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    SinghofenSamba, Salsa, Singhofen: Hans Sarpei lässt TuS-Kicker tanzen

    Eine halbe Stunde noch bis zum Training in Singhofen, auf der anderen Straßenseite springt ein Rasenmäher an. Vom neuen Coach ist noch nix zu sehen. Hans Sarpei, früher Bundesliga-Profi, heute Promi-Tänzer bei RTL, lernt bis fünf Uhr nachmittags in Köln neue Schritte für die nächste Sendung von „Let's dance“. Dann ins Auto, 139 Kilometer, erst Autobahn, dann nach einem anstrengenden Tag quälende Landstraße. Ein kurzes Hallo, schnell umziehen, letzte Instruktionen vom Aufnahmeleiter - und da steht er auf dem Platz. „Hans Sarpei - das T steht für Coach“, eine Sendung, die bei „Sport 1“ läuft, kommt aufs Land. Oft auf Asche, diesmal auf Rasen. Frisch gemäht, versteht sich.

    Von unserem Redakteur Marco Rosbach

    Der Blick ist ernst, sehr ernst. Die ersten Worte kommen mit Bedacht. So viel Bedacht, dass die Spieler des TuS Singhofen auf den letzten Drücker doch noch angespannt aussehen. „Hallo, ich bin Hans“, sagt Sarpei. Schweigen. „Hier bin ich.“ Schweigen. „Das habt ihr jetzt davon.“

    Vor dem wichtigsten Spiel des Jahres übernimmt der frühere Spieler von Wolfsburg, Leverkusen und Schalke die Regie beim Tabellenzweiten der Kreisliga A Rhein-Lahn. Fünf Tage vor der Partie beim Spitzenreiter VfL Bad Ems lernt er seine Mannschaft auch kennen. Für Spaß ist da keine Zeit. „Ihr seid Zweiter“, sagt Sarpei. Als Kompliment ist das nicht gedacht. „Ihr wart schon mal Erster.“ Kurze Pause, klar. Und dann der unangenehme Nachsatz: „Warum ist das nicht mehr so?“

    Es sind Fragen, die auch Shayne Hunder, der etatmäßige Trainer der Singhofener, so stellen könnte. Aus dem Mund von Hans Sarpei haben sie eine andere Wirkung. Entwaffnend, irgendwie. Obwohl sich der 38-Jährige gemeinhin eher selten mit der Konstellation an der Spitze der A-Klasse Rhein-Lahn beschäftigen dürfte, kommt sein Ansinnen aber sehr glaubhaft rüber: „Wir wollen das Spiel gewinnen. Wir wollen Meister werden. Wir wollen aufsteigen.“ Das Schweigen zwischen den Frage ist kürzer. Die Zeit drängt.

    Fernsehen ist eine andere Welt. Eine merkwürdige obendrein. Für eine Stunde Sendung werden 40 bis 50 Stunden Rohmaterial gedreht. Heute ist also Training angesagt. Die Homestorys sind schon fertig, ohne Sarpei. „Training ist eine komplizierte Sache“, sagt Andi Barth von der Produktionsfirma. Damit gut rüberkommt, was in Wirklichkeit gar nicht so spannend ist, wird parallel mit zwei Kameras gedreht. Bevor Hans Sarpei einen Fuß auf Singhofener Rasen setzt, schwirrt eine Drohne über den Strafraum, um die beiden Hauptprotagonisten Danny Menkenhagen, Torwart, und Julian Peters, Stürmer, in Szene zu setzen.

    Mit Sarpei, dem Mann, der bei Facebook für coole Sprüche steht, kommt die Ernsthaftigkeit an die Bäderstraße. Der Kurzzeit-Coach und sein Assistent André Schubert folgen einem Drehbuch, sie spielen aber nicht. Sie sind Trainer, so geben sie sich. Szenen wie beim Film, wo manche Einstellungen bis zur Unerträglichkeit wiederholt werden? Gibt es nicht. „Wir wollen auch ganz normalen Fußball zeigen, so, wie er in der Kreisliga ist“, sagt Andi Barth. „Spaß ist nicht die einzige Komponente.“

    Die Spieler des TuS Singhofen spüren das. Sie müssen trainieren, wie immer. Nur der Coach ist ein anderer. Trainingsbeginn war vor knapp zwei Stunden. Das Flutlicht brennt jetzt. Nur der Rasenmäher ist verstummt.

    Fotoreportage: Hans Sarpei trainiert TuS Singhofen TuS Singhofen freut sich auf Training mit Hans Sarpei
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