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  • Von der Loreley nach Maria Ruh: Per Hängebrücke zu Fuß über den Mittelrhein?

    Mittelrhein. Sie wäre wahrscheinlich ein touristischer Knaller, der jährlich Hunderttausende Besucher anlockt, und sie könnte zur Buga 2031 zwei zentrale Veranstaltungsorte auf spektakuläre Weise verbinden: eine Fußgängerhängebrücke zwischen der Loreley und Maria Ruh.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Gut 530 Meter lang wäre der Fußweg von einem Aussichtspunkt auf dem Loreley-Plateau links von der Felsspitze über eine Hängebrücke aus Edelstahl in schwindelnder Höhe bis hinüber nach Maria Ruh bei Urbar. Ob das Projekt welterbeverträglich wäre, ist noch unklar. Foto: Jennifer de Luca
    Gut 530 Meter lang wäre der Fußweg von einem Aussichtspunkt auf dem Loreley-Plateau links von der Felsspitze über eine Hängebrücke aus Edelstahl in schwindelnder Höhe bis hinüber nach Maria Ruh bei Urbar. Ob das Projekt welterbeverträglich wäre, ist noch unklar.
    Foto: Jennifer de Luca

    Laut Fachleuten ist sie technisch machbar. Ein Investor würde sie bezahlen. Doch der Initiator und Bürgermeister der Verbandsgemeinde St. Goar/Oberwesel, Thomas Bungert, und sein Amtskollege von der VG Loreley, Werner Groß, wollen das Großprojekt im Welterbe Oberes Mittelrheintal behutsam angehen - mit Behörden und Bürgern. 

    Vergleichbares Projekt in Tirol

    Ein vergleichbares Projekt gibt es bereits: die 2014 fertiggestellte Hängebrücke im österreichischen Reutte. In Tirol verbindet sie die beiden Burgenareale der Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia. Diese Brücke ist mehr als 400 Meter lang und bis zu 114 Meter hoch. Am Mittelrhein würde die Brücke von Maria Ruh aus nicht direkt auf der Felsspitze der Loreley landen, weil dies auch dem Konzept des gerade entstehenden Kultur- und Landschaftsparks widersprechen würde, sondern möglicherweise an einem Aussichtspunkt vom Felsen aus gesehen etwas weiter links.

    Keine Absicherungen nach unten nötig

    Wie die gut 530 Meter lange Hängebrücke über zwei Bundesstraßen, Bahnstrecken und dem Rhein als Bundeswasserstraße gehalten werden soll, erklärt Roland Haag von der Firma Eberhardt-Bewehrungsbau in Hohentengen: "Die Brücke hängt an vier Stahlseilen, von denen jedes alleine einen Jumbojet halten könnte. Diese werden von einer Seilwinde gespannt wie bei einem Lift." Das heißt, es wären keine Absicherungen nach unten nötig. Voraussetzung wäre lediglich eine ausreichend feste Verankerung auf beiden Seiten. Wie weit die Brücke durchhängen wird, ergebe sich erst aus konkreteren Planungen. Haag rechnet mit gut 30 Metern.

    Bis zu 600 Menschen auf einmal

    Bis zu 600 Menschen könnten sich auf der Edelstahl-Brücke mit einem atemberaubenden Ausblick aufhalten. Die Anzahl kann durch Drehkreuze und Videoüberwachung automatisch geregelt werden. Bei zu hohen Windstärken von mehr als 80 km/h würden die Zugänge automatisch geschlossen. Nachts könnte die Brücke ganz im Dunkeln versteckt bleiben oder bei festlichen Anlässen durch LED-beleuchtete Handläufe weithin sichtbar sein.

    Finanzierung über Ticketverkauf

    In Reutte wurden die Baukosten bereits mit fast 2 Millionen Euro beziffert. Wie dort sollen auch am Rhein im Falle einer Realisierung alle Kosten von einem Investor übernommen werden, der dies über den Ticketverkauf refinanziert.

    Koblenzer Seilbahn als Vorbild

    Die Bürgermeister Thomas Bungert und Werner Groß sind überzeugt, dass die Fußgängerhängebrücke als temporäres Projekt rund um die Buga 2031 einen mindestens ebenso großen Beliebtheitsgrad erreichen könnte wie die zur Buga 2011 konzipierte Seilbahn in Koblenz. Gleichzeitig werde für Besucher eine völlig neue Möglichkeit geschaffen, das Welterbe Oberes Mittelrheintal zu erleben. Um so enttäuschter waren beide, als sie bei einem Termin mit Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro in Mainz einen "Korb" wegen vermutlicher Unverträglichkeit mit dem Welterbestatus bekommen haben. Also haben sich Bungert und Groß positive Rückmeldungen in ihren VG-Räten beidseits des Rheins dazu geholt, eine mögliche Realisierung des Projekts weiter zu prüfen. Dies soll auch noch in den Gemeinderäten Urbar und Bornich sowie im Stadtrat St. Goarshausen geschehen. Anschließend sollen Gespräche mit ADD und SGD sowie der Icomos gesucht werden, ob die Hängebrücke im Welterbe zumindest für einen gewissen Zeitraum genehmigt werden kann.

    Lokale Verkehrskonzepte

    Bungert stellt klar: "Wenn es keine Aussicht auf Genehmigung gibt, geben wir auch kein Geld für weitere Planungen aus." Wenn aber die Aussicht besteht, sollen nicht nur die Bürger in Versammlungen umfassend informiert und eingebunden werden. Dann gibt es in den Räten auf beiden Rheinseiten noch viel zu planen. Dazu würde ein regionales Mobilkonzept um die Gemeinde Urbar gehören, um ein Verkehrschaos wie an der Hängeseilbrücke in Mörsdorf im Hunsrück zu vermeiden, die im ersten Jahr bereits 370.000 Touristen anlockte. Analog wird an einem solchen Konzept an der Loreley rund um Landschaftspark und Freilichtbühne bereits gearbeitet.

    Verbindendes Element im Welterbe

    Wenn es mit der Hängebrücke doch nichts wird, hat Bungert noch eine Idee in der Schublade: einen Skywalk bei Urbar. Doch so schnell wollen die Bürgermeister die Hoffnung auf das für beide Rheinseiten verbindende Projekt noch nicht aufgeben.

    Die Hängebrücke bei Reutte:

    Vergleichbar wäre die Attraktion am Mittelrhein mit der Hängebrücke bei Reutte in Tirol, die die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia verbindet. Diese ist etwa 408 Meter lang und hängt in 114,60 Meter Höhe über dem Gelände. Gehalten wird sie von vier 60 Millimeter dicken und 425 Meter langen Stahlseilen. Der Gehweg ist 1,20 Meter breit. Bei Volllast mit etwa 500 Personen hängt sie maximal 20,20 Meter durch. Weitere Infos gibt es im Internet unter  www.highline179.com

     

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