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    Bad KreuznachDie Stadt wächst weiter - und die Parkplatznot mit

    Das Parkchaos in Bad Kreuznach-Süd und -Südost ist inzwischen fast überall. Die Parkplatznot ist groß. Über den täglichen Parkwahnsinn vor der eigenen Haustür und die vielen Fremdparker beklagen sich längst nicht nur Anwohner in dem innenstadtnahen Viertel um die Crucenia-Realschule in der Ringstraße. Auch in anderen Wohnvierteln ist das ein Dauerärgernis, sind die Straßen längst kreuz und quer zugeparkt.

    Morgens kurz nach 9 Uhr ist die Anwohnerwelt in der Steubenstraße noch einigermaßen in Ordnung, doch auch jetzt gibt es kaum noch freie Stellplätze.
    Morgens kurz nach 9 Uhr ist die Anwohnerwelt in der Steubenstraße noch einigermaßen in Ordnung, doch auch jetzt gibt es kaum noch freie Stellplätze.

    Dabei hat sich der Verdrängungsprozess beim Parken in weiter entfernte Wohngebiete im Süden oder Südosten der Stadt verlagert. Dies hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen gilt inzwischen in vielen innenstadtnahen Wohnvierteln Anwohnerparken, so im Baumviertel oder in den Straßen rund um die Kreuznacher Diakonie, mit dem Effekt, dass Dauerparker kostenlose Stellplätze in den die angrenzenden Gebieten suchen – sehr zum Ärger und Nachteil der Anwohner.

    120 neue Wohnungen entstehen im Quartier Carlsgarten in der Steuben-/Carl-Schurz-Straße. Ob 128 Parkplätze dafür ausreichen? Fotos: Harald Gebhardt
    120 neue Wohnungen entstehen im Quartier Carlsgarten in der Steuben-/Carl-Schurz-Straße. Ob 128 Parkplätze dafür ausreichen? Fotos: Harald Gebhardt

    Im Quartier um die Realschule ist die Einführung des Anwohnerparkens geplant, ebenso im Bereich Dürerstraße, Matthias-Grünewald-Straße, Korellengarten. Ein zweiter Punkt ist die intensive Neubebauung und innerstädtische Verdichtung. Und drittens nimmt auch die Zahl der Autos zu. Gab es früher in einer Familie einen Wagen, so sind es heute zwei oder drei. Die Folge: Die vorhandenen Stellplätze reichen heute nicht mehr aus – selbst dann nicht, wenn in dem Gebiet keine neuen Wohnungen entstanden sind.

    Jüngstes Beispiel: die Steubenstraße im Südosten der Stadt, im Rheingaublick. Anwohner Rolf Schneider regt sich fast täglich über die dortige Parksituation auf. Die Parkplätze in der Straße sind ständig zugeparkt – auch von Anwohnern, die in den angrenzenden Straßen wohnen, aber keinen Platz finden, schimpft er. Zwar gibt es Parkplätze auch auf den Grundstücken, doch diese reichen bei Weitem nicht aus. Zurzeit wird die Situation zusätzlich dadurch verschärft, weil in der Steubenstraße auf dem Gelände des früheren US-Kindergartens vier weitere neue Wohnblocks gebaut werden: das Quartier Carlsgarten. Bei dem Wohnprojekt der Deutschen Bauwert, das Ende des Jahres fertiggestellt sein soll, entstehen 120 Wohnungen mit 128 Stellplätzen. Während der Bauzeit fallen wegen des Baustellenverkehrs Parkplätze weg, und Schneider vermutet, dass hinterher die Parkplätze, die für den Neubau vorgesehen sind, nicht ausreichen. „Das wird ein Chaos werden“, ist er sicher. Seiner Ansicht nach hätte die Stadtverwaltung vorher eine Befragung machen sollen, wie viele Parkplätze benötigt werden. Schneider fordert die Einführung von Anwohnerparken, um den Parkplatzverdrängungsprozess zu unterbinden.

    „Es ist schwierig“, räumt Rudi Beiser ein, beim Amt für Recht und Ordnung der Stadtverwaltung für Verkehrsangelegenheiten zuständig. Gleichwohl sieht er im „Bewohnerparken“, wie es korrekt heiße, nicht das richtige Instrument, um dem Problem Herr zu werden. Dies sei zunächst für den innerstädtischen Bereich gedacht, nicht aber für die vom Zentrum weiter entfernten Wohngebiete. Und wenn, dann ergäbe es nur Sinn, ein größeres Gebiet damit auszuweisen. Der Parkplatzverdrängungseffekt zwischen einzelnen Straßen lasse sich damit nicht verhindern. Beiser hält ordnungsrechtliche Maßnahmen für wenig tauglich. Für ihn greifen sie nicht. Er verspricht sich da mehr von planungsrechtlichen Maßnahmen, wie etwa, Festlegungen zu den Stellplätzen in den Bebauungsplänen.

    Beiser ist die Problematik in den Wohngebieten im Süden bekannt. „Mitunter mussten wir sogar schon Halteverbotsschilder aufstellen, weil Feuerwehr oder die Müllabfuhr nicht durchkamen.“ Vielleicht gebe es im Bereich der Hohen Bell noch die Möglichkeit, weitere Parkplätze zu schaffen, meint er. Das könnte den Parkplatzdruck zumindest etwas mindern. Doch manches sei von den Anwohnern hausgemacht. Da werde auch mal im öffentlichen Straßenraum und nicht auf den vorhandenen Stellplätzen oder Tiefgaragen geparkt, weil diese etwas kosten oder es von dort etwas weiter zur Wohnung ist. Natürlich könne man auch eine Erhebung unter den Anwohnern darüber machen, wie viele Autos es in dem jeweiligen Gebiet gibt. Ob damit die Probleme gelöst sind, darf aber bezweifelt werden.

    Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

    Anwohnerregelung auch im Bereich Korellengarten?

    Das Thema Anwohnerparken im Bereich Dürerstraße, Matthias-Grünewald-Straße, Korellengarten beschäftigte am Dienstagabend auch den städtischen Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr. Die Große Koalition fordert dafür eine Regelung. Denn SPD und CDU gehen davon aus, dass wenn die Neubauten im Gewerbepark Rose bezogen sind und die städtische Beteiligungsgesellschaft BGK den neuen Parkplatz gebührenpflichtig betreibt, der Parkplatzsuchverkehr auf das benachbarte Wohngebiet ausweicht, wo man kostenlos parken kann.

    Die GroKo kann sich darüber hinaus eine Bewirtschaftung der Parkplätze in der Eberhard-Anheuser- und George-Marshall-Straße „sehr gut vorstellen“. hg

    Gewerbepark Rose: Die Parkplätze werden knappIm Detail: Fläche mit 163 Stellplätzen soll zum 1. September fertig seinParkplatznot im Gewerbepark: Anwohner zuerstNicht nur Fassade, aber: Justizzentrum wird später fertigNeuer Kreisverkehr im Gewerbepark Roseweitere Links
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