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    Bad KreuznachMissbrauch eines Kindes bringt Haftstrafe ein

    Ein FSJ-ler, der seine Grenzen nicht kannte und Sex mit einer 13-Jährigen hatte, muss bitter dafür büßen: Er muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Eine fatale "Liebesbeziehung" endet im Gefängnis.

    Weil ein 21-jähriger Mann in sechs Fällen Geschlechtsverkehr mit einem 13-jährigen Mädchen hatte, verurteilte ihn die Zweite Große Strafkammer des Landgerichts Bad Kreuznach am Mittwoch zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

    Nach zwei vollen Prozesstagen und der Vernehmung zahlreicher Zeugen kam das Gericht unter Vorsitz von Dr. Bruno Kremer zu einem "sehr, sehr eindeutigen Ergebnis", wie dieser in der Urteilsbegründung sagte. Staatsanwalt Sebastian Loch und die Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Kathryn Schmidt, hatten wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes vier Jahre Gefängnis gefordert, der Verteidiger Axel Balzer verlangte einen Freispruch. Der Angeklagte hatte bis zuletzt alle Vorwürfe geleugnet.

    Er nahm seine Aufgaben nicht immer ernst

    Der jetzt Verurteilte absolvierte nach seinem Fachabitur ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Integrierten Gesamtschule in Bad Kreuznach. Als Maßnahmenträger fungierte das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Der junge Mann sollte als Lehrerassistenz, Aufsicht, Verwaltungsgehilfe und in der Spielgeräteausleihe tätig sein. Seine Aufgaben nahm er nicht immer ernst, dafür hatte er allzu engen Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. Er war eher Kumpeltyp als Respektsperson, wie aus diversen Zeugenaussagen hervorging. Man traf sich auch außerhalb des Unterrichts, rauchte zusammen, verkehrte über Handys und Facebook.

    Zum späteren "Opfer" nahm der FSJ-ler engeren Kontakt auf, schrieb einen Liebesbrief, man brachte sich Knutschflecke bei. Um Pfingsten 2013 übernachtete der junge Mann erstmals bei dem Kind. Und eine Nacht später soll es zum ersten Geschlechtsverkehr gekommen sein, zu dem der Mann die Freundin überredete. Gewalt war nicht im Spiel. In den Wochen danach gab es wiederholt Sex in der Wohnung, die das Mädchen und ihre Mutter bewohnten - insgesamt mindestens sechsmal, davon zweimal ungeschützt. Ein Frauenarzt verordnete die Pille danach, weil eine Schwangerschaft möglich schien.

    Viele Widersprüche

    Versuche des Angeklagten, eine eigene Version vom lediglich freundschaftlichen Kontakt glaubhaft zu machen, scheiterten an seinen eigenen Widersprüchen und den Zeugenaussagen diverser Freundinnen und Freunden der beiden Beteiligten. Auch wenn diese nicht immer schlüssig und in zumindest einem Fall zweifelhaft waren, trugen sie im Gesamtbild zur klaren Urteilsfindung bei.

    Erschwerend kam hinzu, dass der 21-Jährige an der Schule mehrfach durch seine Distanzlosigkeit gegenüber den Kindern aufgefallen war, zudem kursierten Beobachtungen und Mutmaßungen über Mädchen auf seinem Schoß, Berührungen, inner- und außerschulische Verfehlungen. Lehrer und Schulleitung gaben im Prozess insgesamt ein wenig überzeugendes Bild ab. Gleiches gilt für einen Schulsozialarbeiter und eine Familienpflegerin des Jugendamtes. Auffälligkeiten wurden zwar besprochen, aber Konsequenzen wurden nicht gezogen, weil Zuständigkeiten nur hin und her geschoben wurden. "Alle Alarmglocken hätten schrillen müssen, aber nichts geschah", sagte Richter Kremer unmissverständlich in Richtung der Verantwortlichen.

    Weil alle Kontrollmöglichkeiten versagten - inklusive der Mutter, der die Erziehungsfähigkeit fehlt, weshalb die Tochter inzwischen in einer betreuten Wohngruppe in Alzey lebt, wurde dem jungen Mann sein Tun leicht gemacht. Dies wurde jetzt erneut zum Vorteil für ihn und führte zur Strafminderung.

    Zur Anzeige kam es im Übrigen erst, als das Kind im August 2013 aus der Wohngruppe abgehauen und in Bad Kreuznach aufgegriffen worden war. Bei der polizeilichen Vernehmung kam der sexuelle Kontakt in der etwa sechswöchigen Liebesbeziehung vom Sommer 2013 heraus - und die Ermittlungen nahmen ihren Lauf. Der Vernehmungsbeamte sagte im Prozess ebenso aus wie ein Frauenarzt und eine Kinderärztin, bei denen das Mädchen in Behandlung war.

    Rainer Gräff

    Bad Kreuznach
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