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    NassauOffenlage des Bebauungsplans: Geplanter Reitstall soll bis zu 27 Pferde beherbergen

    Im Scheuerner Mühlbachtal soll eine Einrichtung für therapeutisches Reiten geschaffen werden. Was genau geplant ist, wissen bislang die wenigsten. Aufschluss darüber gibt der Bebauungsplan, der noch bis Donnerstag, 13. April, in der Bauverwaltung öffentlich ausliegt. „Das Interesse ist vergleichsweise groß“, berichtet Bauamtsleiter Gerd Schuster von etlichen Besuchern. Auch Stellungnahmen, die sich kritisch mit dem Vorhaben auseinandersetzen, sind eingegangen. Über sie wird der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen abwägen, bevor der dann eventuell veränderte oder angepasste Bebauungsplan erneut in die Offenlage geht. Dann ist für die Bürger erneut ein Monat Gelegenheit, um Anregungen und Bedenken einzureichen.

    Hier soll die Anlage für therapeutisches Reiten entstehen. Links des Feldwegs sind Reithalle und Reitplatz geplant, zwischen Weg und Straße sollen die Ställe errichtet werden.  Foto: Carlo Rosenkranz
    Hier soll die Anlage für therapeutisches Reiten entstehen. Links des Feldwegs sind Reithalle und Reitplatz geplant, zwischen Weg und Straße sollen die Ställe errichtet werden.
    Foto: Carlo Rosenkranz

    Ziel der Baumaßnahme ist es, die Reitstallanlage vom Gewerbegebiet Koppelheck nach Scheuern zu verlagern. Das würde am derzeitigen Standort mehr Platz für ein benachbartes Unternehmen schaffen. Auf der Lotzenwies steht dafür ein Gelände am ehemaligen Wohnhaus von Pfarrer Fischer unterhalb der Straße „Im Mühlbachtal“ zur Verfügung. Dort sollen bis zu 27 Pferde in einem Pensionsbetrieb mit therapeutischem Reiten unterkommen und geritten werden können. Eine Reithalle, eine Führanlage und ein offener Reitplatz sind Bestandteil des Konzepts.

    Auf dem bereits gerodeten Grundstück zwischen der Straße und dem darunter liegenden Feldweg sollen die Stallungen für bis zu 20 Pferde sowie weitere Boxen für bis zu sieben Tiere errichtet werden. Auf der von der Wohnbebauung abgewandten Seite sind Mistplatz und Güllegrube vorgesehen. Jenseits des Feldwegs zum Mühlbach hin sind die bis zu 1500 Quadratmeter umfassende Reithalle und ein ebenso großer Reitplatz unter freiem Himmel vorgesehen. Außerdem bietet der Bebauungsplan Raum für eine 180 Quadratmeter große Führanlage, ebenfalls ohne Dach. Das Reitstallgebäude darf nach dem aktuellen Entwurf maximal zehn Meter hoch werden. Ein Gelände für Stellplätze, Garage und Carport ist ebenfalls vorgesehen. Der Feldweg, eine beliebte Verbindung für Fußgänger beim Spaziergang ins Mühlbachtal, soll weiterhin für die Öffentlichkeit nutzbar bleiben.

    Dass die Offenlage erst jetzt stattfindet, ist einem Gutachten geschuldet, das Auskunft über mögliche Einflüsse des Vorhabens auf die Tier- und Pflanzenwelt gibt. „Wir sind im Verzug, weil dieses Gutachten über eine gesamte Vegetationsperiode hinweg erstellt wird“, erläutert Bauamtsleiter Schuster. Das Ergebnis der Expertise lautet kurz gesagt: Es gibt keine nennenswerten negativen Folgen. Weder Schmetterlinge und Fledermäuse noch Amphibien, Reptilien und Hirschkäfer werden gefährdet. Auch für die Frischluftzuströmung aus dem Mühlbachtal seien keine Einschränkungen zu erwarten. Auch das Landschaftsbild werde nicht erheblich beeinträchtigt.

    Ein weiteres Gutachten beschäftigt sich ausschließlich mit der Frage, ob der Reiterhof zu Geruchsbelästigungen im mit Wohnhäusern bebauten Gebiet führen wird – eine Frage, die auch einige Anwohner des Mühlbachtals umtreibt. Die Expertise schließt mit der Feststellung, dass „nachteilige Gerüche nicht zu erwarten“ seien. Die vorgesehene Einstreu von Stroh und Sägespänen binde Kot und Harn der Tiere und sei „besonders emissionsarm“.

    Auch der Verzicht auf Silage bei der Fütterung sorge weitgehend für Geruchsneutralität. Die Güllegrube befinde sich rund 120 Meter vor der nächsten möglichen Wohnbebauung entfernt, die Stallungen liegen dazwischen. Als Richtlinienabstand wird in dem Gutachten ein Abstand von lediglich 70 Meter angegeben. Fazit: Es seien „keine erheblichen Belastungen“ zu erwarten. Carlo Rosenkranz

    Bürger äußern Bedenken

    Im Rahmen der Offenlage können Bürger Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan zu Protokoll geben. Das haben nach Angaben der Verwaltung einige bereits getan. Das Planungsbüro wird die Stellungnahmen bewerten und eventuelle Anpassungen vorschlagen.

    Die städtischen Gremien befassen sich mit den Stellungnahmen der Bürger und den Empfehlungen des Büros. Zum konkreten Bauvorhaben gibt es zum Beispiel Bedenken zu künftigen Begegnungen zwischen ausreitenden Pferden und Wanderern, Kindern und Radfahrern im engen Mühlbachtal. Ebenso wurden Befürchtungen geäußert, dass die Wanderwege durch die Pferde Schaden nehmen. Auch eine Geruchsbelästigung fürchtet man. Befürchtet wird auch, dass die bis zu zehn Meter hohe Reithalle den Luftaustausch im Tal stört. Auch Wohn- und Immobilienwert würden nach Ansicht von Kritikern weiter sinken. Das Verkehrsaufkommen sei jetzt schon wegen eines Gewerbebetriebs und eines Fitnessstudios sehr hoch. Befürchtet wird eine Zunahme des Schwerlastverkehrs, der der Straße weiter schaden würde. Die Erneuerung falle aber zulasten der Anlieger. Auch die bereits problematisch enge Viehtrift vertrage keine zusätzliche Verkehrsbelastung. Zudem wirke sich die Reitanlage negativ auf das Landschaftsbild aus. crz

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