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Landesstraße 182 ist jetzt fällig

Kirn/Rhaunen/Meisenheim - Vier Bürgermeister regen Sanierung der vielbefahrenen Straße an und richten einen Hilferuf an die Landesregierung

 Vier Bürgermeister machen gemeinsame Sache für die Verbesserung der Infrastruktur zwischen den Verkehrsadern B 41, B 50 und B 420: Als Verbindung und zweite wichtige Lebensader fungiert die Landesstraße 182 zwischen Meisenheim und Rhaunen. Diese zunehmend vom Schwerverkehr frequentierte und malträtierte Straße ist in teils erbärmlichem Zustand. Die Bürgermeister Werner Müller (VG Kirn Land), Martin Kilian (Kirn), Dietmar Kron (Meisenheim) und Georg Dräger (Rhaunen) haben gestern gemeinsam die Initiative ergriffen und richten die dringende Bitte an die Landesregierung, die Straße vordringlich zu sanieren. „Hinter Hahnenbach Richtung Rudolfshaus ist der Zustand furchterregend. Die Fastnachter spotteten schon, man sollte die Trasse unter Denkmalschutz stellen“, merkt Werner Müller an. Das gleiche gilt für den Abschnitt zwischen Hundsbach und Jeckenbach, ergänzt Dietmar Kron. Dort ist die Straße teils abgesackt, auf etlichen Kilometern schlicht mangelhaft.

Georg Dräger verweist darauf, dass zwischen Rhaunen und Sohren der Zustand gut ist, und der Abschnitt bei Gösenroth für 2018 auf der Sanierungsliste steht. Zwischen Rudolfshaus und Rhaunen gibt's aber erheblichen Bedarf. Auch ein Einfachausbau mit Abfräsen und Aufbringen einer Dünnschicht sei zu wenig. Das werde im Bereich vor Rudolfshaus entlang der Felswand gar nicht funktionieren, meint Georg Dräger.

In der Stadt Kirn ist die L 182 ebenfalls kaputt, doch immerhin in der Obersteiner Straße Land in Sicht. Bürgermeister Martin Kilian dankt Landesbetrieb und Landesregierung, dass es innerhalb des im Mai beginnenden Ausbaus der Obersteiner Straße gelang, die L 182 mit 2,2 Millionen Euro Landesmitteln zu integrieren. Gleichwohl ist die Straße im Abschnitt Kallenfels recht marode.

empo 50 gilt schon abschnittsweise auf der L 182 zwischen Hahnenbach und Rudolfshaus. Dabei fahren hier Tausende Berufspendler täglich. Die Bürgermeister der Region machen sich dafür stark, dass die viel befahrene Straße möglichst bald ertüchtigt wird, damit der zunehmende Verkehr bewältigt werden kann.
empo 50 gilt schon abschnittsweise auf der L 182 zwischen Hahnenbach und Rudolfshaus. Dabei fahren hier Tausende Berufspendler täglich. Die Bürgermeister der Region machen sich dafür stark, dass die viel befahrene Straße möglichst bald ertüchtigt wird, damit der zunehmende Verkehr bewältigt werden kann.
Foto: Armin Seibert

Wo vordringlich der Hebel angesetzt werden soll, das will das Bürgermeister-Quartett dem LBM überlassen. Der mache regelmäßige Untersuchungen und nehme Einstufungen nach Beschädigungsgrad vor. Klar ist aber: Allzu lange sollte man nicht warten, denn die Straße wird extrem vom Schwerverkehr belastet, und der nimmt ständig zu. Hinzu kommen rund 2000 Fahrzeuge, die wegen der Sperrung der Straße nach Bergen über die L 182 rollen. Um die Maut zu sparen, fahren hier viele Brummis künftig ebenfalls hier. Deshalb sei es nicht nur wichtig, die Hunsrückspange zu fordern, sagt Werner Müller. Diese sei bei optimistischer Einschätzung wohl erst in zehn Jahren realisierbar.

Ein Aspekt ist neben der Infrastruktur für die Region auch der Tourismus. Georg Dräger bringt den geplanten Bike-Park ins Spiel, der bis zu 50.000 Gäste im Jahr anlocken soll. Und wer als Tourist in Meisenheim die Altstadt und in Bundenbach die Schiefergrube besucht, der nutze die L 182 und werde von ihr im jetzigen Zustand abgeschreckt.

In einem Brief an den Landesbetrieb Mobilität wollen die vier Bürgermeister die Dringlichkeit des Projekts detailliert beschreiben. Mit Geschwindigkeitsbeschränkungen und Einschränkungen für den Schwerverkehr sei es nicht getan, betonen die Kommunalpolitiker. Schließlich will man ja, wenn demnächst der Flughafen Hahn ausgebaut werden soll, dorthin Material liefern und an der Wertschöpfung teilhaben. Die L 182 sei auch für das heimische Handwerk wichtig, betont Werner Müller, denn viele Betriebe haben auch Aufträge im Trierer und Luxemburger Raum. Armin Seibert

Kirn
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