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    MeisenheimWestnetz will Umstände für Abknicken des Strommastes untersuchen

    Der Pächter des Freibadkiosks in Meisenheim, Michael Flühr, wirft der Westnetz GmbH Verharmlosung vor. Am Freitagnachmittag war ein 20 000-Volt-Mittelspannungskabel nahe dem Schwimmbad gerissen. Hunderte Badegäste wurden daraufhin evakuiert.

    Ein neuer Strommast wurde aufgestellt.
    Ein neuer Strommast wurde aufgestellt.
    Foto: Klaus Dietrich

    Flühr schilderte am Montag noch einmal, wie er der gefährliche Situation erlebt hatte: Ein Badegast berichtete, dass ein Baum am Freibad-Parkplatz brenne und Funken sprühten. Michael Flühr lief sofort auf den Weg. Der Baum brannte, und der angefaulte Strommast war umgefallen. Etwa zwei Minuten später gab es einen Riesenschlag, als erst dann das Stromkabel riss. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis keine Funken mehr schlugen.

    Westnetz stellte dies am Samstag anders dar: Ein Blitz sei in die Leitung eingeschlagen, das Kabel gerissen und danach der Mast umgefallen. Am Montag gab Westnetz auf eine erneute Anfrage eine ausführliche Erklärung zu dem Vorfall ab: „Am vergangenen Freitag, 25. Juli, kam es auf der sogenannten Raumbachleitung an der Transformatorenstation In der Heimbach nahe des Meisenheimer Schwimmbades zu einem Blitzschlag in die Mittelspannungsfreileitung in diesem Bereich. Der Tragmast (Holzmast) in unmittelbarer Nähe, der das Freileitungsseil trug, brach durch das heftige Unwetter ab. Um 14.40 Uhr stellten die Westnetz-Mitarbeiter in der Netzleitstelle Simmern die Störung auf der Raumbachleitung fest, und zwar einen sogenannten stehenden Erdschluss. Umgehend wurde mit der Fehlersuche über die Systeme begonnen." Kurz nach 15 Uhr sei in der Netzleitstelle ein Anruf der Feuerwehr Meisenheim eingegangen, mit dem Hinweis, dass die Freileitung auf der Erde läge. Daraufhin wurde die Freileitung laut Westnetz um 15.08 Uhr sofort abgeschaltet und war somit spannungslos. 31 Trafostationen waren für rund drei Minuten von einem Stromausfall betroffen, neun Stationen rund 14 Minuten.

    Nach 14 Minuten waren somit alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Bis Samstagnachmittag dauerten die Entstörungsarbeiten an Freileitung und Mast noch an.

    Bei den Reparaturarbeiten und der nachträglichen Prüfung des Materials wurde festgestellt, dass der entsprechende Holzmast unterhalb der zum Schutz des Holzes angebrachten Manschette abgebrochen war. Daraufhin prüfte das Unternehmen unmittelbar, wann der Mast zum letzten Mal einer Holzmastenkontrolle, die beim Verteilnetzbetreiber regelmäßig im Abstand von acht Jahren durchgeführt wird, unterzogen wurde. Der Mast an der Station In der Heimbach wurde laut Nachweis im Jahr 2008 überprüft. Die nächste Kontrolle hätte somit 2016 angestanden.

    Mit der Überprüfung war damals eine Fachfirma beauftragt, die den entsprechenden Mast mit der „Klasse 1" qualifizierte. Diese Beurteilung bedeutet, dass der Mast nicht länger als zehn Jahre steht und keine sichtbaren Schäden (Faulstellen, Käferausflugslöcher) aufweist. Wird dem Mast auch nach einer Sichtprüfung ein guter Zustand attestiert, beginnt die Nachpflegearbeit. Zum Schutz gegen vorzeitige Schäden werden die Holzstämme circa einen halben Meter frei gegraben. Im Erdreich wird der Mastfuß mit einer Bandage aus einem Schaumstoffkissen, in das ein Schutzmittel eingebracht ist, versehen. Im Anschluss wird als weiterer Schutz eine Kunststofffolie aufgebracht. Damit werden die Strommasten imprägniert. Westnetz beteuert: „Auch im Falle des Mastes in Meisenheim wurde die entsprechende Nachpflege ordnungsgemäß durchgeführt."

    Im Falle des Mastes an der Station In der Heimbach sei die Abbruchstelle weit unter der bei der Prüfung angebrachten Manschette zu finden, was sehr ungewöhnlich ist. Die genaueren Umstände des Abbruchs werden noch untersucht. Vorsorglich wird Westnetz alle betreffenden Masten dieser Leitung im Bereich Meisenheim zusätzlich prüfen, bevor 2016 die nächste große Turnusprüfung erfolgt.

    Von unserem Redakteur Klaus Dietrich

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