtig und edel kommt ihr auf Leinwand aquarellierter Hortensienstrauß daher.

    Apropos aquarelliert: Bei ihren Aquarellen und Pastellen entfernt sich die Künstlerin etwas vom Naturgetreuen, so etwa beim "Herbstlichen Buchenwald" und der "Verblühten Schönheit" einer verwelkten Sonnenblume. Auch Menschen schaffen es auf ihre Bilder. Beim Gemälde "Aktenvernichtung" ist es eine Gruppe grauer Männer, die in Wurfweite des Brandenburger Tores ein Feuerchen machen, in dem Papiere in Rauch aufgehen.

    "Immerfort suchen, ohne jemals die Lösung zu finden" - das ist der Leitgedanke des Künstlers Gottfried F. Koch, 1940 in Frankfurt geboren und in Bonn aufgewachsen. Und rätselhaft ist es tatsächlich, was er da auf Leinwand und Papier bringt: Seine utopischen Welten strotzen nur so von Form und Farbe. Vieles mutet surrealistisch, fantastisch und auch ein bisschen naiv an. Es sind Traumlandschaften und Fantasiewälder, die sich in schier unerschöpflicher Art aus biomorphen Figuren und Rätselwesen, Ornamentik und Ethnomotiven zusammensetzen. Die langweilige Realität wischt Koch einfach zur Seite: Seine Architekturen setzen die Regeln der Perspektive außer Kraft. Häuser scheinen zu wabern, "Löcherbäume" schießen aus dem Boden. Neben diesen farbgewaltigen Arbeiten zeigt Koch auch einige sehenswerte frühe Zeichnungen. Wer genau hinschaut, entdeckt in der Ausstellung auch noch Arbeiten einer dritten Künstlerin: Koch und Maurus haben der 16-jährigen Hannah Caspers aus Weibern die Chance gegeben, in Nachbarschaft zu ihren eigenen Werken einige ihrer Bleistiftzeichnungen zu präsentieren.

    Die Ausstellung "Interessante Kunst" im Jugend- und Kulturbahnhof Bad Breisig, Koblenzer Straße 86, ist bis zum Sonntag, 13. März, zu besichtigen. Öffnungszeiten sind freitags bis sonntags jeweils von 16 Uhr bis 19 Uhr.

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