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    BingenLemke will sich nicht ausbremsen lassen

    Die Energiewende im Land schreitet flott voran und war zentrales Thema des Energietags Rheinland-Pfalz in Bingen.

    Prof. Dr. Ralf Simon von der Transferstelle Bingen (links) und Ministerin Eveline Lemke informieren sich bei Aussteller Frank Hallfell. 
Foto: Rainer Gräff
    Prof. Dr. Ralf Simon von der Transferstelle Bingen (links) und Ministerin Eveline Lemke informieren sich bei Aussteller Frank Hallfell.
    Foto: Rainer Gräff

    Bingen - Zum 15. Mal trafen sich Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zum Energietag Rheinland-Pfalz auf dem Gelände der Fachhochschule in Bingen.

    Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, fand bei ihrer Eröffnungsrede deutliche Worte in Richtung Bundespolitik. "Die Ziele der Landesregierung sind ambitioniert: Bis 2030 soll unser Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen", sagte die Grünen-Politikerin. Und: "Ich bedaure sehr deutlich, dass die Bundesregierung da bisweilen ein anderes Bild abgibt."

    Dem Bundesumweltminister Peter Altmeier gingen die Länder offensichtlich zu schnell voran. Doch mit dem vorgelegten Ausbautempo folge man dem Marktgeschehen, so Lemke: "Will Altmeier den Markt bremsen?" Defizite sieht die Landesministerin beim Problem der Stromnetze. Hier sieht sie eine "klare Verantwortung" bei der Bundesnetzagentur, die sich weigere, zügig Verträge mit Anbietern abzuschließen - was beispielsweise auch auf die Vorhaltung von Reservekraftwerken (wie bei den Stadtwerken Mainz-Wiesbaden) Auswirkungen habe. Lemke warnte eindringlich vor vorschnellen Eingriffen in die "Preisarchitektur" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Es bestehe die Gefahr, die Planungssicherheit zu gefährden. 2013 sieht sie für die Politik als ein geeignetes Jahr an, um - in Wahlkampfnähe - die energiepolitischen Ziele zu konkretisieren.

    Prof. Dr. Ralf Simon, Wissenschaftlicher Leiter der Transferstelle Bingen als Mitveranstalter des Energietages, verurteilte das Schüren von Ängsten in Sachen Energiewende als "mediales Sommertheater". Die existenzielle Frage laute nicht, ob wir uns die Energiewende leisten könnten, sondern "Können wir es uns leisten, keine Energiewende zu schaffen?".

    Bevor Eveline Lemke die Präsentation der rund 40 Aussteller im Messezelt besuchte, skizzierte sie vor rund 350 Besuchern des Energietags den Stand der Dinge im Energiewendeland Rheinland-Pfalz. Mittlerweile gebe es 60 000 Energieakteure im Land. Die Dynamik im Markt sei riesengroß und rasanter als vorab gedacht. Die Energiewende trage dazu bei, Besitz und Vermögen umzuverteilen, sagte Lemke.

    Im Land werde die Energiewende sichtbar. Die Ministerin stellte klar, dass die vorgesehene Verneunfachung des Windenergieanteils auf 70 Prozent keineswegs eine Verneunfachung der Anlagen bedeute. Vielmehr sei hier von einem Faktor von 2,35 auszugehen - es gebe also am Ende gut doppelt so viele Anlagen wie Ende 2011.

    "In der Lenkung wurde einiges versäumt", räumte Lemke ein. Die Regionalen Planungsgemeinschaften hätten die Energiewende besser vorbereiten können, meinte sie kritisch. Deshalb sei man dabei, den Landesentwicklungsplan neu aufzulegen - inklusive "nicht allzu großer" Ausschlussflächen. Die Kommunen sollen weiter Impulskraft entfalten können, versprach die Politikerin. Worte, die Gemeindevertreter wie Beigeordneter Volker Lorenz aus der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach oder Bürgermeister Uli Mönch und Beigeordneter Michael Hanne aus Bingen mit Interesse hörten. Ein weitere Aspekt war der Ministerin wichtig: Ohne die Aspekte Effizienzsteigerung und Einsparung beim Stromverbrauch funktioniere die Energiewende nicht.

    Wie man mit Energie sinnvoll umgeht, welche Konzepte, Ideen, Fördermöglichkeiten, Geschäftsmodelle und wissenschaftliche Entwicklungen es gibt, zeigten die 40 Aussteller im großen Zelt. Hier wurden Kontakte geknüpft und Ideen geholt. Die Fachvorträge des Tages deckten ein breites Spektrum von der neuen Landesenergieagentur bis zu Themen wie Contracting, Urban Mining, Energie-Direktvermarktung, E-Mobilität oder Stoffstrommanagement von Abfällen ab.

    Rainer Gräff

    Bad Kreuznach
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