40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Giftköder geschluckt: Labrador Miro hat knapp überlebt
  • Giftköder geschluckt: Labrador Miro hat knapp überlebt

    Grumbach -  Zwei tote Chihuahuas und ein lebensgefährlich verletzter Labrador, dazu drei tote Vögel und ein toter Fuchs in den Gemarkungen rund um Grumbach: Vieles spricht dafür, dass die Tiere vergiftet wurden. Doch von wem? Und geschah es mutwillig oder unabsichtlich? Die Polizei ermittelt aufgrund der Tatbestände der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie wegen Sachbeschädigung.

    Foto: Martin Köhler

    Ein Opfer der Giftköder-Attacken war Labrador-Rüde Miro. Der schwarze, neunjährige Prachtkerl gehört Wolfgang Emrich (58) aus Grumbach. Es war am Sonntag, 4. März, als sie auf Kappeler Gemarkung spazieren gingen, und Miro zurückblieb, um zu schnuppern. Dann sahen sie, wie er „unansehnliches, faseriges Fleisch“ im Maul hatte, erinnerte sich Wolfgang Emrich an diese Szene.

    Wenige Meter danach entdeckten sie einen toten Fuchs am Wegrand. Bald darauf begann sich Miro dramatisch zu verändern. Er torkelte, hatte Schaum vor dem Mund, flüchtete und verkroch sich, gab später am Tag blutige Ausscheidungen und auch blutigen Schleim von sich. Das Drama zog sich über mehrere Stunden hin, doch Wolfgang und seine Frau Jutta Emrich zogen bald die richtige Konsequenz und fuhren zur Tierklinik in Bretzenheim bei Bad Kreuznach.

    Der Labrador erlitt schreckliche Krämpfe. „Es war nicht fünf, es war zwei vor zwölf als wir in Bretzenheim ankamen“, berichtete Jutta Emrich. Miro habe nur noch gezuckt. Die Tierärzte reagierten vorbildlich, pumpten ihm sofort Magen und Darm aus; spritzten ihm Aufbaupräparate.

    Miro überlebte vermutlich nur, weil er solch ein starker, großer Hund war, schätzt Familie Emrich. „Er ist für uns ein Familienmitglied. Es stand außer Frage, nichts zu tun. Egal, wie viel es kosten würde, wir wollten ihn retten“, berichtete die Hundehalterin. Unglücklicherweise habe die Klinik nicht feststellen können, was ihn da so in Mitleidenschaft gezogen hat – Hunde hätten eine zu schnelle Verdauung. Inzwischen hat Wolfgang Emrich Anzeige bei der Polizei erstattet, während Rüde Miro fast wieder der „Alte“ sei. Es müsse verhindert werden, dass noch mehr Tiere Opfer werden.
    Eine heiße Spur zu dem oder den Tätern gebe es noch nicht, berichtet Lautereckens Polizeiinspektionsleiter Arno Heeling. Die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern nehme den Fall recht Ernst, wie die angeordnete Sektion der Chihuahuas zeige. Sobald deren Todesursache feststeht, sei man einen Schritt weiter, so Heeling.

    Die Indizien sprächen für eine Vergiftung durch ein strenges Pflanzenschutzmittel. „Doch wenn Gift als Todesursache bestätigt wird, muss man abwarten, wie uns das in den Ermittlungen weiterhelfen kann.“ Es gelte festzustellen, ob die Todesursache der drei aufgefundenen Rotmilane und der beiden Hunde die gleiche ist.

    Der Erste Polizeihauptkommissar rät allen im Bereich Grumbach, Kappeln und Merzweiler, die Hunde vorerst nur noch angeleint Gassi zu führen und sie stets im Auge zu behalten, wenn sie irgendwo schnüffeln. Auf keinen Fall sollten die Tiere derzeit etwas aufnehmen.
    Den gleichen Rat erteilte auch Veterinär Dr. Jürgen Feind von der Kreisverwaltung Kusel. Auch er wartet gespannt auf das Ergebnis der Sektion der Chihuahuas.
    Bei einer Sektion werden die inneren Organe der toten Tiere gesichtet und detailliert nach Veränderungen abgesucht. Verschiedene Proben würden entnommen und dann in einem speziellen Labor in München analysiert.

    Erfahrungsgemäß dauere es bis zu 14 Tage, ehe solch ein Ergebnis vorliege, informierte der Tierfachmann auf besorgte Nachfragen der Halter. Nach den Beschreibungen der Tierklinik in Bretzenheim, die ihm vorliegen, zu urteilen, sei von einer Vergiftung mit „Phosphorsäureester“ oder ähnlichen Verbindungen auszugehen. Diese Säure ist Bestandteil des bekannten Pflanzenschutzmittels E605.
    Dr. Jürgen Feind gibt Katzenhaltern Entwarnung: Auch sie sollten vorsichtig sein, müssten sich aber weniger sorgen: „Katzen sind von Natur aus vorsichtiger als Hunde. Riecht irgendetwas schlecht, gehen sie gar nicht erst näher dran.“ Martin Köhler

    Oeffentlicher Anzeiger bei Facebook
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    14°C - 23°C
    Donnerstag

    14°C - 25°C
    Freitag

    12°C - 21°C
    Samstag

    10°C - 18°C
    Alla dann!

    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige