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  • Uli Lenz (Linke): Politisches Zeitgeschehen vor Augen führen

    Katzenelnbogen/Rhein-Lahn. Mit Uli Lenz über seine Kandidatur bei der Landtagswahl zu sprechen, ist einerseits ganz einfach: Sein "Wahlkampfbüro" für die Partei Die Linke befindet sich in einer Ecke seines Ladens in Katzenelnbogen.

    Uli Lenz kandidiert im Wahlkreis 7 für die Partei Die Linke. Neben globalen Themen wie dem Kampf gegen TTIP setzt er sich für kostenfreie Bildung, offene Flüchtlingspolitik, vor allem aber mehr Miteinander in der Gesellschaft auf allen Ebenen ein. 
    Uli Lenz kandidiert im Wahlkreis 7 für die Partei Die Linke. Neben globalen Themen wie dem Kampf gegen TTIP setzt er sich für kostenfreie Bildung, offene Flüchtlingspolitik, vor allem aber mehr Miteinander in der Gesellschaft auf allen Ebenen ein. 
    Foto: Dagmar Schweickert

    Von unserer Redakteurin Dagmar Schweickert

    Während der Geschäftszeiten verkauft er hier Kosmetikartikel, Fotoalben oder fertigt Bewerbungsfotos für eine Kundin an, steht aber auch immer gerne für Gespräche zur Verfügung.

    Andererseits muss er eben parallel arbeiten. Unterbrechungen sind da programmiert. Genau das zeigt die Situation, in der sich Uli Lenz befindet: Politisches Engagement, Arbeit und Privatleben verschmelzen bei ihm. "Ich bin nicht nur in der Politik aktiv, sondern auch viel in Ehrenämtern, auch überregional", sagt er.

    Regelmäßig organisiert er Gesprächsabende ohne konkrete Vorgaben zum aktuellen politischen Zeitgeschehen. Diese Treffen finden unabhängig von der Partei Die Linke statt: "Das ist mir wichtig: Wir müssen einfach darüber reden, was sich politisch abspielt, und über Alternativen sprechen."

    Uli Lenz war Gründungsmitglied der Grünen, nach 24 Jahren trat er wegen politischer Differenzen aus und 2005 in die WASG ein. Seit dem Zusammenschluss mit der PDS war er Kreisvorsitzender der Partei Die Linke. Heute ist er Kreissprecher, Kreistagsmitglied als "Einzelkämpfer", wie er selber sagt. Er ist unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Jenny-Marx-Gesellschaft und stellvertretender Ortsvorsitzender des VdK Mittlerer Einrich.

    Ein zentrales Thema im Wahlkampf ist es für ihn, das Miteinander zu stärken: "Es muss sich viel auch außerhalb der Partei tun, man muss sich mehr vernetzen. Man muss wissen, was in der Gesellschaft los ist." Viele Politiker, die heute in Ausschüssen aktiv sind, "wissen gar nicht mehr, was im wahren Leben der Menschen passiert. Die erfahren nicht, was ich in meinem Geschäft in Gesprächen zu hören bekomme."

    In der Landespolitik ist für ihn die Flüchtlingspolitik ein zentrales Thema: "Ich bin gegen eine Obergrenze. Und wenn ich höre, was die AfD zu einem Schießbefehl sagt, sehe ich deutliche Parallelen zum Dritten Reich." Bei der Flüchtlingspolitik sei es wichtig, die Verknüpfung mit der Kriegsthematik zu berücksichtigen, die schließlich ein Grund für die Flüchtlinge sei, hier herzukommen. Und er befürchtet, dass die Ehrenamtler zu sehr "verschlissen" werden. Bisher werde die Situation im Kreis gut und dezentral organisiert. Man müsse jedoch mehr professionelle Kräfte einstellen, um die Flüchtlinge zu "enttraumatisieren".

    Er kritisiert, die Bildung sei aktuell zu eingleisig: "Die Jugendlichen sollen vorrangig später im Beruf funktionieren, aber die gesellschaftliche Bildung fehlt oft." Lenz fände kleinere und Einheitsschulen gut, in denen die Kinder seiner Auffassung nach menschlicher und persönlicher ausgebildet würden.

    Das Handelsabkommen TTIP bedeutet für ihn: "Die Entdemokratisierung geht bis ins kleinste Dorf." Er will auch gegen prekäre Arbeitsverhältnisse kämpfen. Die Arbeitslosigkeit sei in der Region zwar niedrig, dies werde jedoch durch viele 450-Euro-Arbeitskräfte beschönigt. Uli Lenz lehnt Hartz IV ab: "Ich bin ein Verfechter des Grundeinkommens."

    In der Region würde er die Aartalbahn gerne wieder "in die Gänge bringen". Dabei hält er eine Ausrichtung in das Rhein-Main-Gebiet für wichtiger als nach Diez. Lenz kritisiert den "teilweise schlimmen" Zustand der Landesstraßen. Er ist viel mit dem Zweirad unterwegs, da falle ihm das oft auf. Vom Bau einer Rheinbrücke hält er nichts. "Ich befürworte einen 24-Stunden-Fährbetrieb, der kostenlos angeboten wird."

    Über all diese Themen spricht Uli Lenz in einem Wahlkampf, der so klein ist wie seine "Parteizentrale" in der Ladenecke: Mit einer Handvoll Helfern, wenigen Plakaten, einem Wahlkampfbudget von 500 Euro und dem Ziel: "Ich spreche mit den Menschen persönlich, hier ist meine Anlaufstelle, und zu Gesprächen bin ich immer bereit."

    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

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