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    WissenWo Kinder wieder Kind sein können

    Auf der Zielgeraden befinden sich die Umbau- und Renovierungsarbeiten auf Hof Loche im Wissener Stadtteil Bodenseifen.

    Vor knapp vier Jahren hat das Dormagener Jugendhilfezentrum Raphaelshaus damit begonnen, den rund 300 Jahre alten Hof zu einem attraktiven Kinderbauernhof umzugestalten – heute spricht der Leiter von einem „Glücksfall", einer „Oase", einem „Paradies".

    Da die Vorbesitzer ohne eigene Kinder geblieben waren, kamen der Hof und die angrenzenden landwirtschaftlichen Wiesen 2010 auf Vermittlung des Kölner Theologen Dr. Thomas Weitz in den Besitz des Raphaelshauses. Seither haben Handwerker, Helfer und Fachfirmen Hof Loche auf Vordermann gebracht, unterstützt von zahllosen Gruppen, Mitarbeitern, Kindern und Jugendlichen des Raphaelshauses. „Ohne Tausende Stunden an Eigenleistung wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen", sagt Heimleiter Hans Scholten. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich über Spendenmittel. Bislang seien rund 200 000 Euro in dieses Projekt geflossen, so Scholten.

    Einer der letzten großen Schritte in diesem „Verjüngungsprozess" gilt der Scheune. Die alte, hölzerne Scheune war laut Scholten baulich nicht mehr zu erhalten. Der Abriss erfolgte im Sommer 2013. Inzwischen ist der Neubau fast fertig: unten massiv gemauerte Wände, oben Holzfachwerk. Haustechniker Klaus Funke achtet sogar auf Einfluglöcher für Fledermäuse und Eulen. Künftig soll die Scheune vor allem als Lagerfläche dienen, aber auch Funkes Werkstatt wird aus dem Haus dorthin umziehen. Zumindest kurzzeitig könnten außerdem die Tiere dort Unterschlupf finden, wenn eine der Freizeitgruppen von miserablem Wetter überrascht würde. Nicht zuletzt bietet die Scheune genügend Platz, um dort während der Pfingstlager die Küche unterzubringen.

    Auch der Rest des Außengeländes hat sein Gesicht verändert: Die Koppel hat einen Holzzaun bekommen, das Feuerholz in an seinem Platz. Eine erfrischende Überraschung leistete sich das Raphaelshaus im vergangenen Jahr mit dem Kauf eines benachbarten Fischteiches. Das kleine Gewässer wurde entrümpelt und gesäubert und dient den hartgesottenen Freizeitgästen als Badeteich.

    Das eigentliche Wohnhaus hat auch schon während der Umbauphase zahlreiche Jugendgruppen des Raphaelshauses beherbergt. Je nach ihren Möglichkeiten packten die Jungs und Mädels im Alter zwischen 7 und 20 Jahren mit an – zum Beispiel wurden Holzfußböden verlegt, Fenster erneuert und Wände gestrichen. Allein der Versuch, möglichst viele der alten Balken zu erhalten, bedeutete stundenlanges Schleifen und Einölen. Heute strahlt das Haus eine helle und wohnliche Gemütlichkeit aus. Küche, Speiseraum und Aufenthaltsraum sowie nachträglich eingebaute Duschen und Toiletten (zwei auf jeder Etage) gehören zum Komfort. Gegenwärtig ist Maler Eddy Psyk aus Beuel damit beauftragt, die einzelnen Räume mit Motiven traditioneller bäuerlicher Landwirtschaft zu verschönern.

    Die Zimmer (meist zwei Betten) bieten Raum für insgesamt 15 Bewohner. Damit ist Hof Loche ideal für die durchschnittliche Gruppengröße des Raphaelshauses geeignet. Für die Kinder und Jugendlichen sei Hof Loche ein ganz besonderer Ort, sagt Hans Scholten. Die meisten Schüler, die sämtlich auf Vermittlung der Jugendämter in der Regel zwei oder drei Jahre im Raphaelshaus betreut werden, sind im städtischen Umfeld aufgewachsen. Das naturnahe Leben auf Hof Loche bringt für sie ein ganzes Bündel neuer Erfahrung mit sich: „Hier können Kinder noch mal Kind werden", sagt Hans Scholten, „sie lieben es, im Wald oder am Wasser zu spielen, Stöcke zu schnitzen, Feuer zu machen oder Radtouren zu unternehmen." Abenteuer eben. In diesem Sinne sind auch die Pfingstlager ein großer Spaß für Kinder, Jugendliche, Betreuer und Lehrer. Auch 2014 werden wieder Zelte für rund 150 Personen aufgestellt, blickt Scholten freudig voraus auf diesen Höhepunkt im Juni. Eventuell bringen die Gruppen auch einige Tiere (Pferde, Lamas etc.) zu den fantasievollen Mottotagen mit. Spätestens dann sind auch die Nachbarn und weitere Bürger aus der Umgebung eingeladen zu Gottesdienst, Siegerehrung sowie Kaffee und Kuchen.

    Das Raphaelshaus wurde 1902 von Franziskanerbrüdern in Dormagen gegründet. Der Name „Raphael" ist hebräisch und bedeutet „Gott heilt". Im Mittelpunkt stand nach der alten Satzung „die schwere Erziehungsarbeit an der gefährdeten und verwahrlosten Jugend". 1927 wechselte das St. Raphaelshaus (ehemaliger Name) in den Besitz des Katholischen Erziehungsvereins für die Rheinprovinz. Erster weltlicher Heimleiter ist seit 1987 Hans Scholten. Das alte Erziehungsheim hat sich zu einem offenen, modernen Jugendhilfezentrum entwickelt, welches aktuell mehr als 250 Kinder und Jugendliche in 22 Gruppen betreut (stationäre, teilstationäre und ambulante Jugendhilfe). 14 dieser Gruppen haben in Dormagen ihr Domizil. Das Fundament bilden die fünf Säulen Schulunterricht, Erlebnis-, Tier- und Zirkuspädagogik sowie christliche Wertorientierung. elm

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