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  • Die letzten Schwestern verlassen den Konvent in Nassau: Seelsorge geprägt und Grundsteine gelegt

    Nassau. Mit der Auflösung des Konventes der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel am Marienkrankenhaus nach 128 Jahren geht eine Ära zu Ende.  Mehr als 150 Gäste nahmen an der Abschiedsfeier teil.

    Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich persönlich von den Schwestern zu verabschieden.
    Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich persönlich von den Schwestern zu verabschieden.
    Foto: KEINE

    Ob Pater Egon Wagner in seiner Predigt, Landrat Frank Puchtler oder Verbandsgemeindebürgermeister Udo Rau: Alle waren sich am Sonntagmorgen darin einig, dass mit der Auflösung des Konventes der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel am Marienkrankenhaus nach 128 Jahren eine Ära zu Ende geht. Und dennoch überwog bei der Abschiedsfeier der Dank für die geleistete Arbeit und die geschaffene Basis für eine gute Zukunft der Katholischen Kliniken Lahn. Dazu gehören das Marienkrankenhaus und die Hufeland-Klinik Bad Ems.

    150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitschwestern, Freunde, Angehörige und Nachbarn der Schwestern, sowie Vertreter der Politik, des Bistums und der Pfarrgemeinden waren zu der Feierstunde gekommen. "So voll habe ich die Kirche hier noch nicht gesehen", gestand Pater Egon Wagner. Der Abschied des Schwesternkonventes stehe für viele Umbrüche innerhalb der Ordensgemeinschaften und der Kirche. Daher sei der Zeitpunkt des Abschieds am ersten Advent gut gewählt: "Denn der Anfang eines neuen Kirchenjahres seht zugleich für einen Aufbruch."

    Schwester Johanna Guthoff, Provinzoberin der Europäischen Ordensprovinz und Geschäftsführerin der Katholischen Kliniken Lahn, kennt diese Veränderungen. Ihre Gemeinschaft wird kleiner. "Aber wir haben weiterhin Nachwuchs. Die jüngeren Schwestern haben allerdings keine pflegerischen und medizinischen Ausbildungen. Die Zeiten, in denen die Oberin festlegte, welchem Beruf welche Schwester nachzugehen hat, sind Gott sei Dank vorbei." Heute lägen die Aufgaben der Ordensfrauen eher in der Pastoral, Seelsorge und Sozialarbeit.

    "Schwester Theresia Maria Kösters wird als Seelsorgerin an beiden Krankenhäusern bleiben", betonte Schwester Johanna. Und sie selbst bleibe Geschäftsführerin des Klinikverbundes: "Insofern sind hier weiterhin Ordensschwestern präsent."

    Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Krankenhäuser wolle man dem Auftrag der Ordensgründerin folgen. "Wer braucht schon eine katholische Endoskopie oder ein christliches EKG? Diese medizinischen Leistungen erbringen andere Krankenhäuser auch", so Schwester Johanna - "doch wollen wir den Patientinnen und Patienten aufzeigen, dass es auch jenseits der Medizin sehr viel Wichtiges gibt: Trost, Ermutigung, Zuwendung, Beistand, gelebte Hoffnung." Der Schwesternkonvent habe das immer vorgelebt, sagte sie mit Blick auf Schwester Monika vom Kreuz Vieth, Schwester Maria Theresita Wolff, Schwester Liboria König und Schwester Maria Westermayer, die jetzt ins Bergkloster Bestwig ziehen - "und dafür danke ich Euch."

    Landrat Frank Puchtler betonte: "Es ist ein hohes Gut, dass christliche Gemeinschaften Träger solcher Einrichtungen bleiben." Sie schauten auf Leid und Versäumnisse und wendeten ihren Blick nicht davon ab. Und Verbandsbürgermeister Udo Rau verabschiedete sich nicht nur als Politiker, sondern auch als Nachbar der Schwestern: "Sie haben unsere Region mit warmer Seelsorge geprägt und Grundsteine gelegt, an denen wir heute noch partizipieren."

    Stellvertretend für das Bistum Limburg sprach die Ordensbeauftragte Schwester Agnes Lanfermann ihren Dank an den Konvent aus. Ebenso überbrachten Dr. Hildegard Simons für die Ärzteschaft in Bad Ems und Nassau sowie und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jutta Treis Grußworte und Segenswünsche. Die Mitarbeiter der beiden Kliniken sammelten zum Abschied Geld für einen Nordseeurlaub, den die vier Schwestern 2017 gemeinsam verbringen wollen.

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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