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    Bad Kreuznach Für Naheabfluss fallen Bäume an der Pauluskirche

    Wenig Probleme machte das Hochwasser zum Jahresbeginn an Nahe und Nebenbächen. Dennoch wird es einige Optimierungen geben, kündigte Michael Kohlhaas von der SGD Nord an.

    Die Badebrücke an der Kaiser-Wilhelm-Straße war von Hochwasser-Experten als neuralgischer Punkt ausgemacht worden, doch das Hochwasser stieg nicht so stark wie befürchtet. Die Wassernase am Elisabethenwehr hatte gewirkt wie geplant.
    Die Badebrücke an der Kaiser-Wilhelm-Straße war von Hochwasser-Experten als neuralgischer Punkt ausgemacht worden, doch das Hochwasser stieg nicht so stark wie befürchtet. Die Wassernase am Elisabethenwehr hatte gewirkt wie geplant.
    Foto: Armin Seibert

    Bad Kreuznach - Wenig Probleme machte das Hochwasser zum Jahresbeginn an Nahe und Nebenbächen. Dennoch wird es einige Optimierungen geben, kündigte Michael Kohlhaas von der SGD Nord an. 

    An der Guldenbachmündung liegt noch einiges Treibholz vom vergangenen Hochwasser. Es stellt sich die Frage, wer für die Beseitigung aufkommt und ob das Holz sinnvoll verwendet werden kann - beispielsweise für  Hackschnitzel.
    An der Guldenbachmündung liegt noch einiges Treibholz vom vergangenen Hochwasser. Es stellt sich die Frage, wer für die Beseitigung aufkommt und ob das Holz sinnvoll verwendet werden kann - beispielsweise für Hackschnitzel.
    Foto: Armin Seibert

    Das Hochwasser an Nahe und Glan und deren Nebenbächen ist fast folgenlos für die Anrainer abgerauscht. Vielfach erinnern noch teils sehr dickes Treibholz und Angeschwemmtes an Bäumen oder in Zäunen an die Höhe der braunen Flut. Am Glan erreichten die Pegel immerhin eine Höhe, wie sie gewöhnlich nur alle 50 Jahre vorkommt, an der Nahe war es ein „zwanzigjährliches“ Hochwasserereignis, bilanziert der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft der SGD Koblenz, Leitender Baudirektor Michael Kohlhaas.

    Erfreulich: Die Schutzvorkehrungen haben gehalten, es gab kaum unliebsame Überraschungen. Der große Polder nördlich der Umgehungsstraße läuft voll, wenn 900 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen – so kam's nicht. Die Höchstmenge wird erst anhand der Pegelstände ermittelt, sagt Kohlhaas. 1993 waren sekündlich 1000 Kubikmeter durch Kreuznach geschossen. So viel soll der neue Hochwasserschutz bewältigen. Der Pegel läge dann bei 8 Metern. Diesmal war bei 7,14 Metern Schluss.

    Für viele Hochwasserexperten der Stadt war das Fließverhalten am Elisabethenwehr ein Aha-Erlebnis. Schon bei der Planung vor 15 Jahren hatte die Uni Karlsruhe beim 60 Meter langen Modell nachgewiesen, das durch die „Nase“ am Würfelnatterhotel der Mühlenteich entlastet wird. Viele glauben es nicht, machten die Badebrücke als Schwachpunkt aus. Tatsächlich stieg das Wasser dort aber weniger schnell als am Nahe-Hauptstrom.
    1993 und 1995 war die Kreuznacher Innenstadt als „Retentionsraum“ überströmt.

    Das ist dank der Schutzbauten vorbei. Doch den Abfluss gelte es zu optimieren, sagt Kohlhaas. Dafür sollen in Höhe der Pauluskirche Bäume fallen, kündigt er an. Zweite Konsequenz: Der Nahedamm bei Hochstetten wird ertüchtigt. In Kirn, Sobernheim, Norheim, wo nachgebessert worden war, hat der Hochwasserschutz gehalten, auch unterhalb von Bad Kreuznach blieb die Flut beherrschbar. Pumpaktionen in Bretzenheim (Kanal) und Langenlonsheim (Kläranlage) sorgten aber für Stress bei den Feuerwehren. Wäre die Flut höher gestiegen, hätte der Polder an der B 41 die Spitzen gekappt. Daher sieht Kohlhaas es als unkritisch für Unterlieger, dass die Sportstätten trocken blieben. So hoch wie in der Stadt dürften Dämme aber nicht werden, betont er. A und O beim Hochwasserschutz seien Siedlungen. Der Sport sei ein Mittelding. Wenn eine gewisse Höhe erreicht ist, müssen Schwimmbad und Stadion geflutet und zu Retentionsraum werden.

    Für Anlieger haben sich die Pegel an Nahe und Glan bewährt, die Rückschlüsse auf die Fluthöhe geben. Bei der Nahe sei aber wegen kurzer Fließstrecken keine „Punktlandung“ für Prognosen möglich. Kohlhaas: „Für sechs Stunden ist es sicher, dann steigt die Bandbreite.“ Am Rhein sei das einfacher. Wenn auch weitere Pegel kaum neue Rückschlüsse bringen, denkt man doch über deren Einrichtung nach.

    Die Bewohner möchten sehen, wo sind dran sind. So soll in Meisenheim eine Wasserstandsanzeige gebaut werden, die den Bezug auf die Pegel Odenbach und Eschenau herstellen. Auch am Ellerbach gibt es kurz vor der Kreuznacher Stadtgrenze einen neuen Pegel. An der Mündung in die Nahe soll übrigens ebenfalls zur Abflussoptimierung einiges abgeholzt werden. Kohlhaas: „Das übernimmt die Stadt.“


    Bei der Frage, wer die hölzernen Hinterlassenschaften entfernt, will die ADD-Wasserwirtschaft unbürokratisch vorgehen. Kohlhaas: „Eigentlich gehört ein dicker Treibholzbaum dem Eigentümer, aber wer will den ermitteln?“ Im Flussbett wäre die Wasserwirtschaft, an den Ufern die Kommune zuständig. Da liegt tonnenweise Holz, das auf den Schredder wartet. Vielleicht kommen wertvolle Hackschnitzel raus, die dem Kreis beim Heizen der Schulen helfen?

    Bad Kreuznach
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