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  • Besondere Aktion für die Deutsche Krebshilfe: Ein Loom-Band wird ein Symbol für Hilfe

    Lahnstein. Eine Handarbeit, die so gar nicht in das Interessensspektrum des jungen Lahnsteiners zu passen scheint: Sinan Sahin Yilmaz sitzt in jeder freien Minute mit seinem Bruder Ali Can, seiner Cousine Magdalena und seiner Mutter Ljiljana zusammen am Wohnzimmertisch und knüpft kleine Loom-Bänder.

    In vielen bunten Farben werden sie aus winzigen Gummiringen mithilfe von Stiften und Häkelnadel zu Armbändern, die nicht nur Schmuck sein sollen für den, der sie später trägt, sondern ein Zeichen setzen sollen für Nächstenliebe.

    "WeihnachtenFürAlle" nennt Sinan die aktuell von ihm initiierte Aktion, mit der er über soziale Netzwerke Spenden sammeln möchte für die Deutsche Krebshilfe. "Ich kenne selbst aus meiner ehemaligen Schule Kinder, die an Leukämie erkrankt sind", sagt er. Das hat ihn sehr betroffen gemacht. "Ich habe mich gefragt, was ich selbst tun kann, um zu helfen."

    Eine Frage, die der 21-Jährige sich nicht zum ersten Mal stellte. Im vorigen Jahr, als eine große Zahl von Flüchtlingen nach Deutschland und auch in unsere Region kam, hat er spontan eine Spendenaktion für Kleidung und Lebensmittel via Internet gestartet. "Über Facebook!", sagt er. "Da geht eigentlich immer was, wenn man einen Aufruf startet und um Hilfe bittet", ist seine Erfahrung. "Natürlich kamen auch eine Menge negative Antworten." Beschimpfungen und Beleidigungen aus der rechten Ecke, die er gar nicht wiederholen möchte. "Aber die Mehrzahl der Reaktionen war positiv." Zuhause hat die Familie die Sachspenden angenommen, Sinan hat sie dann in verschiedene Flüchtlingsheime der Umgebung verteilt. "Das waren sehr tolle Begegnungen. Ich habe dabei einige Syrer kennengelernt und enge Freundschaften geschlossen."

    Im Sommer war es ein kleiner Junge aus Gelsenkirchen, auf den Sinan über Facebook aufmerksam wurde. Eine lebensbedrohliche Erkrankung, eine teure Operation, für die der Vater um Spenden bat. "Ich habe Kontakt aufgenommen, bin hingefahren und habe festgestellt, dass der Junge noch ein Landsmann ist", erinnert er sich. Dann hat er die Geschichte auf Facebook erzählt und um Hilfe gebeten. 1400 Euro kamen so zusammen und halfen mit, die Behandlung zu finanzieren. "Der Junge wurde operiert und es geht ihm gut", freut sich Sinan.

    Jetzt, kurz vor Weihnachten, plant er eine neue Aktion. Aber warum tut er das, warum hat er nicht, wie viele andere, ganz andere Interessen im Kopf? "Mir fehlt es an nichts, ich habe ein Dach über dem Kopf, eine warme Wohnung, ein Handy, das auf dem neuesten Stand ist ... Es gibt viele Menschen, die sehr viel weniger haben als ich. Und ich möchte einfach einmal etwas zurückgeben." So einfach ist das.

    Vielleicht ist es auch ein wenig die Geschichte seiner Familie, die ihn treibt: Sein Großvater kam als Gastarbeiter mit seinem kleinen Sohn (Sinans Vater) aus der Türkei nach Deutschland, seine Mutter als Kriegsflüchtling aus Serbien.

    Sinan Yilmaz hat sich also erneut gefragt, "Was kann ich tun?" und kam auf die Idee mit den Loom-Bändern. "Jeder kennt sie, sie sind einfach herzustellen. Und sie können ein Symbol für die Hilfe sein." Sein Plan: Er bietet die handgefertigten Bänder über Facebook oder direkt selbst zum Verkauf an. "Mindestens einen Euro sollte man geben, nach oben ist aber keine Grenze gesetzt. Jeder kann spenden, was er möchte."

    Sinan hat bereits ein Konto eingerichtet, auf das die Spende für das Armband dann vom jeweiligen Interessenten überwiesen wird. Wenn er die Aktion kurz vor Weihnachten abschließt, will er die gesamte Summe, die bis dahin zusammenkommt, persönlich an die Deutsche Krebshilfe übergeben. "Wir hoffen natürlich, dass viel Geld zusammenkommt", sagt er und knüpft weiter an einem neuen Bändchen der Hilfe.

    • Wer eines der Loom-Armbänder haben möchte, kann Sinan via Facebook kontaktieren oder ihn direkt anrufen auf seiner Handy-Nummer 0174/375 75 15

    Von unserer Redakteurin Karin Kring

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