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  • Kreis Bad KreuznachPodiumsdiskussion: Die Landratskandidaten duellierten sich fair

    Keine schwerwiegende Blöße gaben sich die drei Landratskandidaten Bettina Dickes (CDU), Hans-Dirk Nies (SPD) und Anke Schumann (parteilos) bei einer von der Kreis-FDP organisierten Podiumsdiskussion im Fürstenhof, mit der die heiße Phase für den Wahlkampf bis zum Urnengang am 19. März eingeläutet wurde.

    Das Interesse war groß: Knapp 100 Besucher füllten den Saal. Wie dem Beifall für nahezu jede Aussage zu entnehmen war, waren offenbar etliche Fans und Unterstützer insbesondere von Nies und Dickes darunter. Der Kandidat der satirischen „Die Partei“ fehlte.

    In der wohltuend sachlich und fair geführten und vom FDP-Kreisvorsitzenden Thomas Bursian moderierten Diskussion gab es bei grundlegenden Positionen innerhalb der vier Themenblöcke kaum große Unterschiede. Einig war sich das Trio beispielsweise beim Schwerpunkt Wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur und Mobilität über die Bedeutung der Verkehrsanbindung. Durch gut ausgebaute Straßen sparen Arbeitnehmer Zeit, was heute immer wichtiger werde, wie Anke Schumann betonte.

    Weitere Fortschritte entlang der B 41 sind laut Hans-Dirk Nies auch wegen des Hochmoselübergangs wichtig, der die Verbindung zu den Nordseehäfen in Belgien und den Niederlanden schaffe. Es gelte, die Strahlkraft aus dem Rhein-Main-Raum weit in Richtung Westen auszudehnen. Die Simona in Kirn habe große Probleme, genügend Fachkräfte zu bekommen, verdeutlichte Bettina Dickes, die als Landrätin die Wirtschaftsförderung forcieren will, das vorhandene Ost-West-Gefälle im Kreis. Das Beispiel Waldlaubersheim beweise, dass es sich lohne, gezielt Gewerbegebiete auszuweisen und zu vermarkten, meinte Nies. Im zunehmenden Fachkräftemangel sieht Anke Schumann ein Versagen der Bildungspolitik. Es könne nicht gut gehen, wenn heute, anders als früher, deutlich mehr als die Hälfte eines Jahrgangs Abitur machten.

    „Das Naheland soll eine Marke werden“, lautet ihr Rezept für eine identitätsstiftende Regionalentwicklung und den Tourismus. Sie empfahl, sich ein Beispiel an Duchroth zu nehmen. Es sei beeindruckend, was die im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit Gold dekorierte Gemeinde mit vergleichsweise wenig Mitteln auf die Beine gestellt habe. Nies plädierte dafür, über die Naheland-Touristik in den Städten zu werben, die Ryanair vom Flugplatz Hahn aus anfliegt: „Dafür müssen wir mehr Geld in die Hand nehmen.“ Dickes sieht im von ihr mitinitiierten Hildegardis-Weg eine Chance. Gemeinsam müsse man die vielen Trümpfe, die das Land der Hildegard zu bieten habe, „mit Stolz mehr nach außen tragen“. Schumann unterstützt uneingeschränkt die Bemühungen, das Naheland als Weltkulturerbe zu adeln, während Dickes dafür keine großen Chancen sieht: Sie stehe dem aber offen gegenüber. „Wir bemühen uns. Doch auch wenn wir dieses Ziel nicht erreichen, bringt es uns weiter“, ist Nies überzeugt.

    „Wenn der Kreis eine Privatperson wäre, wäre er schon lange insolvent“, fasste Schumann die Haushaltssituation zusammen. Die Sanierung der Kreisfinanzen könne nur über einen Finanzausgleich gelingen. Wer bestellt, muss auch bezahlen: Wenn das Konnexitätsprinzip vom Bund konsequent beherzigt werde, „wären wir auch in der Lage, unseren Haushalt auszugleichen“, unterstrich Nies. Handlungsbedarf sehen er und Dickes auch beim kommunalen Finanzausgleich: Wegen der Diakonie siedelten viele Menschen mit Behinderungen aus anderen Regionen nach Bad Kreuznach um. „Das ist toll, aber das belastet uns finanziell auch stark“, sagte Dickes. Gerecht wäre, wenn sich die Kreise, aus denen sie stammen, daran beteiligen würden, fordert auch Nies. Von einem Musterprozess gegen die ungerechte Finanzverteilung hält Schumann nichts. „Das bringt nicht viel. Besser ist es, in einem konkreten Fall zu klagen“, meinte die Juristin. Zum Thema Energieverbrauch an Schulen (siehe unten) unterbreitete Nies einen konkreten Vorschlag: Alle Schüler sollten dazu angehalten werden, schonender mit den Ressourcen umzugehen. 50 Prozent der eingesparten Summe sollte in den Kreishaushalt fließen, die andere Hälfte in die Schulen.

    Von Kurt Knaudt

     

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