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    Kreis AltenkirchenMüllumladestation kommt nach Etzbach

    Die geplante Müllumladestation des Kreises Altenkirchen kommt nach Etzbach (VG Hamm). Das hat der Kreistag beschlossen.

    Die geplante Müllumladestation  soll nach dem Willen des Kreistages im Industriepark Etzbach entstehen.
    Die geplante Müllumladestation soll nach dem Willen des Kreistages im Industriepark Etzbach entstehen.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Erst sollte sie nach Nauroth, dann nach Altenkirchen, und nun bekommt sie die Gemeinde Etzbach: die geplante Müllumladestation. Der Kreistag hat sich gestern Nachmittag mehrheitlich dafür entschieden, ein Abfallwirtschaftszentrum im Industriepark Etzbach in der Verbandsgemeinde Hamm zu planen und das notwendige Genehmigungsverfahren in Gang zu setzen. Sechs Gegenstimmen kamen von Vertretern der Grünen, der FWG und der FDP. 36 Mitglieder stimmten für den Vorschlag.Die Bürgerinitiative aus Nauroth, die sich seit drei Jahren vehement gegen eine Müllumladestation in ihrer Gemeinde wehrt, kann die Kreistagsentscheidung als großen Erfolg verbuchen. Die Proteste hatten letztlich dazu geführt, dass alles noch einmal auf den Prüfstand kam und die Angst vor jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen so groß wurde, dass der Kreistag gestern seinen Beschluss aus dem Jahr 2011 aufhob.

    Der zuständige Kreisbeigeordnete Konrad Schwan gab denn auch freimütig zu Protokoll, man habe einen Zickzackkurs hingelegt und wolle nun auf die Zielgerade einbiegen. Dass der Standort Etzbach nicht schon viel früher ins Gespräch kam, begründete Schwan damit, die Fläche habe seinerzeit noch nicht zur Verfügung gestanden. Und während weder die Naurother noch die Altenkirchener täglich zig Müllfahrzeuge durch ihre Orte fahren lassen wollten, haben sich die Etzbacher sogar freiwillig gemeldet und die Anpachtung einer Fläche von 10 000 Quadratmetern im Industriepark angeboten.

    Wie sich nun herausgestellt hat, ist eine Anlage in Etzbach unwirtschaftlicher als eine in Nauroth. Doch Konrad Schwan ist Profi genug, um auch unter diesen Vorzeichen Gründe für einen Neubau in Etzbach zu finden. Dort, führte er gestern aus, habe man sogar so viel Platz, um mehr als nur eine Umladestation zu bauen. „Ein Stück der Logistik" soll dort ebenfalls Platz finden, damit etwa Biomüll vorsortiert werden kann. Auch ein Betriebshof schwebt ihm vor.

    Den Dank der CDU-Fraktion haben sich die Etzbacher bereits verdient: Tobias Gerhardus dankte ausdrücklich für das Angebot und dafür, dass der dortige Gemeinderat unvoreingenommen an das Thema herangegangen sei. Die Ratsmitglieder hatten am 15. Juli einstimmig dafür gestimmt, die Fläche an den Landkreis zu verpachten.

    Ganz anders wertete Bernd Becker für die SPD-Fraktion die neue Entwicklung bei der Standortsuche. Der Kreistag habe den Abfallwirtschaftsbetrieb vor einem Irrtum bewahrt. Dass nach den Naurother Protesten plötzlich Altenkirchen als Standort ins Gespräch gekommen war, bezeichnete er als „unerklärlichen Gesinnungswechsel", stellte aber klar, dass seine Fraktion für eine Umladestation ist: „Wir wollen diese Logistik in kommunaler Hand haben." Mehr noch: Die Sozialdemokraten treten nach wie vor dafür ein, die Abfallwirtschaft zu kommunalisieren. Bislang sind Fremdfirmen für den Kreis Altenkirchen tätig, die Woche für Woche den Müll einsammeln und zu Standorten außerhalb der Kreisgrenzen bringen.

    Auch wenn der Kreistag gestern mehrheitlich für den Bau einer Anlage in Etzbach gestimmt hat, ist damit das Projekt noch längst nicht in trockenen Tüchern, wie auch Abfalldezernent Schwan betonte. Noch ist nicht über die Konditionen des Pachtvertrages verhandelt worden, noch hat die Genehmigungsbehörde nicht ihr O. K. gegeben. Gerd Dittmann von Bündnis 90/Die Grünen zweifelte zudem die in Aussicht gestellte Kostenersparnis von rund 500 000 Euro pro Jahr an. Er geht eher von 100 000 Euro aus und meinte, dafür 6 Millionen Euro zu investieren, habe eine lange Amortisationszeit zur Folge. Außerdem beklagte er, dass die Verwaltung Äpfel mit Birnen vergleicht, wenn es in Nauroth um den Kauf eines Geländes und in Etzbach um eine Anpachtung geht.

    Ähnlich sah dies Wolf-Rüdiger Bieschke von der FWG, der bezüglich der ganzen Zahlen ein Verwirrspiel beklagte und die Frage aufwarf, was eigentlich passiere, wenn der Pachtvertrag mit der IPS Industriepark Etzbach GmbH ausläuft und nicht verlängert wird. Bei all den offenen Fragen könne man das Projekt nicht guten Gewissens auf den Weg bringen, meinte Bieschke.

    Konrad Schwan bereitete die Kommunalpolitiker schon mal auf weitere Beratungen vor: „Wir sind erst am Anfang des Wegs. Das Ziel ist noch nicht zu sehen." (mp)

    Altenkirchen Betzdorf
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