40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Freie Wähler: „Wir sind die Alternative zu Klüngel und Filz“
  • Freie Wähler: „Wir sind die Alternative zu Klüngel und Filz“

    Bad Kreuznach. Bundesvorsitzender Huber Aiwanger unterstützte die Landtagskandidaten der Freien Wähler, Dr. Herbert Drumm und Petra Berger-Kauffmann, beim Wahlkampf im Kreuznacher Haus des Gastes.

    Dr. Herbert Drumm (links, Wahlreis 17) und Petra Berger-Kauffmann (Wahlkreis 18) mit Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzendem der Freien Wähler, am Samstagabend im Bad Kreuznacher Haus des Gastes.
    Dr. Herbert Drumm (links, Wahlreis 17) und Petra Berger-Kauffmann (Wahlkreis 18) mit Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzendem der Freien Wähler, am Samstagabend im Bad Kreuznacher Haus des Gastes.

    Bad Kreuznach. Sie müssen sich sputen. Noch 14 Tage bis zum 13. März, und die Freien Wähler (FW) werden in Umfragen bei rund 2,5 Prozent gesehen. Das reicht nicht für den Einzug in den Landtag. Und so setzten die Kandidaten Dr. Herbert Drumm (67, Wahlkreis 17, Bad Kreuznach) und Petra Berger-Kauffmann (56, Wahlkreis 18, Monzingen) auch auf Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger (45), studierten Landwirt, aus dem bayrischen Landshut. Am Samstagabend erläuterte Aiwanger, gegen 16.30 Uhr in Bad Kreuznach von einer Wahlrede an der Trierer Porta Nigra eintreffend, FW-Positionen in freier und 50-minütiger Rede.

    Im Haus des Gastes folgten ihm, nachdem sich die beiden lokalen Kandidaten kurz vorgestellt hatten, rund 50 Interessierte, darunter auch Hausherr Dr. Michael Vesper, gerade aus der SPD ausgetretener Chef der Kreuznacher Gesundheits- und Tourismus GmbH, und Bürgermeister Wolfgang Heinrich (CDU). Heinrich begleitete Aiwanger samt Dr. Drumm und Peter Berger-Kauffmann anschließend zum Essen in Hackenheim, bevor der FW-Bundesvorsitzende wieder den Heimweg ins 453 Kilometer entfernte Landshut antrat.

    Wird Hubert Aiwanger, der mit der Landrätin (38) des Kreises Regensburg verheiratet ist, einen dreijährigen Sohn hat, mit 18 weiteren Freien im bayrischen Landtag sitzt (2008: 21) und seit 2010 die Bundes-Freien mit rund 6500 Mitgliedern führt, auch von Kabarettisten öfter als andere Politiker aufs Korn genommen, so trat er in Bad Kreuznach sicher auf. Seine Inhalte bewegen sich „pragmatisch“ zwischen den Ansätzen von CDU, SPD FDP und Grünen – und machen die Landes- wie Bundes-Freien grade deshalb wählbar für „Stammkunden“ der anderen politischen Lager? Das Ergebnis am 13. März wird's zeigen.

    Dr. Herbert Drumm und Petra Berger-Kauffmann betonten den Vorteil der Freien Wähler, vor allem der eigenständigen Freien Wählergemeinschaften vor Ort: Sie seien näher als alle anderen Parteien an den Menschen und wirklich an der Basis aktiv. Sie forderten mehr Personal für Polizei und Justiz (Staatsanwaltschaften und Gerichte) und kritisierten die „gigantische Geldverschwendung im Land“. Beide wollen die Kommunen stärker fördern. Am 14. März sei es mit Rot-Grün vorbei, doch komme man mit der CDU vom Regen in die Traufe, sagte Dr. Drumm. Die „echte Alternative gegen Klüngel und Filz sind nur die Freien Wähler“. Hubert Aiwanger sieht das genauso; hier einige seiner politischen Grundsatzthemen:

    Bildung: Kleine Klassen, mehr Lehrer. Es gelte, junge Mütter zu unterstützen und die Betreuungsplätze in Kindergärten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Bachelor und Master seien okay, ersetzten aber nicht das Diplom. Den Handwerksmeister müsse man erhalten.

