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in Kirn dem Leder immer treu
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in Kirn dem Leder immer treu

    „Leder in Kirn“: In dieser Serie wollen wir das Überleben und den Wiederaufstieg der Lederindustrie in Kirn beleuchten. Dazu gehört auch der Rückblick. Heute: Erinnerungen der Stepperin Hildegard Göpfert aus Kirn.

    Kirn. „Leder in Kirn“: In dieser Serie wollen wir das Überleben und den Wiederaufstieg der Lederindustrie in Kirn beleuchten. Dazu gehört auch der Rückblick. Heute: Erinnerungen der Stepperin Hildegard Göpfert aus Kirn.

    Leder bestimmte ihr Arbeitsleben von der Jugend an. Hildegard Göpfert aus Kirn arbeitete lange Jahre in der Lederindustrie. Leder gehörte zur Familie. Vater, Großvater, Urgroßvater. Sie alle arbeiteten in der Lederbranche. Doch nicht in Kirn, sondern in Hildegard Göpferts Geburtsort, der anderen früheren großen Lederstadt Deutschlands: in Offenbach.
    Am Main lernte die junge Hildegard Göpfert in den 50er-Jahren den Beruf der Stepperin bei der Firma Schäfer. Dann folgte die erste große Zäsur in ihrem Leben: Sie wanderte aus nach Kanada, heiratete, gründete eine Familie. Doch die Ehe scheiterte. 1975 zog sie wieder nach Deutschland zurück, der Liebe wegen. Der Kirner Toni Göpfert, mit dem sie heute noch glücklich verheiratet in Kirn lebt, hatte es ihr angetan. Von Offenbach nach Kanada nach Kirn: weg vom Leder und wieder hin zum Leder. Doch nun hieß es: Heimarbeit. Bei der Firma Hans Knipf in Griebelschied holte sie Tag für Tag Kleinlederwaren wie Schlüsselbeutel und Portemonnaies ab. Später dann konzentrierte sie sich in ihrer Arbeit auf das Einnähen von Reißverschlüssen - meist bei Schlüsselanhängern. „Der Verdienst war gut“, erinnert sie sich. Kein Wunder, schaffte sie doch 1000 Stück pro Tag. 1000 Mal umklappen, einlegen, einnähen, in den Karton mit den fertigen Beuteln werfen. „Das waren ja einfache Waren“, beschreibt sie ihre Tätigkeit. Auch wenn schweres Leder zum Einsatz kam hatte sie keine Probleme: „Wenn man gelernt hat, sauber zu nähen ...“
    Genäht wurde im Keller der gemeinsamen Wohnung. Die stete Nähe zur Wohnung erleichterte ihr auch das Familienleben. 1981 kam Töchterchen Melanie zur Welt. Zwar hat Hildegard Göpfert versucht, ihrer Tochter das Nähen und das Leder nahe zu bringen, doch das war nicht von Erfolg gekrönt. Hildegard Göpfert vermutet, dass es wohl auch an ihrem Musikgeschmack gelegen haben könnte - denn im Keller lief dauernd das Radio, als Abwechslung im doch eher eintönigen Arbeitsablauf. Doch der von der gelernten Stepperin eingestellte Sender spielte nicht gerade die modernsten Hits ...
    Vor neun Jahren, im Jahr 2002, musste Hildegard Göpfert mit ihrer Heimarbeit, die ihr durchaus Spaß machte, aufhören. Eine schwere Krankheit zwang sie dazu. Als sie in dem damals circa zehn Angestellte zählenden Betrieb in Griebelschied zum letzten Mal ihre fertig genähten Lederwaren brachte, habe der Chef gesagt: „Da geht meine beste Arbeiterin.“
    Den Niedergang der Kirner Lederindustrie, der in der Insolvenz der Lederwarenfabrik von Jakob Müller kulminierte, bekam sie nur als Betrachterin mit: „Das war kein schönes Gefühl“. Umso mehr freuen sie positive Veränderungen Kirner Stadtbild wie der neue Lederwarenladen „Cedric's“ oder auch das Outlet-Center. stb

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