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  • Ladenschluss: Lebensmittelmarkt macht dicht

    Pracht. Die Tage sind gezählt: Am Samstag, 29. Oktober, endet in der Ortsgemeinde Pracht ein Stück Dorfgeschichte. An diesem Tag schließen die Inhaber des einzigen örtlichen Lebensmittelmarktes, "nah und frisch Schmitz" in der Bergstraße, ihre Türen zum letzten Mal zu.

    Die teilweise leeren Regale künden bereits vom Ausverkauf. Auch Ortsbürgermeister Udo Seidler und Stammkundin Irene Eschmann (2. und 3. von links) bedauern, dass Natascha Schmitz und Dietmar Friedrich ihr Lebensmittelgeschäft in der Bergstraße in Pracht für immer schließen. Foto: Heinz-Günter Augst
    Die teilweise leeren Regale künden bereits vom Ausverkauf. Auch Ortsbürgermeister Udo Seidler und Stammkundin Irene Eschmann (2. und 3. von links) bedauern, dass Natascha Schmitz und Dietmar Friedrich ihr Lebensmittelgeschäft in der Bergstraße in Pracht für immer schließen.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    "Es lohnt sich nicht mehr, wir haben zu wenig Umsatz, um unsere Kosten für das zweigeschossige Haus einschließlich der Nebenkosten zu decken. Wir hören auf, denn als Nebenerwerb können wir das Geschäft leider nicht weiterführen", sagen die beiden Unternehmer Natascha Schmitz und Dietmar Friedrich. Sie hatten das Wohn- und Geschäftshaus vor zwei Jahren gekauft und sich zum Ziel gesetzt, den vorher hierin befindlichen Edeka-Markt als "nah und frisch Schmitz" weiterzuführen.

    Das Geschäft lief zunächst ganz gut an. "Bis vor wenigen Wochen hatten wir sogar ein Vollsortiment im Angebot", berichtet Natascha Schmitz. Dieses umfangreiche Sortiment bestand aus insgesamt rund 3000 unterschiedlichen Artikeln. Unter anderem offerierte der Laden auf einer Verkaufsfläche von rund 220 Quadratmetern seiner Kundschaft Brot, Frischfleisch und Wurst, Konserven, Getränke, Mehl, Zucker, Salz, Pudding, Süßwaren, Zeitschriften, Reinigungsmittel und Tabakwaren. Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre sei der Kundenstamm jedoch nach und nach immer kleiner geworden, so die Geschäftsinhaber: "Wir schrieben, nicht zuletzt durch den Ablauf von Mindesthaltbarkeitsdaten, immer größere Verluste."

    Das Betreiberpaar hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Natascha Schmitz: "Schweren Herzens und mit feuchten Augen haben wir uns vor rund vier Wochen dazu entschlossen, den Laden aufzugeben. Besonders schwer fällt uns der Schritt aufgrund unserer netten und freundlichen Stammkunden. Dies sind vielfach ältere Personen, die nur schwer in der Lage sind, die Einkaufsmärkte in der näheren Umgebung zu besuchen. Der Rückgang liegt mit Sicherheit nicht an unseren marktüblichen Preisen und der Frische des Sortiments."

    Daran wird sich auch an den verbleibenden Tagen nichts ändern. Viele Produkte kommen aus der Region, unter anderem Fleisch, Wurst, Brot und Brötchen. Kunden wussten zudem die wöchentlichen Sonderangebote zu schätzen, die per Hauswurfsendungen im ganzen Ort bekannt gemacht wurden. Ein weiterer Service von "nah und frisch Schmitz" waren ein DHL-Paketshop sowie belegte Brötchen und Getränke zum Mitnehmen. Ein kostenloser Hauslieferdienst rundete den Service ab.

    Inzwischen haben die beiden Kaufleute mit dem Ausverkauf begonnen. Auch der Prachter Ortsbürgermeister Udo Seidler bedauert in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Geschäftsschließung. "Die Bevölkerung trägt hieran auch eine Mitschuld. Das gute Angebot vor Ort wurde von ihr einfach nicht wahr- oder angenommen. Scheinbar haben doch fast alle Menschen im Ort, auch wenn sie kein Fahrzeug haben, die Möglichkeit, Geschäfte in der Nähe zu erreichen."

    Laut Seidler endet mit dem jetzigen "Ladenschluss" eine Tradition, die fest zum Ort gehörte. Von den 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre gab es in der Bergstraße lange Zeit neben einem Lebensmittelladen eine Milchbude, einen Kolonialwarenladen und später sogar für rund zehn Jahre einen Schlecker-Markt. Doch so ganz will der Ortsbürgermeister die Hoffnung noch nicht aufgeben. Das bestehende Ladengeschäft sei groß, zentral gelegen und verfüge über ausreichend Parkplätze: "Wir hoffen, dass es bald wieder belegt ist. Einen Leerstand wünschen wir weder dem Eigentümer noch der Ortsgemeinde."

    Von unserem Mitarbeiter Heinz-Günter Augst

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