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  • Politik Kritik von Hans-Dirk Nies an Bettina Dickes prägte die heiße Phase des Wahlkampfs - Mehr Briefwähler als 2008

    Wer wird Landrat: Fällt die Entscheidung schon am Sonntag?

    Kreis Bad Kreuznach. Befreiungsschlag oder Eigentor: Wie wirkt sich die Offensivaktion von Hans-Dirk Nies (SPD, Winzenheim) gegen Bettina Dickes (CDU, Bad Sobernheim) aus? So lautet die möglicherweise entscheidende Frage bei der Landratswahl am Sonntag im Kreis Bad Kreuznach.

    Pressesprecher Harald Skär und sein Team haben haben alles vorbereitet. Am Wahlabend wird er die Ergebnisse aus den Verbandsgemeinden ab 18 Uhr in einer großen Tabelle im Bürgersaal der Kreisverwaltung zeigen. 124.000 Wahlberechtigte sind bei der Landratsurwahl gefragt. Foto: Stefan Munzlinger
    Pressesprecher Harald Skär und sein Team haben haben alles vorbereitet. Am Wahlabend wird er die Ergebnisse aus den Verbandsgemeinden ab 18 Uhr in einer großen Tabelle im Bürgersaal der Kreisverwaltung zeigen. 124.000 Wahlberechtigte sind bei der Landratsurwahl gefragt.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Nies hält Dickes bekanntlich fachlich für nicht geeignet, eine solch große Behörde wie die Kreisverwaltung zu führen. Zusätzlich zu seiner Kritik an der Qualifikation der CDU-Kandidation hat er auch noch die Alles-oder-Nichts-Karte gespielt: Wenn er verliert, werde er der Politik über kurz oder lang den Rücken kehren, hat er angekündigt. Auch Insider tun sich schwer mit einer Einschätzung, wie solch deutliche Worte bei den Wählern ankommen: Erreicht einer der beiden vielleicht sogar schon im ersten Anlauf die absolute Mehrheit, oder fällt die Entscheidung, wer Nachfolger von Franz-Josef Diel (CDU) wird, erst in zwei Wochen bei der Stichwahl? Mit im Rennen sind noch Anke Schumann (parteilos, Bad Sobernheim) und Spaßkandidat Philipp Dietrich (Bad Kreuznach) von „Die Partei“, die sich der Satire verschrieben hat.

    Mit seiner Aussage hatte Nies den bis dahin sanft dahinplätschernden Wahlkampf auf einen Schlag polarisiert: „Manchmal muss mal eine Tür fliegen, damit die Leute wach werden“, meinte er zuletzt im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“. Zugleich stellte er dabei klar: „Ich habe meine persönliche Meinung über Frau Dickes als Landrätin – nicht als Mensch.“ Eins hat der SPD-Kandidat auf jeden Fall erreicht: Die Wahlbeteiligung dürfte höher sein als im November 2008, als nur 29,3 der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgaben.

    Zumindest die Briefwahlquote lag beispielsweise in der Stadt Bad Kreuznach bis gestern mit fast 11 Prozent deutlich höher als vor acht Jahren, als nur etwas mehr als 2,5 Prozent Briefwahl beantragt hatten. In der VG Rüdesheim beträgt der Anteil der Briefwähler mehr als 13 Prozent, in der VG Bad Sobernheim sogar mehr als 15,3 Prozent – hier wie da ebenfalls deutlich mehr als vor acht Jahren.

    Ein anderer Vergleich: Bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai 2014, als Heike Kaster-Meurer bei vier weiteren Kandidaten gleich die absolute Mehrheit schaffte, gab es in Bad Kreuznach mehr als 20 Prozent Briefwähler. Am Ende beteiligten sich immerhin 45,1 Prozent – für Wahlen dieser Art beachtlich. Damals fanden allerdings zeitgleich die Europawahl, die Kommunalwahl und mehrere Bürgermeisterwahlen im Kreis statt.

    Weil es diesmal allein um den Landratsposten geht, dürfte die Wahlbeteiligung wohl über 30, aber unter 40 Prozent liegen. 2008 hatte Franz-Josef Diel mit 50,6 Prozent knapp die Nase vorn. Der einzige Mitbewerber Hans-Dirk Nies, der damals schon Kreisbeigeordneter war und als Favorit galt, war bitter enttäuscht.

    Am 19. März kandidiert ein Quartett: Dabei deutet alles auf ein Duell zwischen Nies und Dickes hin. Schumann, die früher einmal CDU-Stadtverbandsvorsitzende in Bad Sobernheim war, könnte aber das Zünglein an der Waage spielen: Die Rechtsanwältin dürfte zumindest im Raum Bad Sobernheim, wo sie naturgemäß am bekanntesten ist, auch Stimmen aus dem CDU-Lager bekommen.

    Sie wirbt mit ihrer Unabhängigkeit als parteilose Kandidatin. Nies, der auch vom Schulz-Effekt für die SPD profitieren könnte, setzt auf seine Verwaltungskompetenz und politische Erfahrung, Dickes ebenfalls auf ihre Erfahrung und ihr Engagement, während Philipp Dietrich ganz auf satirische Provokation baut. Größere Aufreger und inhaltliche Auffälligkeiten gab es im Wahlkampf nicht – bis Hans-Dirk Nies seinen Vorstoß gegen Bettina Dickes startete und damit für Diskussionsstoff in allen politischen Lagern sorgte.

    Zum Abschluss unserer Berichterstattung im Vorfeld der Landratswahl haben wir die vier Kandidaten mit unvollendeten Sätzen konfrontiert. Wir fragten sie unter anderem, was sie im Wahlkampf gelernt haben, nach ihrem peinlichsten Moment im Leben, ihren persönlichen Stärken und Schwächen und ihrem Lebensmotto.

    Von Kurt Knaudt

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