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    Bad SobernheimNeustart am Sobernheimer Obertor: Junger Kfz-Meister trotzte allen Widerständen

    Das Jahr des kommunalpolitischen Hickhacks und der juristischen Auseinandersetzungen ist ihm noch anzumerken, so viel Kraft hat es ihn gekostet. Doch jetzt will Ümit Sevil in die Offensive gehen. Der 25-jährige in Kirn geborene und in Bad Sobernheim lebende Kfz-Techniker-Meister mit türkischen und kurdischen Wurzeln eröffnet am morgigen Samstag um 11 Uhr seinen neuen Autoservice am Sobernheimer Obertor.

    Ümit Sevil vor dem Autoservice-Gebäude am Sobernheimer Obertor. Er freut sich auf seine Selbstständigkeit, auf die er Jahre hingearbeitet hat. Jetzt will der junge Kfz-Techniker-Meister mit Leistung und Service punkten und die Zeit nerviger Diskussionen damit rasch vergessen machen.
    Ümit Sevil vor dem Autoservice-Gebäude am Sobernheimer Obertor. Er freut sich auf seine Selbstständigkeit, auf die er Jahre hingearbeitet hat. Jetzt will der junge Kfz-Techniker-Meister mit Leistung und Service punkten und die Zeit nerviger Diskussionen damit rasch vergessen machen.
    Foto: Stefan Munzlinge

    Bad Sobernheim - Das Jahr des kommunalpolitischen Hickhacks und der juristischen Auseinandersetzungen ist ihm noch anzumerken, so viel Kraft hat es ihn gekostet. Doch jetzt will Ümit Sevil in die Offensive gehen. Der 25-jährige in Kirn geborene und in Bad Sobernheim lebende Kfz-Techniker-Meister mit türkischen und kurdischen Wurzeln eröffnet am morgigen Samstag um 11 Uhr seinen neuen Autoservice am Sobernheimer Obertor.

    Mit einem Gläschen Sekt, Cocktails und einem Imbiss begrüßt Sevil seine Nachbarn, angehende Kunden und seine Gäste aus Stadt und Region; gern auch jene Kritiker, die den Betrieb an dieser Stelle der Stadt kürzlich noch zu verhindern suchten.

    Mittwochmorgen: Kaum ist die Nachricht durch, dass der Stadtrat nicht gegen den neuen Kfz-Betrieb am Obertor vors Bundesverwaltungsgericht Leipzig ziehen will, da wird auch schon das Firmenschild „Autoservice Sevil – Meisterfachwerkstatt und Automobilhandel“ enthüllt und stehen vier ansehnliche Gebrauchtfahrzeuge von 2004, 2005 und 2006 auf dem Areal. Will sagen: Gefledderte Schrottkisten von irgendwoher kommen ihm, Ümit Sevil, nicht auf den Hof.

    Damit beantwortet der junge Meister gleich von vornherein eine immer wieder geäußerte Befürchtung der Kfz-Service-Gegner – nämlich, dass am Obertor nun schnell ein großer Schrottplatz entstehe. Der 25-Jährige will sich nicht gemein machen mit zwielichtigen Autohändlern, die auf Industriebrachen verlotterte Altautos sammeln, um sie nach Afrika oder in den Osten zu verschieben.

    Nein, er gehöre zum Kfz-Handwerk und setze auf Service, biete Reifen- und Ölwechsel, Inspektionen, Tests der Steuergeräte, TÜV-Abnahmen und alles Sonstige rund um Autos der unterschiedlichen Marken. Denn das hat er gelernt.

    Nach der mittleren Reife begann er, 18-jährig, eine Lehre bei Opel-Wittmann in Kirn, arbeitete später auch im benachbarten Betrieb CN-Automobile. Und er ging seinen Meisterbrief an. Das bedeutete, ein Jahr lang montags bis samstags nach Koblenz zu fahren, um ganztags zu büffeln. Alles mit dem einen Ziel, sich mit einer freien Werkstatt in Bad Sobernheim selbstständig zu machen. Von Anfang an hatte er dafür das Obertor, wo einst eine viel frequentierte Esso-Tankstelle zu finden war, im Blick. Der Teil des Grundstücks, auf dem die Gebäude mit Büro, Lager und der Hebebühne (frühere Waschstraße) stehen und den er braucht, gehört den Sahins, also seiner Tante und seinem Onkel. Sie unterstützten Ümit nach besten Kräften, vor allem im zurückliegenden Jahr des Hoffens; genau wie seine Eltern Ali und Ayse, sein Bruder Murat und Schwester Derya.

    Bis Montagabend, als der Stadtrat das Kfz-Obertor-Thema ein letztes Mal erörterte, musste sich der junge Existenzgründer gedulden – wegen eines Streits, bei dem es angeblich immer um die Frage ging: Darf an dieser Stelle der Stadt ein solcher Autoservice loslegen? Das Scharmützel im Rat, der sich einst mit hauchdünner Mehrheit von elf zu zehn Stimmen gegen den Betrieb wandte, brachte viel lautstarkes Getöse und am Ende das klare Ergebnis: Der Autoservice darf kommen. Auch weil sich Ümit Sevil vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz mit Erfolg gegen den Untersagungsbeschluss der Stadtratsmehrheit zur Wehr setzte. Das alles hat viel Zeit gekostet, ohne jegliche Einnahmen. Grund für den Kfz-Techniker-Meister, nun ohne Verzögerung zu beginnen. Der Sobernheimer Markt könne eine weitere Werkstatt durchaus gut vertragen, findet er. Drei Servicebetriebe gibt es in der Stadt bereits. 40 000 Euro hat Ümit Sevil bis zum heutigen Tag in die Ausstattung seines neuen Betriebs investiert, schaffte unter anderem eine Montier- und eine Wuchtmaschine für Reifen an.

    Das Gebäude hat er vor Monaten in einem Grauton selbst gestrichen. Weitere 40 000 Euro dürften fällig werden, wenn er eines Tages die alten Fenster ausgetauscht und am früheren Esso-Überdach seine Werbung rundum gut sichtbar platziert hat. Doch jetzt soll der Betrieb erst einmal anlaufen und Einnahmen bringen. Danach sind die nächsten Investitionen dran.

    Die skeptischen Stimmen in der Stadt, hier würden ab sofort rund um die Uhr laute Karosserie-Arbeiten erledigt, hat er gehört und kann sie nur schwer nachvollziehen. Ümit Sevil ist sich sicher: „Wenn mein Betrieb erst einmal angelaufen ist, werden die Bedenken ziemlich schnell gegenstandslos sein.“ (mz)

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