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    GebhardshainLaientheater in Gebhardshain: Dolles Stück toll aufgeführt

    Mit großer Professionalität und viel Spaß brachte die Theatergruppe der Gebhardshainer Heimatfreunde den Schwank "Stöpsel" auf die Bühne.

    Das sieht auch ein Blinder mit dem Hühnerauge: Die Theatergruppe der Gebhardshainer Heimatfreunde vergeigt ihre Zukunft nicht. Vor 25 Jahren auf Initiative von Ingeborg Sgraja im Winter 1991 von Gebhard Hoffmann aus der Taufe gehoben, lockt die Truppe Jahr für Jahr mit ihren Aufführungen an den drei Vorstellungstagen weit über 1000 Zuschauer an. Denn sie bietet in Punkto Laientheater Sekt statt Selters: Die Amateure verstehen es, ihre Stücke mit großer Professionalität auf die Bühne zu bringen – 21 Inszenierungen erfolgten unter Gesamtleitung von Gebhard Hoffmann, der dann die Verantwortung in die Hände von Wolfgang Philipp und Olaf Hoffmann legte.

    Mit ihrem 24. Bühnenstück „Stöpsel“ – ein Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach – hat die Theatergruppe am Wochenende das Kunststück fertig gebracht, sich mal wieder selbst zu übertreffen. Die Premierenbesucher am Freitagabend gaben laufend Szenenapplaus.

    Das aufwendige Bühnenbild für den ersten Akt entführte ins Venedig der 1920er Jahre, der Blick aus dem nobel ausgestatteten Hotel am Lido fiel auf eine schaukelnde Gondel an der Rialtobrücke. Im ersten Akt geht es darum, das der bekannte Fabrikant für Hühneraugenmittel, Otto Piper, einmal inkognito reisen will und sich auf Anraten seines Freundes Haberland unter falschem Namen im Hotel am Lido einschreibt – als Herr Stöpsel. Eine Paraderolle für Wolfgang Philipp, der großes komödiantisches Talent mitbringt und mit unnachahmlicher Mimik agiert. Überhaupt scheinen den Darstellern die Rollen wie auf den Leib geschrieben – sei es Bühnenneuling Basti Kneip als Hoteldirektor oder Ludger Hüsch als Diener bei Piper. Zuerst aber lernt das Publikum Graf Pasetti kennen. Gebhard Becher spielte den adligen Hotelgast, der ständig in Geldnöten ist und seinen Neffen Graf Toscani anpumpt, der als Geiger Vallé im Hotel ihre Finanzen aufbessert. Graf Pasetti läuft im Hotel eine Bekannte aus Berlin über den Weg: die „rote Mieze“, nun Baronin Winkelsbühl – Sandra Groß mimte die frühere Lebedame berlinernd. Sie sagt, dass ihre neureiche Freundin eine Verbindung zum Adel wünscht, sich blaublütiges Heiraten der Tochter was kosten lässt und schlägt dafür seinen Neffen vor. Graf Pasetti drängte ihn: „Du vergeigst Deine Zukunft.“

    Doch der ehrenwerte Graf Toscani, distinguiert von Olaf Hoffmann verkörpert, will seinen Titel nicht verscherbeln. Derweil versucht Fabrikant Haberland seinen Neffen Peter Stengel von der kostspieligen Ossy Lemke loszueisen. Klaus Peter Meurer spielte den geschickten Taktierer Haberland, Oliver Bierbaum den unsicheren leicht beeinflussbaren Neffen Stengel und Sandra Schmidt die durchtriebene Ossy. Otto Piper aber lässt, endlich mal inkognito, alle Vorsicht fahren. Köstlich war die Szene, wo er mit Ossy soupiert. Graf Pasetti, der inzwischen aus Geldnot kellnerte und ihm Sekt auf den Smoking spritzte, wurde in Gebhardshainer Platt als „Dappes“ beschimpft.

    Herrlich die Begleitmusik: Olaf Hoffmann als Geiger Vallé, die Bühnenneulinge Sebastian Heer und Ben Heer (zuvor Hotelboy und Kellner) als Schlagzeuger und Pianist in Aktion. Die Combo sang auch einen Schlager jener Zeit: „Ich bin so scharf auf Erika“. Turbulent ging’s zu, als „Herr Stöpsel“ in flagranti vom (angeblichen) Ehemann der schönen Ossy entdeckt wird.

    Die Turbulenzen fanden im Schloss der Pipers in Berlin ihre Fortsetzung, wofür ein zweites edles Bühnenbild gestaltet wurde. Im Schloss empfangen Pipers Frau Adele (Hildegard Becher) und Tochter Erika (Lisa Reifenrath) gerade einen Heiratskandidaten, als er vorzeitig nach Hause kommt. Piper hält Graf Toscani, den er nur als Hotelgeiger kennt, für einen Schwindler und will seine Frau vom Adelsfimmel kurieren: „Wenn der ihr erzählt, er wäre der uneheliche Sohn von Hatzfeldt – die glaubt das!“ Als sich die ganze „Hochstapler-Gesellschaft“ aus dem Hotel am Lido in Pipers Schloss einstellte, rief er einen Detektiv, der sie enttarnen soll.

    Erstmals als Spieler auf der Gebhardshainer Bühne zu erleben war da Gebhard Hoffmann – als Kriminalkommissar a. D. Kruse, der in Piper den Schulfreund erkannte und mit Spitznamen begrüßte: „Stöpsel!“ Ein dolles Stück und 14 tolle Akteure!

    Der Applaus galt natürlich auch den Akteuren vor und hinter der Bühne: Souffleur ist Wolfgang Gerhards. Für die Requisiten sorgen Renate und Johannes Hombach. Für die Frisuren ist Regina Bellmann-de Vries und für die Maske Vanessa Schneider zuständig, die diesmal vor besonderen Herausforderungen standen, da einige Männer jugendliche Liebhaber spielen mussten. Den Bühnenaufbau haben Mitglieder der Gebhardshainer Heimatfreunde geleistet. Die stilechten Kostüme stammten von einem Kostümverleih. Ein Teil des Reinerlöses der Aufführungen ist wieder für soziale Zwecke bestimmt. Eva-Maria Stettner

     

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