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    SchalkenbachAls "Rangerin" ganz auf Naturvernetzung gesetzt

    Die Gefährdung der Biodiversität wird mehr und mehr zum Problem auf der Welt. Jeden Tag sterben gut 100 Arten aus, zumeist Insekten und Amphibien. Wer aber glaubt, dass die eine oder andere Kleinlebewesenart weniger mit uns nichts zu tun hat, irrt: Über kurz oder lang hat ihr Aussterben auch Einfluss auf das Leben der Menschen. Schließlich ist der Mensch Teil der Nahrungskette, wenn auch in prominenter Position an deren Spitze. Dieser Gedanke ist es, der Angelika Elsener in ihrem Tun bestimmt. Die Schalkenbacherin, die auch als Vulkanparkführerin aktiv ist, setzt auf „Naturvernetzung“.

    Immer dann, wenn Angelika Elsener über Biodiversität und Artenschutz redet, ist die „Rangerin“ ganz in ihrem Element. Dabei sind es schon ganz kleine Dinge, die helfen können – etwa eine Kompostanlage als Lebensraum und „Arbeitsplatz“ vieler tüchtiger Kleinstlebewesen. Foto: Uwe Sülflohn
    Immer dann, wenn Angelika Elsener über Biodiversität und Artenschutz redet, ist die „Rangerin“ ganz in ihrem Element. Dabei sind es schon ganz kleine Dinge, die helfen können – etwa eine Kompostanlage als Lebensraum und „Arbeitsplatz“ vieler tüchtiger Kleinstlebewesen.
    Foto: Uwe Sülflohn

    Und das im wortwörtlichen Sinne: Sie möchte erreichen, dass Landschaftselemente wie Obstwiesen und Gärten, Hecken, Bäche, Tümpel und Seen, Wiesen, verlassene Steinbrüche und alte Bäume zu einem artenreichen Lebensraum zusammenwachsen können. Angelika Elsener, 1964 in Zürich-Affoltern in der Schweiz geboren, fühlte sich schon als Kind in besonderer Weise mit der Natur verbunden. Ihr Berufsleben aber gestaltete sie zunächst fernab davon: Bei einem Telekommunikationsunternehmen arbeitete die Diplom-Ingenieurin, die seit 1998 in Schalkenbach-Vinxt im Brohltal lebt, lange Jahre im Produktmanagement und als Projektleiterin IT.

    Dann vollzog Elsener eine große Zäsur: Sie ließ sich zur Natur- und Landschaftspflegerin („Rangerin“) ausbilden und wagte auf diesem neuen Terrain auch den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Gedanke dahinter: Unser modernes Leben hinterlässt zerstörerische Spuren in der Natur und zieht den Lebensraum von Tieren, vor allem Insekten und Kleinlebewesen, in Mitleidenschaft. Elsener möchte bei abgegrenzten Projekten diesen Lebensraum „reparieren“ helfen.

    Als Naturmanagerin nimmt sie die Rolle der Gesamtkoordinatorin und Moderatorin ein, die zwischen den Anbietern der Naturbiotope – das können Privatpersonen, Landwirte oder ganze Gemeinden sein – und Projektpaten – finanzielle Unterstützer und/oder Helfer, die mit anpacken – vermittelt. Die Arbeit für die Natur kann dabei auch einen wichtigen sozialen Beitrag leisten. Etwa, wenn „schwierige“ Jugendliche mithelfen und durch diese Naturerfahrung einen neuen Weg im Leben finden.

    „Wir haben heutzutage viele einzelne Biotope. Aber wir haben sie nicht vernetzt“, klagt Elsener. Dabei kann die Vernetzung schon ganz einfach am Wegesrand vonstattengehen: Rund 30 Prozent aller Tiere leben in den Säumen von Wiesen, Feldern und Straßen oder brauchen sie zum Wandern. Wenn Landwirte die Feldsäume immer schmäler werden lassen oder Gemeinden dem „Unkraut“ mit Mulchern zu Leibe rücken, ist ihr Bestand akut gefährdet.

    Umgekehrt kann viel getan werden, um Insekten und Co. das Leben zu erleichtern: Ob Ödland in Blühwiesen oder brachliegende Äcker in Streuobstwiesen verwandelt, Koniferen durch heimische Heckenpflanzen als Lebensraum für Vögel und Kleintiere ersetzt oder bestehende Landschaftselemente fachgerecht und naturnah gepflegt werden – immer geht es um die Aufwertung und die Wiederbelebung der Biodiversität.

    Ein Beispiel für ein bereits erfolgreich durchgeführtes Patenprojekt: Gesponsert von der Firma Zeronine Media GbR/Dimitry Engbert hat Angelika Elsener mit der Pädagogin Gabriele Weber in deren Garten in Oberdürenbach, der oft für Projekte mit Kindern und Jugendlichen genutzt wird, eine Kompostanlage gebaut. Im Zweikammersystem, das durch eine Mauer aus gebrannten Ziegelsteinen getrennt ist, sollen Kleinstlebewesen und Würmer Küchen- und kleingehäckselte Gartenabfälle zu Gartenerde mit hohem Humusanteil umwandeln.

    Tatkräftig mitgewirkt am Bau der Anlage hat Katharina Wilke aus Sinzig, OP-Krankenschwester, Kräuterexpertin und Naturschützerin. „Um die Welt zu einem erfreulicheren Ort zu machen, legt man am besten selbst Hand an und zeigt den Menschen, wie einfach und lohnend es ist, mit der Erde zusammenzuarbeiten“, so Wilke. Es gehe darum, Naturvielfalt zu erhalten oder wieder entstehen zu lassen, statt Landverödung und Artenzerstörung einfach hinzunehmen. „Und jeder kann auf einfache Weise etwas dazu beitragen.“

    Wer ein Patenprojekt anstoßen oder fördern will, findet Infos unter www.naturvernetzung.de.

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs
     

     

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