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    NassauSchienbeintritte für den Verwaltungschef 

    Die Stadt Nassau wird der Verbandsgemeinde das Grundstück im Kaltbachtal nicht für den geplanten Krippenneubau zur Verfügung stellen - zumindest fürs Erste. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend den im Mai 2009 gefassten Beschluss des damaligen Stadtrates mit elf Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen aufgehoben. Vorangegangen war eine hitzige Diskussion, in der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Udo Rau einige Schienbeintritte - zurecht oder nicht sei dahingestellt - einstecken musste.

     

    Gegenstand der Diskussion war vor allem eine Empfehlung der Kreisverwaltung (beziehungsweise des Jugendhilfeausschusses des Rhein-Lahn-Kreises), die wichtige Infos zur Standortfrage enthalte und laut Aussage des FWG-Fraktionssprechers Ulrich Pebler bei der VG-Ratsitzung am 31. März zwar dem Verwaltungschef, nicht aber den Ratsmitgliedern vorgelegen habe. Der VG-Rat hatte in der vorangegangenen Woche den Neubau der Kinderkrippe mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschlossen und damit die Alternative, Räumlichkeiten der Stiftung Scheuern umzubauen verworfen (die RLZ berichtete). Die Erkenntnisse aus dem Schreiben der Kreisverwaltung aber werfen nach Ansicht der meisten Stadtratsmitglieder ein ganz anderes Licht auf die Situation. Diese empfiehlt nach Prüfung der Standorte, die fehlenden Betreuungsplätze in Scheuern und am Bachbergweg einzurichten.

    Der springende Punkt ist nämlich der: Neben den Leerständen im Haus Horny (Stiftung Scheuern) wird die Grundschule  ab dem kommenden Schuljahr Ganztagsschule. Das bedeutet, dass die Hortbetreuung für Schulkinder, die derzeit unter dem Dach des Kindergartens angeboten wird, an Bedeutung verliert. Würden diese Kinder nach den Sommerferien in der Schule betreut, würden im Kindergarten Kapazitäten frei werden.

    Zwingend nötig ist dann allerdings eine Umorganisation: Die Ganztagsschulbetreuung müsste quasi am Morgen eine Dreiviertelstunde und am Nachmittag eine Stunde aufschlagen, um der Hortbetreuung zu entsprechen. Außerdem müsste eine Lösung für die Ferien gefunden werden. Für die ab 2013 benötigten U2-Plätze müsste dann zusätzlich in Scheuern angebaut werden. Trotzdem: "Der Neubau ist nicht nötig", so Ulrich Peblers Fazit zur Sache. "Um den Steuerzahler, den Stadtsäckel und den Spielplatz im Kaltbachtal zu schonen, sollten wir darauf verzichten." Nach Ansicht der FWG sei die Empfehlung des Kreises der günstigste und schnellste Weg, die fehlenden Plätze zur Verfügung zu stellen. "Alles was bislang aber von der Verwaltungsspitze zu den fehlenden Betreuungsplätzen unternommen wurde, läuft auf einen Neubau hinaus", so der Vorwurf Ulrich Peblers.

    "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", betonte Verbandsgemeinde-Bürgermeister Udo Rau. "Denn es geht doch darum: Wie mache ich Nassau attraktiv für Familien und Neubürger." Rau gab zu bedenken, dass sich 13 Eltern in Nassau bewusst eben nicht für die Ganztagsschule, sondern für die Hortbetreuung entschieden haben. Außerdem könnten die Aussagen und Zahlen der Kreisverwaltung nach Rechnung der VG-Verwaltungsexperten nicht stimmen. Danach gebe es nämlich in jeder Einrichtung vier Plätze weniger als das Soll des Kindertagesstättenbedarfsplans vorschreibt. Außerdem habe die oft bemühte demographische Entwicklung in Sachen Kinderzahlen-Rückgang wahrscheinlich ihren Tiefststand erreicht: Nach Prognosen schrumpfe die Kinderzahl bis 2020 um nur zwei Prozent. "Und bei all dem ist die Frage der Betreuungsqualität noch nicht gestellt."

    Auf viel fruchtbaren Boden fielen die Einwände des Verwaltungschefs nicht. Mit seiner Entscheidung strich der Stadtrat zunächst das Grundstück Kaltbachtal aus den Plänen der Verbandsgemeinde. Der Beschluss des VG-Rats, die Krippe neu zu bauen und den Hort aufrecht zuerhalten aber bleibt bestehen. Auf Anregung des Stadtbürgermeisters Armin Wenzel soll nun die Vorlage des Kreises ernsthaft geprüft werden. (cet)

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