    Flüchtlinge: Die Menschen individuell sehen und aufnehmen – ja. Aber wenn der Krieg vorbei sei, müssten sie zurück in ihre Heimat, um sie wiederaufbauen zu helfen, so Aiwanger, der das Beispiel Balkan nannte und angesichts 770 000 unbearbeiteter Asylbewerberfälle an die angespannte Wohnungssituation in den Städten erinnerte.

    TTIP: Das Handelsabkommen fördere einen enthemmten Welthandel, gehe am Ende auch zu Lasten der Kommunen und lasse unterschiedliche Sozialsysteme aufeinanderprallen: „Müs-sen wir dann auch Aufträge nicht mehr nur EU-weit, sondern auch in den USA ausschreiben? Müssen wir in Konkurrenz zu den USA treten, wo Vieles mit unterbezahlten mexikanischen Hilfskräften ohne Sozialversicherung ausgeführt wird?“

    Infrastruktur: Scharf kritisierte Aiwanger eine mögliche Privatisierung der Trinkwasser-Versorgung, der Krankenhaus-Wirtschaft und der Autobahnen, die von Konzernen übernommen werden sollen. Der FW-Chef: „Bäte man die Bürger um Anleihen, der Staat bekäme mehr Geld als er verbauen könnte.“ Diese drei hoheitlichen Aufgaben gehörten in die Hände des Staates.

    Streikrecht: Ob Lehrer, Lokführer oder Postboten: Alle drei will Hubert Aiwanger weiter von beamteten Mitarbeitern dominiert sehen, um die Abläufe, etwa in Schulen oder beim Personen- wie Güterverkehr, sicherzustellen; die nämlich sieht er auch durch das Streikrecht Angestellter in Gefahr.

    Volksbefragungen: Aiwanger nannte das bayrische Modell, bei dem das Ergebnis solcher Befragungen immer wieder so hingebogen werde wie man es grade brauche. Er votiert für echte Volksabstimmungen, weil man mit ihnen an den Stellschrauben der Politik drehen könne. Und er kokettierte eifrig mit der Basis: „Wir kleinen Würstchen müssen uns zusammentun, um unsere Stimme hörbar zu machen.“

    Dr. Herbert Drumm: Kreuznacher CDU ein "führungsloser Trümmerhaufen"

    „Bad Kreuznach, das ist schon eine ganz besondere Stadt. Nicht nur, dass wir drei Bistümer und drei evangelische Landeskirchen auf unserem Territorium vereinen. Mit der fusionsbedingten Eingemeindung von Ebernburg haben wir sogar auch ein Stück Bayern annektiert und so kann ich auf preußischem Boden den Bayern Hubert Aiwanger begrüßen“. Dr. Herbert Drumm, einst Christdemokrat und seit zehn Jahren im Kreuznacher Stadtrat, ging am frühen Samstagabend vor den Freien Wählern im Haus des Gastes auf die aktuelle politische Situation ein.

    Bad Kreuznach beschrieb er als „Schreckgespenst für das kommende Mainz“: Man habe momentan eine Große Koalition, die diesen Namen nicht verdiene. Oft zerstritten und kaum handlungsfähig raufe sie sich nur dann mühsam zusammen, wenn es um Posten und Verschleierungstaktiken gehe. Wirklich weiterführende, der Sache und der Stadt dienende Ideen kämen meist von den kleinen Parteien. Und: Bad Kreuznach habe eine SPD-Oberbürgermeisterin, „die hochherrschaftlich regieren will, aber nicht in der Lage ist, ihre Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen – und das in einer Stadt, in der Malu Dreyer einmal Bürgermeisterin war“. Aber der „schrecklichste der Schrecken ist die CDU in ihrer Selbstzerstörung. Ein einziger führungsloser Trümmerhaufen, der verkommen ist zum Steigbügelhalter der Meurer-Partei – und das in der Heimat, im Wahlkreis einer Julia Klöckner“, wetterte Dr. Drumm vor den Freien Wählern. mz

    Anzeige
    x
    Top Angebote auf einen Klick
    Oeffentlicher Anzeiger bei Facebook
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Sonntag

    17°C - 33°C
    Montag

    15°C - 26°C
    Dienstag

    14°C - 26°C
    Mittwoch

    15°C - 28°C
    Alla dann!

    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige