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  • LangenlonsheimFarben Schulz: Teamsportler auf heißem Markt

    Fußball, immer wieder Fußball. Der Ballsport begleitet Michael Schulz (49) schon sein ganzes Leben. Der Geschäftsführer des in Langenlonsheim ansässigen, aber aus Bad Kreuznach stammenden Familienunternehmens, der Schulz Farben- und Lackfabrik GmbH, blieb quasi in doppelter Hinsicht keine Wahl. Neuer Teil unserer Serie "Champions der Region".

    Andreas Spies (links) und Michael Schulz (rechts) führen die Geschicke des in Langenlonsheim ansässigen Farben- und Lackherstellers Schulz. Die Firma produziert unter anderem für Baumarktriesen wie Hornbach oder Globus.  Fotos: Marian Ristow
    Andreas Spies (links) und Michael Schulz (rechts) führen die Geschicke des in Langenlonsheim ansässigen Farben- und Lackherstellers Schulz. Die Firma produziert unter anderem für Baumarktriesen wie Hornbach oder Globus. Fotos: Marian Ristow
    Foto: marian ristow

    Sein Vater Dieter (80), Firmengründer und jahrzehntelang Funktionär und Förderer der SG Eintracht Bad Kreuznach, gab den Takt vor. Seine Liebe zur Eintracht, der der Senior über viele Jahre als Zweiter Vorsitzender vorstand, sog Sohn Michael schon früh auf, genau wie die Begeisterung für das Schulz’sche Farbenimperium, bei dem er 1990 einstieg.

    Michael kickte einst selbst bei der Eintracht, sein Sohn Jan spielt in der Gonsenheimer A-Jugend und zählt zu den größten Torhütertalenten im Südwesten. Und so muss der Fußball nicht nur einmal zum Vergleich herhalten. „Wir spielen jedes Jahr um die deutsche Meisterschaft mit, obwohl wir nicht den größten Etat haben. Daher kommen wir über Kontinuität und Verlässlichkeit“, beschreibt er das Standing von Farben Schulz auf dem Markt.

    Will sagen: Farben Schulz zählt mit 265 Mitarbeitern und einem anvisierten Umsatz von 92 Millionen Euro Umsatz per anno nicht zu den internationalen Branchenriesen, operiert aber aus stabilen und gesunden Verhältnissen, ist ein Aushängeschild der Region, pflegt über Jahrzehnte gewachsene Geschäftsbeziehungen und verfügt im Langenlonsheimer Gewerbegebiet über eine Produktionsstätte, die Top-Standards entspricht.

    Es beginnt vor über 50 Jahren am Kreuznacher Brückes

    Die Erfolgsgeschichte beginnt am 1. April 1966 im Bad Kreuznacher Brückes, als sich Dieter Schulz selbstständig macht. Der Kaufmann eröffnet ein Geschäft für Farben, Lacke und Malerbedarf, damals noch unter dem Namen Pinsel Schulz. 1978 entschied er sich, die Produktion der Farben und Lacke selbst zu übernehmen.

    Das Konzept passte, die Idee ging auf. Mehr Mitarbeiter, mehr Aufträge, mehr Umsatz machten neue Räumlichkeiten unerlässlich. Nachdem man Langenlonsheim bereits einmal verlassen hatte und wieder nach Bad Kreuznach zurückgekehrt war, baute man 1997 an der Altnah neu.

    Heute ist der Gebäudekomplex auf dem 50.000 Quadratmeter großen Areal die Schulz-Schaltzentrale: Produktionsstätte, Lager, Sitz von Verwaltung und IT. Dieter Schulz hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, agiert als Beiratsvorsitzender und hat Sohn Michael ein bestelltes Feld hinterlassen. „Ich bin froh, dass mein Vater mir früh vertraut hat und mich hat wirken lassen. Manche Firmengründer haben ein Problem mit dem Loslassen. Uns ist die Nachfolge sehr gut gelungen“, sagt Michael Schulz. Seit Anfang 2016 ist Andreas Spies (52) als zweiter Geschäftsführer mit an Bord.

    Rote Eimer für Skandinavien: Andreas Spies und Michael Schulz im Logistikbereich in Langenlonsheim.
    Rote Eimer für Skandinavien: Andreas Spies und Michael Schulz im Logistikbereich in Langenlonsheim.
    Foto: marian ristow

    Mit "Mofa" Tempo gemacht

    „Wir sind nicht die Größten, wollen aber die Schnellsten und Effizientesten sein“, formuliert Spies. Das gehe nur mit einem eingespielten Team aus Fachkräften, sauberen Prozessen und modernster Technik.

    Eine Zäsur in der Firmengeschichte ist die Installation der „Mofa“, der modularen Farbenfabrik, im April 2012. Der Produktionsautomat der Superlative kann innerhalb von zwei Stunden 50.000 Liter Farbe produzieren, die Maschine läuft im Drei-Schicht-System ohne Pause durch und kann aus einer einzigen Grundmasse Hunderte verschiedene Rezepturen herstellen. Eine Technologie, die die Produktionsvolumen von Schulz auf ein anderes Level hob.

    Zwar produziert man schon seit Jahrzehnten gesamte Farb- und Lacksortimente für deutsche und europäische Baumarktriesen, mit der neuen Industrie 4.0-Anlage konnte man aber in neue Dimensionen vorstoßen – die Voraussetzung, um neue Kunden zu gewinnen: „Wenn unsere Kunden mitwachsen, müssen wir das auch tun“, bringt es Spies auf den Punkt. Auch dank der funktionierenden „Mofa“ und den neuen Möglichkeiten gelang es Schulz 2014, einen Deal mit dem US-Farbenkonzern Valspar, dem sechstgrößten Farbenhersteller auf der Welt, abzuschließen.

    Am wichtigsten sind die Fachkräfte - und eine gute Ausbildung

    Der Farbenmarkt ist hart umkämpft. „Da geht es zum Teil um Centbeträge, da muss jeder Produktionsschritt sitzen“, erklärt Spies. Im vergangenen Jahr wurde man vom US-Konzern geprüft. Von 20 möglichen Punkten erhielt man 19,9. „Viel besser geht’s nicht. Darauf sind wir stolz“, sagt Schulz. Und das geht nur mit Fachkräften. „Statt Profis teuer einzukaufen, legen wir großen Wert auf Ausbildung und Jugendarbeit“, sagt Schulz, und man meint, er spreche über Fußball. Aber: Schulz Farben bildet zurzeit 16 junge Menschen in acht unterschiedlichen Berufsbildern aus. Der Werksverkauf liegt vollständig in Hand der Auszubildenden.

    Von unserem Reporter Marian Ristow

    Schulz produziert die Eigenmarken für Baumärkte

    Ein Geheimnis gilt es noch zu lüften. Wieso sieht man so selten Farbdosen mit dem Schulz-Logo auf dem Etikett? „Ganz einfach. Wir produzieren hauptsächlich Eigenmarken für Baumärkte.

    Für zwei große deutsche Branchengrößen und die größte englische Marke produzieren wir in Langenlonsheim das gesamte Sortiment. Im Verkauf landen sie unter einem anderen Markennamen. Im Werksverkauf gibt es aber auch kleines, aber feines Schulz-Sortiment“, erklärt Geschäftsführer Schulz.

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