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  • Wetter Auch Hobbygärtner stehen vor Problemen - DLR-Pflanzenberater bleibt gelassen - Also: kein Grund zur Panik?

    Trockenheit macht Landwirten zu schaffen: Ist die Ernte in Gefahr?

    Kreis Bad Kreuznach. Viel zu trocken und seit Karfreitag auch noch für die Jahreszeit zu kalt – die Witterung stellt Landwirte wie auch Hobbygärtner vor große Probleme. Pflanzenberater Ulrich Nöth vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach weiß, dass alles was mit „zu“ anfängt in der Landwirtschaft und im Garten nicht gut ist, rät aber dazu, Ruhe zu bewahren.

    Die meisten Obstbäume sind bestäubt und blühen.
    Die meisten Obstbäume sind bestäubt und blühen.
    Foto: Dietmar Buschwa

    Besonders große Probleme haben die Landwirte, denn bereits der August, der September und der gesamte Winter waren zu trocken. Die Wasserreserven der Natur sind weitgehend aufgebraucht. „Das Problem sind die langen Perioden – heute oft über Monate – in denen sich das Wetter nicht ändert“, so die Erfahrung des Pflanzenberaters. Eine Frühjahrstrockenheit als solche hat er im Durchschnitt der vergangenen Jahre nicht ausgemacht. Während der Hobbygärtner bei der momentanen Trockenheit zum Wasserschlauch greifen kann, bleibt dem Landwirt nur der Blick nach oben und die Hoffnung auf Regen. „Der Petrus müsste mal ausgetauscht werden“, sagt Nöth.

    Für die Blüte sah es Anfang April bis Karfreitag sehr gut aus. Das Biergartenwetter lockte nicht nur die Leute nach draußen, sondern auch die Bienen waren fleißig im Einsatz. Daher ist Nöth überzeugt, dass die meisten Obstbäume bestäubt sind. Möglicherweise liegt man bei den Kernobstsorten etwas zurück. Doch wenn die Temperaturen für den Bienenflug zu niedrig sind, gibt es immer noch die Hummeln. Daher sieht Nöth Obst eher weniger kritisch. Ein weniger an Bestäubung kann auch eine Entlastung sein, da man weniger ausdünnen muss.

    Der Pflanzenbau macht ihm indes Sorgen. Die Bestände stehen nicht unbedingt gut da. Im Getreide war sogar aufgrund der warmen ersten Aprilhälfte Mehltau aufgetaucht. Der war jahrelang verschwunden. Doch die niedrigen Temperaturen seit Karfreitag erledigen das Problem Mehltau.

    Überhaupt empfiehlt der Pflanzenberater keine Schnellschüsse und mal eben zur Spritze greifen. Der Einsatz von Spritzmitteln macht nur dann Sinn, wenn die Pflanze auch genügend Stoffwechsel hat. Die Trockenheit bedeutet, dass der Landwirt erst einmal beim Getreide wenig zu tun hat. Aufgelaufen sind bereits die Zuckerrübenbestände, die im Kreis Bad Kreuznach mehrheitlich in den rheinhessischen Gemeinden angebaut werden. Die Bodenfeuchte reichte gerade noch zum Auflaufen der Bestände. Aber auch hier ist wie beim Getreide nun Stillstand angesagt. Nöth erklärt, warum: „Was soll ohne Wasser wachsen?“

    Auch der Raps steht zurzeit viel zu kurz da. Teilweise unterscheiden sich die Bestände, die gleichzeitig angebaut worden sind, extrem voneinander. So kann es vorkommen, dass die eine Pflanze blüht und die daneben noch nicht. Problematisch ist die Lage auch für die Grünlandbetriebe. Eigentlich stehen sie schon längst in den Startlöchern für den ersten Grasschnitt. Doch auch die Wiesen wachsen nicht. Wobei es bei den Wiesen ähnlich wie bei den Äckern ist: Tallagen mit Feuchtigkeitsreserven stehen besser da als Hanglagen.

    Während Landwirte regelrecht nach Wasser lechzen, muss das die Heimgärtner weniger sorgen. Ihr Augenmerk liegt zurzeit eher auf den niedrigen Temperaturen. Da in dieser Woche teils noch Nachtfröste angesagt sind, rät er den Heimgärtnern beim Pflanzen kälteempfindlicher Kulturen zur Zurückhaltung. „Wer diese Woche nicht pflanzt, verpasst nichts.“ Wer allerdings schon pflanzen möchte, dem empfiehlt er, Kartoffeln zu legen. Die werden schließlich bedeckt. Daher sieht er für die Kartoffel keine Gefahr. „Kartoffeln sind eher gefährdet, wenn sie gekeimt sind und über das Kartoffellaub ein Maifrost geht.

    Nöth empfiehlt Landwirten und Heimgärtnern, das Wetter im Blick zu behalten. Große Hoffnung in Sachen Regen macht er jedoch nicht: „Ergiebige Regenmengen dürften in dieser Woche kein Thema sein.“

    Von unserem Reporter Josef Nürnberg

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