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  • Schaeffler Friction: Mehr Geld und erstmals eine Tarifbindung

    Hamm. Gute Nachrichten für die 145 Beschäftigten des Automobilzulieferers Schaeffler Friction in Hamm: Die Verhandlungen zwischen der Unternehmensleitung und den Vertretern der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) waren erfolgreich - ein neuer Entgelttarifvertrag ist nunmehr abgeschlossen. Wer Mitglied der IG Metall ist, erhält ab Januar 0,2 Prozent mehr Lohn; ab April steigen die Bezüge dann noch einmal um 2 Prozent. Die Entgeltvereinbarung hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2017.

    Beschäftigte der Firma Schaeffler Friction in Hamm hielten am Freitag einen Warnstreik ab, um sich über den Stand der Dinge bei den Tarifverhandlungen zu informieren.
    Beschäftigte der Firma Schaeffler Friction in Hamm hielten am Freitag einen Warnstreik ab, um sich über den Stand der Dinge bei den Tarifverhandlungen zu informieren.
    Foto: x

    Noch kein Ergebnis gibt es unterdessen bei der Frage der Arbeitszeit und bei Zulagen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Hintergrund: In Hamm gilt bisher die 40-Stunden-Woche, während in anderen Werken des Unternehmens nur 35 Stunden pro Woche gearbeitet werden müssen. Auch erwarten die Mitarbeiter feste Zusagen über die Höhe von Zulagen. "Wir sind hierzu noch im Gespräch. Im ersten Schritt ging es erst einmal um die reinen Entgeltfragen", erklärte Gewerkschaftssekretär Reiner Peters-Ackermann auf RZ-Nachfrage.

    Dem Verhandlungsergebnis war ein längerer Kampf vorausgegangen. Bereits vor der Sommerpause hatten die Beschäftigten einen Warnstreik durchgeführt. "Dieser brachte die Geschäftsleitung, die Verhandlungen mit der IG Metall Betzdorf vor dem Warnstreik kategorisch abgelehnt hatte, erstmalig an den Verhandlungstisch", teilte Uwe Wallbrecher, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Betzdorf, am Montag mit.

    Am Freitag vergangener Woche trafen sich die Akteure zu einer zweiten Verhandlungsrunde. Ein erneuter Warnstreik unterbrach die Verhandlungen kurzfristig. Diese Pause nutzten die Gewerkschaftsmitglieder, um sich auf den aktuellen Stand bringen zu lassen und sich abzustimmen, wie weiter verfahren werden soll, erklärte Wallbrecher. Am Ende der Gespräche in Hamm stand dann die Einigung mit der Leitung von Schaeffler Friction. Damit, so die IG Metall, ist der Einstieg in die Tarifbindung bei dem Unternehmen geschafft. Es gehört keinem Arbeitgeberverband an; daher ist es auch nicht an den bundesweit gültigen Tarifvertrag gebunden.

    "Ohne unsere IG-Metall-Mitglieder wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen", betonte der 1. Bevollmächtigte. Diese hätten nicht locker gelassen und fest an einen Verhandlungserfolg ohne Urabstimmung geglaubt. "Der Anfang ist gemacht, wir haben die Laufzeit des Tarifvertrages an die der Metall- und Elektroindustrie bundesweit angepasst, jetzt können wir weiter und gemeinsam die Zukunft gestalten", sagte Uwe Wallbrecher.

    Jürgen Bänsch von der IG-Metall-Bezirksleitung München, der die Schaeffler-Gruppe bundesweit betreut, zeigte sich zufrieden: Das Ergebnis werde weit in die Schaeffler-Gruppe hineinstrahlen und von den Beschäftigten positiv aufgenommen. Auch Uwe Zabel, Verhandlungsführer der IG-Metall-Bezirksleitung Mitte, zeigte sich beeindruckt und zufrieden mit diesem ersten Erfolg: "Wir müssen die nächsten Monate nutzen, um uns noch besser zu organisieren. Damit wir weiter miteinander um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen können - denn am Ende sind wir noch lange nicht angelangt, dieses bedarf dann der uneingeschränkten Unterstützung der IG Metall Mitglieder bei Schaeffler."

    Schaeffler-Betriebsratsvorsitzender Rüdiger Schnitzler bewertete das Verhandlungsergebnis so: "Ein gutes Zeichen für unsere Region, die traditionell sehr stark in der Tarifbindung verankert war." Schnitzler war Teil der Verhandlungskommission. "Wir haben es geschafft, und darauf können wir sehr stolz sein. Wer ernsthaft einen Tarifvertrag haben möchte, wird diesen gemeinsam mit der IG Metall durchsetzen können. Das haben wir bewiesen", so Schnitzler weiter. Und er betonte: "Nur ein Tarifvertrag ist juristisch bindend und sichert die Einkommen aller Beschäftigten mittel- und langfristig ab."

    Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

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