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  • Stress in der Großraumdisco: Space Park zu, Erlaubnis weg?

    Bad Kreuznach. Seit drei Wochen ist die Diskothek Space Park im Kreuznacher Gewerbegebiet an der B 428 geschlossen. Und es sieht so aus, als würde sie so schnell auch nicht mehr aufmachen, zumindest nicht unter dem bisherigen Betreiber.

    Partys, wie hier mit Nacksternchen Micaela Schäfer im Dezember 2014, wird es mindestens bis September im Space Park keine mehr geben.
    Partys, wie hier mit Nacksternchen Micaela Schäfer im Dezember 2014, wird es mindestens bis September im Space Park keine mehr geben.
    Foto: Carsten Zillmann / Archiv

    Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

    Grund hierfür ist der unmittelbar bevorstehende Entzug der Gaststättenerlaubnis. Das ist die höchstwahrscheinliche Konsequenz aus einem Beschluss des Koblenzer Verwaltungsgerichts vom 4. März.

    Das Jahr 2015 - ein Jahr voller Schlägereien

    Seit Ende 2014 muss es immer wieder zu "schwerwiegenden Straftaten durch Besucher der Disco" gekommen sein. Nach Einschätzung der Kreuznacher Polizei habe es an den Wochenenden regelmäßig Schlägereien, Sachbeschädigungen oder Beleidigungen gegeben. Trauriger Höhepunkt war sicherlich der 27. Januar, als es im Space Park zu einer Massenkeilerei kam, bei der Beteiligte Pfefferspray einsetzten - und einer der Schläger mit einer Schreckschusspistole um sich ballerte. Spätestens nach diesem Vorfall muss den Mitarbeitern des Ordnungsamts der Kragen geplatzt sein.

    Deshalb wurde der Betreiber-GmbH des Klubs von der Stadt am 4. Februar ein Bescheid zugestellt, der es in sich hatte. Mit sofortiger Wirkung sollten im Space Park etliche Auflagen erfüllt werden: Die Diskothek sollte zwischen 3 Uhr und 6 Uhr eine Sperrzeit einhalten, sprich um 3 Uhr schließen. Zudem sollte das Sicherheitspersonal von vier auf acht geschulte Mitarbeiter verdoppelt werden, die Eingangskontrollen verschärft und ein funktionierendes Videoüberwachungssystem installiert werden, dessen Aufnahmen erst nach 48 Stunden gelöscht werden sollten. Damit sollte der Polizei die Aufklärung von Straftaten in und vor dem Klub erleichtert werden.

    Gegen diesen Bescheid legte die Betreibergesellschaft Widerspruch beim Verwaltungsgericht in Koblenz ein. Die Richter kassierten den Bescheid tatsächlich und verwarfen die Sperrzeitanordnung. Aber mit einer für den Klub fatalen Folge: Eine Sperrzeitregelung scheide aus, wenn "Erlaubnisversagungsgründe vorliegen, die zwingend einen Widerruf der erteilten gaststättenrechtlichen Erlaubnis verlangen". Aus dem Juristendeutsch übersetzt bedeutet das: Sperrzeit unnötig, Erlaubnis entziehen, Laden dichtmachen. Denn dadurch, dass die Space-Park-Geschäftsführung keine Anstalten gemacht hätte, die Situation zu verbessern, fehle ihr die erforderliche Zuverlässigkeit. Diese sei aber unabdingbare Vorrausetzung für das Führen einer gastronomischen Einrichtung.

    Zunächst habe der Space-Park-Geschäftsführer noch Kooperationsbereitschaft gezeigt, erläutert Heiderose Häußermann, Leiterin des Bad Kreuznach Rechts- und Ordnungsamts. Doch schon während das Widerspruchsverfahren lief, habe man sich nicht mal an die Mindestauflage - die Verdopplung der Securitykräfte - gehalten. "Damit wurde gezeigt, dass die Betreiber des Space Parks nicht willens oder in der Lage sind, die Gaststätte ordentlich zu führen", ist Häußermann überzeugt. "Wir werden jetzt die Auflage aufheben und dafür die Schließung verfügen."

    Lieber selbst zugemacht, als zumachen lassen

    Der Bad Kreuznacher Gastronom Andreas Schnorrenberger, der seit Oktober als externer Berater für das Marketing des Klubs zuständig ist, sieht das ein wenig anders. Es sei ohnehin geplant gewesen, den Space Park Ende April zu schließen, um den Klub auf Vordermann zu bringen. Als die Stadt dann mit den Auflagen um die Ecke kam, habe man eben selbst gehandelt und den Laden geschlossen. "Uns war lieber, der Space Park macht zu, als dass er zugemacht wird", sagt Schnorrenberger. "Es war aber offensichtlich, dass da was schief läuft", räumt er ein, bei rund 1000 Gästen am Abend sei immer mal wieder ein "Idiot dabei gewesen, der den Alkohol nicht vertragen und dann zugeschlagen" habe. Im Übrigen behalte sich die Betreibergesellschaft vor, gegen die Stadt Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Spätestens im September solle der Space Park wieder öffnen. Dann aber wahrscheinlich mit einem neuen Betreiber.

    Space Park: Insolvenzverfahren gegen alte Betreiberfirma eröffnetSpace Park: Insolvenzverfahren gegen alte Betreiberfirma eröffnetSpace Park wird zu New Space: Diskothek will im September Neustart wagen
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    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

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