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  • Sprach- und Leseförderung: Gymnasiasten helfen Grundschülern in Bad Ems

    Bad Ems. Was passiert, wenn sich Gymnasiasten der Oberstufe mit Grundschülern in der Bad Emser Stadtbücherei treffen? Sie üben lesen und sprechen die deutsche Sprache. Womit in wenigen Worten eine Aktion zugunsten von Kindern mit Migrationshintergrund, Flüchtlingskinder und Kinder aus bildungsfernen Familien auf den Punkt gebracht wäre: Die Rede ist von der Sprach- und Leseförderung, die die Leiterin der Bad Emser Stadtbücherei, Lydia Lehmann, seit Herbst vergangenen Jahres anbietet.

    Mit großer Freude übergaben Wilhelm Augst (links) und Anny Neusen von der Bürgerstiftung eine Spende an Lydia Lehmann und Frank Girmann von der Stadtbücherei Bad Ems.
    Mit großer Freude übergaben Wilhelm Augst (links) und Anny Neusen von der Bürgerstiftung eine Spende an Lydia Lehmann und Frank Girmann von der Stadtbücherei Bad Ems.
    Foto: Jürgen Heyden

    Von unserem Mitarbeiter Jürgen Heyden

    Die Sprach- und Leseförderung gehört zum Kerngeschäft der Bad Emser Stadtbücherei. Einrichtungsleiterin Lydia Lehmann verweist in diesem Zusammenhang auf Vorlesestunden für kleinere Kinder, die häufig in Kooperation mit Kitas stattfinden, und Aktionen für Kinder, die schon mehr oder weniger gut lesen können, wie den Lesesommer, den Adventskalender und vieles mehr.

    Gerade in diesen Tagen wird immer wieder das Beherrschen der deutschen Sprache als Grundlage für eine gelungene Integration hervorgehoben. Lesen und Vorlesen helfen den Menschen, die bei uns Schutz suchen, sich zu orientieren und einzuleben, Kontakte zu knüpfen - und natürlich auch, einen Zugang zur deutschen Sprache zu finden. Was aber ist mit denjenigen, die eigentlich schon lesen können müssten, es aber nicht tun? Was ist zum Beispiel mit den Kindern aus bildungsfernen Familien?

    Die Jugendlichen fühlen sich gebraucht und wertgeschätzt

    Dem Team der Bad Emser Stadtbücherei stellte sich die Frage: Wer hilft diesen Kindern, und vor allem: Wie kann man ihnen helfen? In der Stadtbücherei sind derzeit Lösungsansätze zu sehen. Der zehnjährige Erhan (Name geändert) hat noch Probleme beim Lesen, aber auch mit dem Rechnen klappt es noch nicht reibungslos. Da bietet Helena Rohr, gegenwärtig Abiturientin am Goethe-Gymnasium, ihm ihre Hilfe an. Mit einer gezielten Einzelförderung versucht sie, die Lücken zu schließen.

    "Zertifizierte Lehrkräfte sind zu teuer und stehen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung", sagt Lydia Lehmann. "Deshalb greifen wir gerne auf Oberstufenschüler, die sich sinnvoll engagieren möchten, zurück. Dadurch, dass die Jugendlichen in das Projekt eingebunden werden, fühlen sie sich gebraucht. Und durch den persönlichen Kontakt mit den Kindern, denen sie helfen, sehen sie den Erfolg ihres Engagements. Mit anderen Worten: Sie erfahren Wertschätzung. Dazu kommt, dass das jugendliche Alter der Helfer die Schwellenangst bei den Kindern abbaut. Es ist eine tolle Win-win-Situation."

    Zurzeit bietet die Stadtbücherei das Lesetraining noch ausschließlich in ihren eigenen Räumlichkeiten an. Später, bei wachsendem Bedarf, soll dies zusätzlich auch in den Besprechungsräumen des Rathauses geschehen. Die Zusage der Verbandsgemeinde Bad Ems steht bereits. Die Organisation übernimmt der Förderverein der Stadtbücherei. Er erstellt wöchentlich im Voraus einen Stundenplan, aus dem hervorgeht, wer wann wo mit wem Lesen übt. Natürlich spielt die Finanzierung, die in der Anlaufphase ebenfalls der Förderverein stemmt, eine extrem wichtige Rolle. Deshalb freut sich der Verein über Unterstützung in Form von Spenden, wie dies vor Kurzem vonseiten der Bürgerstiftung Bad Ems der Fall war. Sie hat dem Förderverein eine Spende in Höhe von 1000 Euro übergeben.

    Häufig sind es die Kleinen, die für ihre Eltern übersetzen

    Es laufen bereits Anfragen an die Verbandsgemeinde und den Kreis. Weitere potenzielle Sponsoren werden vom Förderverein angesprochen oder angeschrieben. Vielleicht ist auch eine Projektförderung durch das Land Rheinland-Pfalz möglich. "Mittlerweile betreuen die Gymnasiasten fast ein Dutzend Kinder - Flüchtlingskinder, aber auch Kinder mit Migrationshintergrund, die zum Teil schon längere Zeit in Deutschland leben", erzählt Lydia Lehmann. Am wichtigsten sei es natürlich, sie mit der deutschen Sprache vertraut zu machen: "Aber wenn eines der Kinder in einem anderen Schulfach Probleme hat, helfen wir natürlich auch da." Häufig seien es die Kleinen, die mit den Mitarbeitern der Bücherei sprechen, beobachtet sie: "Die Eltern stehen nur da, während ihre Kinder übersetzen."

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