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  • Lemke: Tourismus für Windenergie kein Ausschlusskriterium

    Dernau. Werben für die Energiewende: In ihrem Heimatkreis (Kreis Ahrweiler) ist das der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke ein besonderes Anliegen. Am Samstag referierte und diskutierte die Bad Bodendorferin in Dernau.

    Vor dem Gemeindehaus in Dernau hatten Windkraftgegener ein maßstabgetreues Modell einer Windkraftanlage aufgebaut.
    Vor dem Gemeindehaus in Dernau hatten Windkraftgegener ein maßstabgetreues Modell einer Windkraftanlage aufgebaut.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Dernau - Werben für die Energiewende: In ihrem Heimatkreis (Kreis Ahrweiler) ist das der grünen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke ein besonderes Anliegen. Am Samstag referierte und diskutierte die Bad Bodendorferin in Dernau.

    Draußen demonstrierte ein Grüppchen des Vereins „Sturm im Wald“ aus den Verbandsgemeinde Hillesheim und Blankenheim mit Plakaten („Stoppt den Wahnsinn“) gegen Windräder im Wald, drinnen warb Wirtschaftsministerin Eveline Lemke für die Energiewende im Land: Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Die Energiewende in der Region“ des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen) waren am Samstag annähernd 100 Zuhörer in das Gemeindehaus Dernau gekommen, darunter auch die Bürgermeister Guido Orthen (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Achim Juchem (Grafschaft).

    In ihrem Eingangsreferat brach Lemke eine Lanze für die Bürgerbeteiligung. „Ich möchte, dass Sie dahinter stehen, wenn eine Windkraftanlage gebaut wird“, sagte die grüne Ministerin aus Bad Bodendorf, die bekannte, dass sie die Energiewende im Kreis Ahrweiler aus „ganz persönlichem Ehrgeiz“ verfolgt: „Ich bin hier zu Hause.“ Sie habe kein Interesse daran, eine Kulturlandschaft oder die Natur für die Energiewende aufs Spiel zu setzen. Dass bei dieser aber die Windenergie eine entscheidende Rolle spielt, daran ließ sie gleichfalls keinen Zweifel.

    Bis 2020 will die rot-grüne Landesregierung die Stromerzeugung aus Windkraft verfünffachen und dafür zwei Prozent der Landesfläche beanspruchen. Konzentriere man sich auf die idealen Standorte mit hoher Windhöffigkeit (durchschnittliches Windaufkommen), so sei das Ziel bereits mit 1,3 Prozent der Fläche zu erreichen, so Lemke. Seine eigenen Waldflächen will das Land für Bürgerprojekte zur Verfügung stellen – den Kommunen riet sie, diesem Beispiel zu folgen. Lemke: „Wir wollen nicht nur ein paar Heuschrecken-Windanlagenbauer.“

    In vier Wochen, kündigte die Ministerin an, wird das Land den überarbeiteten Windkrafterlass vorlegen. Darin werden für die Regionalplanung die Kriterien für Vorranggebiete, Ausschlussgebiete und ausschlussfreie Gebiete, die der kommunalen Planung unterliegen, festgelegt. „Tourismusgebiete sind kein Ausschlusskriterium“, betonte Lemke. Und ergänzte: „Das Ahrtal hat aber nicht den Stellenwert eines Vorranggebietes.“

    In einer Schlüsselrolle bei der Energiewende sieht Lemke die Kommunen. Zwar verfüge das Land selbst über kein eigenes Förderprogramm, das diese in Anspruch nehmen könnten, wohl aber die Europäische Union (EU). Das Land könne jedoch mit einem „völlig neuen Beraternetzwerk“ Hilfestellung geben, um etwa an die bis zu 80-prozentige EU-Förderung heranzukommen. Vor diesem Hintergrund ermunterte sie die Kommunen des Kreises, Kooperationen einzugehen. „Je mehr Sie kooperieren, desto besser sind die Fördermöglichkeiten“, sagte Lemke.

    Kooperationen seien ebenfalls geeignet, um sich „im riesigen Aufteilungskampf“, der zurzeit auf dem Energiemarkt herrsche, nicht von den großen Konzernen „austricksen“ zu lassen, führte Lemke aus. Für den Kreis Ahrweiler, der als landesweites Schlusslicht beim Anteil Erneuerbare Energien den längsten Weg vor sich habe, sieht sie ein großes Potenzial, das es auszuschöpfen gelte. Eine Chance für klamme Kommunen, ihre Finanzen aufzubessern, aber auch als Tourismusregion. Im Rhein-Hunsrück-Kreis gebe es bereits einen Energietourismus – „für Ihr Tourismuskonzept könnten Sie sich davon eine Scheibe abschneiden“, so die Ministerin.

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

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    Chef v. Dienst

     

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