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  • MainzFestivalkult auf der Zitadelle: Vier Tage sind Fans wieder ganz Ohr

    Es wird wieder voll über Pfingsten auf der Mainzer Zitadelle. Das Open Ohr Festival hat auch bei seiner 43. Auflage nichts von seiner Anziehungskraft verloren. „Wir haben im Vorverkauf bereits über 2200 Karten abgesetzt“, verkündete der Mainzer Jugendamtsleiter Marcus Hansen bei der Vorstellung des aktuellen Programms. „Wir gehen davon aus, dass wir am Freitagabend schon ausverkauft sind. Ab einer gewissen Zahl an Zuschauern müssen wir die Türen dicht machen.“

    Ganz entspannt ging es im Vorjahr bei Erwin & Edwin aus Wien auf der Bühne am Drususstein zu.  Fotos: Gert Adolphi
    Ganz entspannt ging es im Vorjahr bei Erwin & Edwin aus Wien auf der Bühne am Drususstein zu. Fotos: Gert Adolphi
    Foto: Gert Adolphi

    Maximal 8800 Menschen dürfen sich aus Sicherheitsgründen zugleich auf dem Festivalgelände befinden. Da sich aber immer ein Teil der Besucher auf den angrenzenden Zeltplätzen aufhält und eine begrenzte Anzahl an Tageskarten ausgegeben wird, rechnet die Stadt mit insgesamt 11.000 bis 12.000 Zuschauern an den vier Tagen von 2. bis 5. Juni.

    Das Open Ohr war nie ein reines Konsumfestival zum Zurücklehnen und Zuhören. Der Anspruch, die politische Meinungsbildung zu fördern, Denkanstöße zu geben und die Besucher zu ermuntern, sich selbst an Diskussionen zu beteiligen, steht weiter im Mittelpunkt. „Wegwerfware Mensch“ lautet das Motto 2017. Der Komplex umfasst Zwangsprostitution ebenso wie die Arbeitsbedingungen bei der Textilproduktion in – überwiegend asiatischen – Billiglohnländern und andere Formen der modernen Sklaverei.

    Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, was ein Menschenleben wert ist. „Das ist kein locker-flockiges Wohlfühlthema“, sagte Jochen Lamb von der freien Projektgruppe. „Bis zu 46 Millionen Menschen sind davon betroffen.“ Phänomene und Ursachen dieser Missstände seien in den Medien und dem Bewusstsein der Menschen nicht ausreichend präsent. Einen Einstieg in die Problematik bietet die Podiumsdiskussion am Samstag. Die Projektgruppe geht aber auch neue Wege. So diskutieren Mitglieder des Debattierclubs Johannes Gutenberg am Montag unter der Überschrift „Der Kaffee ist faire trade! Was hat mein Lebensstil mit Sklaverei zu tun?“ über unseren Konsum und seine Hintergründe. Am Ende entscheidet das Publikum, welche Argumente am überzeugendsten waren.

    Letztmals ist Kurt Merkator (Zweiter von rechts) als Dezernent für das Open Ohr mitverantwortlich. Mit (von links) Jochen Lamb, Saskia Feretti, Moritz Hofmann, Laura Werner, Christin Dauborn und Diane Ackermann von der freien Projektgruppe präsentiert er das Festivalplakat.
    Letztmals ist Kurt Merkator (Zweiter von rechts) als Dezernent für das Open Ohr mitverantwortlich. Mit (von links) Jochen Lamb, Saskia Feretti, Moritz Hofmann, Laura Werner, Christin Dauborn und Diane Ackermann von der freien Projektgruppe präsentiert er das Festivalplakat.
    Foto: Gert Adolphi

    15 Podien und Vorträge, 14 Wortbeiträge und Lesungen sowie sechs Theaterstücke beleuchten das Festivalmotto von verschiedensten Seiten. Zudem werden zehn Filme oder Kurzfilme gezeigt. So wird in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 0 Uhr auf der Open-Air-Bühne am Drususstein „Das Frauenhaus von Rio“, ein deutscher Stummfilm von 1927 über Mädchenhandel, aufgeführt. Stummfilm-DJ D’Dread begleitet die Vorstellung mit zeitgenössischen Klängen.

    Spaß und Vergnügen kommen bei aller Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. 23 Bands treten von Freitag bis Montag auf den verschiedenen Bühnen auf und bieten ausreichend Möglichkeit zum Tanzen und Chillen.

    Bei der Musik hat sich die Projektgruppe um größtmögliche Bandbreite bemüht. Die englische Powerfrau Natalie Findlay eröffnet am Freitag die Konzerte auf der Hauptbühne. Am Samstagmittag bieten Ebo Taylor und seine Band am Drususstein Afropop dar. Der 80-Jährige reist speziell für das Open Ohr von Ghana aus an. Taylor ist wohl der letzte noch aktive Vertreter der modernen Musik seines Kontinents. Topacts am Sonntag sind das französische Duo The Inspector Cluzo sowie der deutsche Punksänger Adam Angst. Kraftvollen Folk bieten Broom Bezzums am Drususstein schon zur Frühstückszeit. Les Yeux d'la Tête heizen den Besuchern am Montag zum Abschluss noch einmal ein.

    Vier Kabarettvorstellungen runden das Programm ab. Doch nur zwei von ihnen finden zur gewohnten Zeit um Mitternacht im großen Zelt statt. Auf Wunsch des Publikums gibt es zweimal schon am Mittag Auftritte. Unter anderem präsentiert die Schweizerin Hazel Brugger, Gewinnerin des Deutschen Kleinkunstpreises, ihr Programm „passiert“. Insgesamt stehen an den vier Tagen 70 Programmpunkte zur Auswahl.

    Die Bedeutung des Open Ohr hat internationale Anerkennung gefunden. Die European Festivals Association, die alle zwei Jahre Veranstaltungen dieser Art auszeichnet, hat dem Mainzer Festival das renommierte Label EFFE (Europe for Festivals – Festival for Europe) verliehen. 

    Von unserem Mitarbeiter Gert Adolphi
     

    Karten im Vorverkauf

    Vorfinanziert wird das Open Ohr durch eine Ausfallbürgschaft der Stadt Mainz in Höhe von 360.000 Euro. Dazu kommen noch einmal 50.000 bis 60.000 Euro, die Sponsoren beisteuern. „Mit diesem Betrag müssen wir auskommen“, sagte Kurt Merkator, der letztmals verantwortlicher Dezernent ist.

    Neben gestiegenen Gagen schlagen höhere Ausgaben für höhere Infrastrukturausgaben für Umwelt- und Denkmalschutz zu Buche. Trotzdem bleiben die Preise stabil. Die Dauerkarte kostet im Vorverkauf 36,20, an der Tageskasse 40 Euro. Mit Zeltplatz erhöht sich der Preis auf 56 beziehungsweise 58 Euro. Tageskarten für Freitag, Samstag oder Sonntag werden für 23 Euro verkauft, für den Montag für 11 Euro. Besitzer eines Sozialausweises zahlen die Hälfte. Kinder bis 13 Jahre haben freien Eintritt. Ausführliche Infos zu Vorverkauf und Programm sind auf der Internetseite www.openohr.de zu finden.

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