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    MittelrheinLoreley-Hotel: Städtebaulichen Vertrag mit Nidag entworfen

    Nachdem die Umgestaltung der Felsspitze des Loreley-Plateaus zu einem Kultur- und Landschaftspark bereits seit Ende September läuft, könnten nun auch die Pläne für ein Vier-Sterne-Hotel mit 220 Betten einen entscheidenden Schritt vorankommen. Dem Planungsverband Loreley liegt jetzt der Entwurf eines städtebaulichen Vertrags vor, der in einen Bebauungsplan und eine exakte Gestaltungsvorgabe münden soll.

    Ein städtebaulicher Vertrag soll den Hotelneubau auf dem Loreley-Plateau mit Blick in Richtung Süden regeln.  Foto: Jennifer de Luca
    Ein städtebaulicher Vertrag soll den Hotelneubau auf dem Loreley-Plateau mit Blick in Richtung Süden regeln.
    Foto: Jennifer de Luca

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Den Vertrag will der Planungsverband mit der Neubau Immobilien Development AG (Nidag) abschließen. Der Verbandsgemeinderat Loreley hat dem Entwurf bereits zugestimmt, der Ortsgemeinderat Bornich und die Stadt St. Goarshausen beraten darüber in den kommenden Wochen.

    Die Gestaltung des Bauvorhabens direkt auf dem Wahrzeichen des Oberen Mittelrheintals muss sich welterbeverträglich in die Landschaft einpassen. Das Werkteam-Loreley hat deshalb in seinem Siegerentwurf für Landschaftspark und Hotel bereits eine terrassenartig angelegte Fassade im Stil eines Weinbergs vorgeschlagen. Aber sowohl diese landschaftsplanerische Idee als auch die schematischen Vorgaben eines Bebauungsplans könnten in diesem Fall vielleicht nicht ausreichen. Deshalb haben sich die Vertragspartner bei der Frage, wie der Baukörper exakt nach außen hin aussehen soll, auf Workshops geeinigt. Diese sollen von Professor Markus Neppl von der Bundesstiftung Baukultur geleitet werden, der schon das Projekt für den Landschaftspark begleitet hat. "Die Zusammensetzung dieser Arbeitsgruppen werden wir noch miteinander besprechen", sagt Bürgermeister Werner Groß. Dazu gehörten unter anderem Vertreter aus den betroffenen Räten, des Zweckverbandes sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion.

    Nidag-Vorstand Gunther Zeidler, dessen Firma die Kosten für die Workshops trägt, freut sich über die Vorgehensweise, die Außengestaltung des Baukörpers auf breiter Basis zu entwickeln: "Die Menschen in der Region sollen das Hotel nicht als Fremdkörper empfinden, sondern sich daran erfreuen", sagt der Unternehmer, der das Vorhaben auf der Loreley seit sechs Jahren verfolgt, auf Anfrage. Schließlich sei ein Betreiber daran interessiert, dass die Bevölkerung seine Dienstleistungen in Anspruch nimmt, und in seinen Räumen regelmäßig Familien- oder Firmenfeiern stattfinden. Hotel, Landschaftspark und Freilichtbühne könnten außerdem gemeinsam Veranstaltungen entwickeln, die über die Sommersaison hinausgehen. Das Hotel solle keine reine Anlaufstelle für internationale Touristen oder "die oberen Zehntausend" werden, sondern daran mitwirken, dass das Plateau zu einer regionalen Erlebnisstätte wird.

    Der Investor verpflichtet sich in dem Vertrag, innerhalb von 36 Monaten nach Inkrafttreten des Bebauungsplans einen Bauantrag für das Vier-Sterne-Hotel auf dem dafür vorgesehenen Gelände beim Kultur- und Landschaftspark an der Hangkante mit Blick in Richtung Süden zu beantragen. Andernfalls würde eine monatliche Vertragsstrafe von 15.000 Euro fällig, beschränkt auf insgesamt höchstens 300.000 Euro.

    Realisierung: Sobald die Baugenehmigung erteilt wurde, soll das Hotel innerhalb von 48 Monaten bezugsfertig sein. Von den Gestaltungsvorgaben darf nicht abgewichen werden. Wünscht der Investor erhebliche Veränderungen, bedürfen diese der Zustimmung des Planungsverbandes. "In einem solchen Fall wollen wir nicht noch einmal auf die Workshop-Ebene zurückfallen, sondern innerhalb von drei Wochen direkt im zuständigen Gremium entscheiden", erklärt Groß dazu. Verstößt der Investor schuldhaft gegen die Gestaltungsvorgaben, muss er laut Vertrag in jedem Einzelfall eine Vertragsstrafe zahlen, deren Höhe der Planungsverband bestimmt, wobei der Höchstbetrag auf jeweils 200.000 Euro begrenzt wird.

    Erschließung: Die Eckpunkte sind geregelt. Die Erschließungskosten soll der Investor übernehmen. Bis spätestens 24 Monate nach Abschluss des Vertrages sollen weitere Details in einem gesonderten Vertrag mit der VG beziehungsweise den VG-Werken geregelt werden. Die Werke werden aber die Planungen schon jetzt vorantreiben. Der Investor trägt 61 Prozent dieser Planungskosten.

    Naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen: An den Kosten für die zu schaffenden Streuobstwiesen beteiligt sich die Nidag anteilig mit 141.000 Euro. Entscheidend in den Schlussbestimmungen ist die Regelung, dass der Vertrag auch für etwaige Rechtsnachfolger bindend ist, sollte die Nidag das Projekt etwa weitervermitteln oder verkaufen.

    Bei der Abstimmung über den Vertragsentwurf gab es vier Gegenstimmen im VG-Rat. Grundsätzlich gegen das Vorhaben war aber zunächst nur Otto Schamari (Grüne). Drei Ratsmitglieder aus der FWG/FBL-Fraktion und Wolfgang Beranek (Linke) wollten weitere Beratungen darüber, ob das Vorhaben nicht zusätzlich durch Bankbürgschaften des Investors abgesichert werden könnte. Beratende Juristen der Vertragspartner hatten laut Bürgermeister Groß dazu jedoch keine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden.

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