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  • Änderung bei der Umsatzsteuer: Jagdgenossen müssen zahlen

    Kreis Ahrweiler. Die Kommunen im Kreis Ahrweiler können sich in Zukunft nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung durch die Jagdgenossenschaften verlassen. Denn Letzere müssen ab Januar 19 Prozent ihrer Umsätze abgeben.

    Auch die Jagdgenossen Kesseling müssen bald Umsatzsteuer zahlen. Für kommunale Aufgaben wie die Instandsetzung des Wegenetzes in der Feldflur bleibt dann kaum noch Geld.
    Auch die Jagdgenossen Kesseling müssen bald Umsatzsteuer zahlen. Für kommunale Aufgaben wie die Instandsetzung des Wegenetzes in der Feldflur bleibt dann kaum noch Geld.
    Foto: Vollrath

    Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

    Eine Änderung im Umsatzsteuergesetz trifft die Jagdgenossenschaften im Kreis Ahrweiler bitter. Die mit dem 1. Januar 2017 in Kraft tretende Neuregelung sorgt dafür, dass die Einnahmen der Jagdgenossenschaften aus der Verpachtung gemeinschaftlicher Jagdbezirke in Zukunft der Umsatzsteuer unterworfen werden. Heißt: Die Jagdgenossenschaften müssen in Zukunft 19 Prozent ihrer Umsätze abgeben. Geld, das im Moment hauptsächlich in kommunale und soziale Projekte fließt.

    Die Jagdgenossenschaften unterstützen beispielsweise kommunale Maßnahmen zum Hochwasserschutz finanziell, übernehmen Kosten für die Wildschadensverhütung oder beteiligen sich an Sanierungsarbeiten von Dorfgemeinschaftshäusern finanziell. Mit der Neuregelung wird dieser Etat schrumpfen und die Jagdgenossen fürchten, dass sie ihren kommunalen Aufgaben zukünftig nicht mehr gerecht werden können. Von der Gesetzesänderung betroffen sind die Jagdgenossenschaften, die Umsätze von mehr als 17 500 Euro im Jahr haben - und das sind gar nicht mal wenige im Kreis Ahrweiler.

    Knapp 20 Jagdgenossenschaften sind dort von der Gesetzesänderung betroffen. Unter ihnen sind auch die Jagdgenossenschaften Dümpelfeld I bis III, für die Georg Larscheid zuständig ist. "Wenn die Neuregelung in Kraft tritt, kommt einiges auf uns zu. Wir müssen zum Beispiel Pachtverträge abändern und das erfordert Zeit", sagt er. Deswegen können die Jagdgenossenschaften beim Finanzamt bis zum 31. Dezember 2016 eine Optionserklärung einreichen. Sie schließt die betroffene Genossenschaft bis zum 31. Dezember 2020 von der Neuregelung aus, eine Verlängerung der Ausschlussfrist ist nicht möglich.

    Rudi Holzem, zuständig für die Jagdgenossenschaft Ohlenhard, ist der Meinung, dass eine solche Ausschlussfrist unumgänglich ist. "Es wäre ja verrückt, wenn es die nicht gäbe und wir schon zum 1.1.2017 gezwungen wären, Verträge umzuschreiben und höhere Pachtgebühren festzulegen", sagt er. "Wie sollen wir den Sachverhalt so schnell mit den Pächtern besprechen?" Holzem rät jeder Jagdgenossenschaft, die Optionserklärung schnellstmöglich einzureichen.

    Georg Larscheid aus Dümpelfeld hat die Optionserklärung für die Dümpelfelder Jagdgenossen bereits abgegeben. "Natürlich wäre es schön, wenn diese Akte einfach wieder in der Schublade verschwinden würde", sagt er. "Für uns wird es durch die Gesetzesänderung schwieriger, Pächter zu finden. Daran wird sich wohl auch bis 2021 kaum etwas ändern." Auch die anderen Jagdgenossenschaften im Kreis Ahrweiler, die von der Umsatzsteuerpflicht betroffen sind, bangen vor allem um die Jagdpächter. Denn damit die Umsatzsteuer nicht an den Jagdgenossenschaften hängen bleibt, müssen diese die neuen Abgaben auf die Pachtverträge umlegen. Zu der ohnehin zu entrichtenden Jagdsteuer von 20 Prozent, der Jagdabgabe und den Gebühren für Trichinenproben kämen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu.

    Guido Schmitz, Ansprechpartner für die Jagdgenossenschaften Kesseling I und II, ist der Meinung: "Wir müssen abwarten und mit den Pächter besprechen, ob sie unter den neuen Umständen auch weiterhin ihre Jagden pachten möchten. Es wird sich für uns auf jeden Fall einiges ändern." Dennoch ist er der Meinung, dass die Folgen der Neuregelung noch nicht spruchreif sind. "Das betrifft uns ja erst 2021. Bis dahin warten wir erst Mal, wie die Änderungen ausgelegt werden."

    Diese Jagdgenossenschaften sind betroffen

    Nach Angaben der Unteren Jagdbehörde des Kreises Ahrweiler haben doch einige Jagdgenossenschaften im Kreis Ahrweiler jährliche Umsätze von mehr als 17 500 Euro. Von der Änderung im Umsatzsteuergesetzt sind demnach die Jagdgenossenschaften Adenau I und II, Dümpelfeld I bis III, Herschenbroich, Leimbach II, Müllenbach, Ahrbrück Brück Pützfeld, Heckenbach I bis III, Herschbach, Hönningen, Hönningen-Liers, Kesseling I und II, Staffel, Berg I und II, Lind I und II, Aremberg und Ohlenhard betroffen.

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    Nina Borowski

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    Chef v. Dienst

     

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