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    Weinlese brummt – Winzer zuversichtlich

    Kreis Bad Kreuznach -  Die Winzer der Region sind sich weitgehend einig: Ein Jahrhundertjahrgang wird der 2013er nicht. Die Witterung ist der entscheidende Faktor. Frost wäre fatal.

    In den Weinbergen brummt es. Die Traubenvollernter sind unterwegs.
    In den Weinbergen brummt es. Die Traubenvollernter sind unterwegs.
    Foto: Armin Seibert

    Der lange Winter, der spät einsetzende Sommer und eine verzögerte Blüte haben den Weintrauben ebenso zugesetzt wie der extreme Regen am zurückliegenden Wochenende. Stellenweise fielen 30 Liter pro Quadratmeter. „Zu viel, auch wenn es vorher sehr trocken war," erklärt Udo Bamberger, Leiter der Kellerei im Staatsweingut Bad Kreuznach, zur Halbzeit der Lese im Gespräch mit dem „Oeffentlichen".

    Trotz dieser Botschaft kein Anlass, um Trübsal zu blasen. „Noch ist alles drin", bekräftigt Alexander Wallhäuser (Mandel), der Vorsitzende der Jungwinzergruppe Nahe Sieben. Entscheidender Faktor: die Witterung. Kühl und trocken wäre ideal. Zu viel Nässe würde dagegen die Fäulnis, die vor allem bei den frühen Sorten um sich greift, vorantreiben. „Die Trauben saugen sich mit Wasser voll, platzen und beginnen zu faulen", erläutert Winzer Ulrich Lorenz (Bosenheim) den dann einsetzenden Prozess.

    Um ihn zu bremsen, wird selektiert, das heißt, die schlechten Trauben werden per Hand gelesen, damit sie die guten nicht anstecken. 30 Prozent seines Müller-Thurgau-Bestandes hat Lorenz auf diese Weise geerntet. Daraus wird Basiswein. Der Rest soll weiter reifen, um höhere Qualität zu erreichen. Die ist natürlich auch von der Lage abhängig. Georg Forster aus Rümmelsheim registriert dieser Tage bei der Lese mit dem Vollernter überwiegend gesunde Trauben mit einer guten ersten Reife, wie er selbst betont. „Das lässt auf frische und fruchtige Weine schließen." Für Forster auch Ausdruck entsprechender Wingertsbewirtschaftung beziehungsweise einer „Bodenbearbeitung mit Köpfchen". Forster unterstreicht: „Wie der Winzer das ganze Jahr über gearbeitet hat, wirkt sich bei einem solchen Jahrgang aus.

    Eine Herausforderung also für alle Weinbauern, die jetzt die Früchte ihrer Arbeit ernten, wenn sie gute Taktiker sind und den richtigen Zeitpunkt erwischen, um später im Keller eine optimale Ausgangslage zu haben. Für den Hackenheimer Peter Kaul hat die Leseplanung aktuell einen ganz hohen Stellenwert. Den Wetterbericht im Hinterkopf klappert er täglich die Weinberge ab, um die Trauben auf dem Reifehöhepunkt zu erwischen. Selektieren ist für den Rheinhessen-Winzer ebenfalls ein Thema. Beim Müller-Thurgau gibt's keine Probleme. Er ist schon komplett im Keller – mit einem Mostgewicht von durchschnittlich 75 Grad Öchsle und 8 Gramm Säure. „Spritzig. Das passt super", resümiert Kaul.

    Während die Lese der Roten wie Portugieser und Dornfelder noch läuft, beginnt der Poker für die mittleren und späten Sorten wie Silvaner, Burgunder, Scheurebe oder Riesling. „Spannend", nennt DLR-Experte Bamberger diese Phase, in der sich entscheidet, ob die Trauben gesund bleiben. „Mindestens 14 Tage braucht der Riesling noch", unterstreicht er und ist zugleich sicher: „Beim Burgunder steuern wir bereits auf Mostgewichte von 90 Grad Öchsle zu."

    Was die Menge angeht, trügt der Schein bisweilen. Nicht alle Lagen hängen proppenvoll. Der Bosenheimer Winzer Ulrich Lorenz stellt vor allem bei Burgunder und Grauem Burgunder eine unterdurchschnittliche Quantität fest und führt dies auf den lange Zeit zu kalten Sommer zurück, der die Blüten hemmte. Doch er relativiert auch: „Wir sind in dieser Hinsicht verwöhnt. Die Älteren haben da ganz andere Erfahrungen gemacht." „Dass es die Jahrgangsunterschiede noch gibt, ist doch gerade das Gute," pflichtet Peter Kaul bei.

    Interessant: Während in vielen Lagen die Vollernter brummen, setzt der Hackenheimer Winzer zumindest in einigen Weinbergen noch auf Handlese – am steilen Kirchberg zum Beispiel. Bis zu 15 Lesekräfte sind da im Einsatz. „Oft bewerben sich sogar mehr als eingesetzt werden können", so Kaul. Insgesamt blicken die Winzer zuversichtlich nach vorn. Das Beste draus machen, so heißt es. Und Udo Bamberger unterstreicht: „Es gibt keinen Grund zu jammern." Gustl Stumpf

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