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    MeisenheimDolly Hüther am Glan - Wiedersehen mit einer alten Bekannten

    Das Weiße Waldvögelein, eine Orchideenart, die im Meisenheimer Tal wuchs, war „schuld“, dass Dolly Hüther die Note zwei im Biologieunterricht bekam. Das erfuhren die Zuhörer in einer außergewöhnlichen Autorenlesung des Träger- und Fördervereins Synagoge Meisenheim mit der 79-jährigen Saarländerin, die einige Wurzeln in Meisenheim hat, im Haus der Begegnung.

    Hier am Rapportierplatz in Meisenheim, im Haus Nummer 14, hat Dolly Hüther einen Teil ihrer Kindheit verbracht. Mit ihrer Schwester Sieglinde Nienhaus besucht sie die Glanstadt regelmäßig und verfolgt deren Entwicklung mit besonderem Interesse.
    Hier am Rapportierplatz in Meisenheim, im Haus Nummer 14, hat Dolly Hüther einen Teil ihrer Kindheit verbracht. Mit ihrer Schwester Sieglinde Nienhaus besucht sie die Glanstadt regelmäßig und verfolgt deren Entwicklung mit besonderem Interesse.
    Foto: Roswitha Kexel

    Meisenheim - Das Weiße Waldvögelein, eine Orchideenart, die im Meisenheimer Tal wuchs, war „schuld“, dass Dolly Hüther die Note zwei im Biologieunterricht bekam. Das erfuhren die Zuhörer in einer außergewöhnlichen Autorenlesung des Träger- und Fördervereins Synagoge Meisenheim mit der 79-jährigen Saarländerin, die einige Wurzeln in Meisenheim hat, im Haus der Begegnung.


    Dolly (Isolde) Hüther aus Saarbrücken ist eine Enkelin von Karl Boos, der früher in der Schillerstraße eine Sattlerei betrieb. Während ihrer Zeit in Meisenheim lebte sie am Rapportierplatz im Haus Nummer 14, weshalb sie zum Rapportierplatz und auch zur Schlosskirche, in der sie konfirmiert wurde, einen besonderen Bezug hat.

    „Wir haben alle Ferien und Evakuierungen hier in Meisenheim verbracht. Auch in der Pogromnacht waren wir hier. Ich kann mich noch an das traurige Bild erinnern, als ich mit meinem Großvater auf die Bleiche ging, wo die Nazis alles hingeworfen hatten, was sie aus der Synagoge heraus geschleppt hatten“, beschreibt die Saarländerin ihre Erinnerungen.

    Auf ihre vergilbten Tagebücher und Aufzeichnungen aus ihrer Jugendzeit greift sie bei ihren Publikationen gern zurück, nimmt sie teilweise als Basis, um die sie weitere, teils fiktive Geschichten strickt. Dolly Hüther und ihre Schwester Sieglinde Nienhaus statten Meisenheim im Dreimonatsrhythmus Besuche ab, trifft sich bei dann mit Klassenkameraden und frischt Erinnerungen auf.

    In der ehemaligen Synagoge las sie jetzt aus ihrem aktuellen Werk „Der fadenreiche Kokon“. Im Mittelpunkt des Buches steht die zarte und gleichzeitig aufregende Liebesgeschichte – die „wie im richtigen Leben“ einer Achterbahn mit Höhen und Tiefen gleicht – zwischen Marianne und Holger, zwei Menschen, die die Blüte ihres Lebens bereits hinter sich haben.

    Zwar ist die Erzählung fiktiv, die Personen sind erfunden, aber es gibt dennoch gewisse Parallelen zum Leben der Autorin. Immer wieder „webt“ Dolly Hüther Erinnerungen, Geschichten und Gefühle ein. So erwähnt sie eine Begebenheit aus ihrer Schulzeit in Meisenheim, die beschreibt, wie sie die Note zwei im Biologieunterricht schaffte, weil sie im Meisenheimer Tal zufällig das weiße Waldvögelein – eine Orchideenart – entdeckt und ihren Biologielehrer, Herrn Wiemann, zum Fundort geführt hatte. Vor rund 20 Zuhörern las und erzählte das 79-jährige Energie- und Temperamentbündel aus dem Buch „Der fadenreiche Kokon“ und gab persönliche Erlebnisse und Geschichten aus Meisenheim zum Besten.

    Auf dem Büchertisch, den ihre Schwester Sieglinde Nienhaus betreute, hatte die Autorin einige ihrer Werke aufgebaut und signierte sie mit persönlichen Widmungen. Ihr Enkel Jannik Elspaß, der laut Dolly Hüther „hier stellvertretend für sechs Generationen der Familie Boos spielt und singt“, umrahmte die Lesung musikalisch. Günther Lenhoff, Vorsitzender des Träger- und Fördervereins Synagoge Meisenheim, und somit Gastgeber des Abends, fasste ihn so zusammen: „Man hat auch mal den einen oder anderen Zuhörer gesehen, der sonst bei Veranstaltungen in der ehemaligen Synagoge eigentlich nie da ist. Da sind sicherlich einige gekommen, weil sie Dolly Hüther noch von früher kennen.“

    Zur Person: Dolly (Isolde) Hüther wurde am 24. Mai 1932 in Saarbrücken/Ottenhausen geboren. Sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Meisenheim, besuchte die Lateinschule und wurde in der Schlosskirche konfirmiert. Sie ist verwitwet, hat zwei erwachsene Söhne, eine Enkelin und zwei Enkel. Das jüngste Werk der Rentnerin und Autorin, „Der fadenreiche Kokon“, ist eine fiktive Erzählung, in die sie auch eine authentische Geschichte aus Meisenheim eingewebt hat. Das Buch ist 2011 im Verlag tredition GmbH (Herausgeber: rotation), ISBN 978-3-8424-0070-2, erschienen und kostet 19,90 Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.dollyhuether.de. (kx)

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