40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Altenkirchen/Betzdorf
  • » Medizinische Versorgung: Gibt es zu wenige Pfleger in Krankenhäusern?
  • Kreis AltenkirchenMedizinische Versorgung: Gibt es zu wenige Pfleger in Krankenhäusern?

    Nach Hochrechnungen der Gewerkschaft Verdi fehlen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. Gerade kleinere Kliniken als Grundversorger in ländlichen Regionen haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Wie sieht es im Krankenhaus Kirchen beziehungsweise in der Klinik Altenkirchen-Hachenburg aus?

    Nach Hochrechnungen von Verdi fehlen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. Gerade kleinere Kliniken als Grundversorger in ländlichen Regionen haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Wie sieht es im Krankenhaus Kirchen beziehungsweise in der Klinik Altenkirchen-Hachenburg aus? Foto: dpa
    Nach Hochrechnungen von Verdi fehlen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. Gerade kleinere Kliniken als Grundversorger in ländlichen Regionen haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Wie sieht es im Krankenhaus Kirchen beziehungsweise in der Klinik Altenkirchen-Hachenburg aus?
    Foto: dpa

    Kann das Pflegepersonal in den heimischen Krankenhäusern seinen Aufgaben überhaupt noch gerecht werden? Die Lokalredaktion in Betzdorf erreichte jetzt ein Brief. Statt mit Anrede und Begrüßung beginnt der Text mit einer Überschrift: „Kirchen – Krankenhaus.“ Die Zeilen sind von Eva Baldus aus Wissen. In dem Brief schreibt sie über einen Aufenthalt im DRK-Krankenhaus Kirchen. Das Personal in der Klinik beschreibt sie als „sehr nett, immer freundlich und fröhlich“. Die 80-Jährige wurde Anfang des Jahres am Darm operiert und lag neun Tage lang in der chirurgischen Abteilung. Als Patientin fühlte sie sich so gut versorgt, als sei sie die einzige im Haus – „wirklich angenehm“. „Aber einen Haken hatte es: das wenige Pflegepersonal“, sagt die Frau aus Wissen. Sie hatte den Eindruck, dass Schwestern und Pfleger „sehr überlastet“ sind. „Die gehen nicht, die laufen, von Zimmer zu Zimmer und durch den Flur.“

    Also hakte unsere Zeitung bei der Kirchener Klinik nach, wollte wissen, was sie von diesem Eindruck der Patientin hält. Pflegedirektor Klaus-Peter Schäfer erklärt, dass es zum Zeitpunkt der stationären Behandlung der Patientin zwar eine „hohe Leistungsdichte“ gab, dass aber dementsprechend auch eine „adäquate pflegerische Besetzung“ vorhanden war. „Die Einschätzung der Patientin, dass es sehr wenig Pflegepersonal gibt, entspricht nicht den Tatsachen.“ Allerdings räumt er ein: Spätestens seit der Einführung des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups, zu Deutsch: diagnosebezogene Fallgruppen) seien alle Krankenhäuser in Deutschland dazu verpflichtet, eine gewisse wirtschaftliche Leistung zu erbringen. Die Kliniken seien also gezwungen, ihre Produktivität zu halten, wenn nicht sogar zu verbessern.

    Zu den Auswirkungen dieses Systems gehört zum Beispiel, dass sich die Verweildauer der Patienten in Kliniken verkürzt. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, so Jürgen Ecker, kaufmännischer Direktor des DRK-Krankenhauses Altenkirchen-Hachenburg. Somit steige auch die Arbeitsbelastung. Für Schäfer ist klar, dass sich jeder Personalverantwortliche über mehr Pfleger freuen würde – wenn es denn gegenfinanziert wäre. Hinzu komme, dass dieses Personal auf dem Arbeitsmarkt nicht immer zur Verfügung steht. Stichwort: Fachkräftemangel. Gerade kleinere Krankenhäuser als Grundversorger in ländlichen Regionen haben mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

    Eva Baldus jedenfalls ist froh darüber, dass das „wenige Personal immer sofort zur Stelle“ war. Als sie einmal nachts geklingelt habe, sei ein Pfleger gekommen, der zwar nicht „aus der Ecke“, also von der Station war, aber sofort gesagt habe: „Ich helfe Ihnen.“ Zum Thema „Nachtschicht“ erklärt Schäfer: „Selbstverständlich arbeitet eine Pflegekraft nachts allein auf einer Normalstation mit 24 Betten. Sie wird im Bedarfsfall unterstützt von den Pflegekräften der anderen Stationen. Diese arbeiten auf derselben Etage oder auf den darüberliegenden.“ Im Verbundkrankenhaus Altenkirchen-Hachenburg gibt es für den Nachtdienst auf den Pflegestationen laut Jürgen Ecker zusätzlich einen Springernachtdienst, der für die Pausenablösung sowie Unterstützung bei Arbeitsspitzen zuständig ist. Schäfer erklärt, dass dieses Springersystem in Altenkirchen genutzt wird, da dort eine Normalstation mehr Betten hat als in Kirchen, teils mehr als 30.

    Der Einsatz von Pflegepersonal auf den Stationen in Kirchen erfolgt anhand von Anhaltszahlen, die das Krankenhaus selbst vorgibt. Dabei hält es eine gewisse Mindestbesetzung pro „Schicht“ und externe Vorgaben ein, zum Beispiel die der Deutschen Krankenhausgesellschaft, so Schäfer. Ferner berücksichtigt Kirchen beim Personaleinsatz die Größe und Lage der Stationen, die Fach- und Aufgabenbereiche, zum Beispiel Chirurgie oder Kinderstation, und die zu erwartende Pflegeintensität – also Normalstation oder Intensivstation.

    Nach Hochrechnungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fehlen 162.000 Stellen in Krankenhäusern, allein 70.000 in der Pflege. Hinzu kommt, dass Pfleger und Schwestern krankheitsbedingt ausfallen können. Ecker: „Gerade in Zeiten von starken Infektionskrankheiten wie Grippe kommt es zu einem höheren Krankheitsausfall bei dem Pflegepersonal.“

    Von unserer Reporterin Sabrina Rödder

    Artikel drucken
    Altenkirchen Betzdorf
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
     
    Markus Kratzer (kra)
    Redaktionsleiter
    Tel 02681/9543-21
    E-Mail
     
     
    Volker Held (vh)
    stv. Redaktionsleiter
    VG Altenkirchen
    Tel 02681/9543-33
    E-Mail
     
    Elmar Hering (elm)
    Redakteur
    VG Wissen & Hamm
    Tel 02681/9543-13
    E-Mail
     
    Andreas Neuser (an)
    Redakteur
    VG Betzdorf, Gebhardshain
    Tel 02741/9200-68
    E-Mail
     
    Daniel Weber (daw)
    Redakteur  
    VG Daaden, Gebhardshain, Stadt Herdorf
    Tel 02741/9200-67
    E-Mail
     
    Peter Seel (sel)
    Redakteur VG Kirchen
    Tel 02741/9200-65
    E-Mail
     
     
    Sonja Roos (sr)
    Redakteurin VG Hamm
    Tel 02681/9543-19
    E-Mail
     
     
    Beate Christ (bc)
    Reporterin VG Flammersfeld
    Tel 0170/2110166
    E-Mail
     
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 02681/954 317

    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Samstag

    20°C - 25°C
    Sonntag

    17°C - 28°C
    Montag

    18°C - 26°C
    Dienstag

    19°C - 27°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach