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  • Elisabeth-Krankenhaus in Lahnstein schließt die Geburtsstation

    Lahnstein. Nächster Rückschlag für die Gesundheitsversorgung im Rhein-Lahn-Kreis: Nach dem Diezer DRK-Krankenhaus (unsere Zeitung berichtete) schließt auch das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lahnstein seine Geburtsstation.

    Foto: tl

    Von unserem Redakteur Tobias Lui

    "Wegen plötzlicher personeller Entwicklungen können wir den Geburtenservice nicht mehr aufrechterhalten", sagt Geschäftsführer Pascal Scher gegenüber unserer Zeitung. "Wir bedauern diesen Schritt ausdrücklich und legen Wert auf die Aussage, dass wir dies nicht aus wirtschaftlichen Gründen tun."

    Der Hintergrund für das Aus der Geburtshilfe, die über Jahrzehnte eines der Aushängeschilder des Krankenhauses war: Dr. Peter Wiehn, einer der beiden Frauenärzte, die in Lahnstein als Belegärzte tätig sind, scheidet aus gesundheitlichen Gründen Ende Juli aus. "Er hat uns dies Anfang des Monats mitgeteilt und wir haben uns umgehend um Ersatz bemüht", versichert Scher. Doch vergeblich; die angesprochenen Gynäkologen hatten kein Interesse an einer Tätigkeit als Belegarzt, auch die kassenärztliche Vereinigung oder das Gesundheitsministerium konnten nicht helfen. Der Geschäftsführer vermutet drei Gründe, warum seine Suche erfolglos war: der hohe Aufwand für den Arzt, sein großes Risiko (weil Geburten immer risikobehaftet sind) und gesellschaftliche Veränderungen: Der Trend gehe hin zu großen Geburtenstationen, kleinere Einheiten wie in Lahnstein oder in Diez haben es zunehmend schwierig, alles strömt in die großen Geburtszentren am Kemperhof und Marienhof.

    "Der ärztliche Bereitschaftsdienst und der Geburtenservice rund um die Uhr sind personell für uns nicht mehr aufrechtzuerhalten", versichert Scher. Zumal auch der zweite Belegarzt in der Gynäkologie, Antonios Korkolis, angekündigt hat, seine Tätigkeit in Lahnstein zu beenden. Im St.-Elisabeth-Krankenhaus werden pro Jahr etwa 280 Kinder geboren. Die Versorgung der Bevölkerung ist auch zukünftig gewährleistet, sagt Pascal Scher. "Wir haben Kontakt mit den Kliniken Marienhof und Kemperhof aufgenommen: Es ist sichergestellt, dass die schwangeren Frauen, die eine Entbindung in Lahnstein geplant haben, dort nahtlos betreut werden." Dies habe man den werdenden Müttern auch telefonisch mitgeteilt, "wir wollten nicht, dass sie es aus der Zeitung erfahren", ergänzt der 37-Jährige. Bis Ende Juli können noch Entbindungen in Lahnstein vorgenommen werden.

    Und welche personellen Konsequenzen hat die Entscheidung? "Keine großen", versichert Scher, die Gynäkologie bleibe ja erhalten. Lediglich den sieben Beleghebammen habe man kündigen müssen. "Aber wir haben ihnen Hilfe bei der Vermittlung in andere Kliniken in der Region angeboten."

    Pascal Scher selbst hätte sich seinen Einstieg in Lahnstein, Anfang des Monats hat er die Nachfolge des langjährigen Leiters Bernhard Unkel angetreten, sicherlich ein wenig anders vorgestellt. "Diese Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen", bedauert er. Doch der Trend zu großen Geburtsstationen mache kleineren Einheiten wie in Lahnstein oder in Diez zunehmend das Leben schwer. Wirtschaftlich rechne sich eine solche Abteilung für ein Krankenhaus nämlich erst ab 800 Geburten im Jahr aufwärts, erklärt Scher. Denn Geburtshilfe bringe einen enormen personellen Aufwand für das Krankenhaus mit sich. "Aber noch einmal: Die Schließung hat nichts mit der wirtschaftlichen Seite zu tun." Man hätte das Angebot sehr, sehr gern aufrechterhalten, schließlich sei man ein Krankenhaus der Grundversorgung. "Aber offenbar ist dies der Lauf der Dinge."

    Kommentar: Geburten sind zu teuer - für alle
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

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