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    Kreis AltenkirchenKreis Altenkirchen will Stegskopf-Kindern helfen

    Unter den vielen Flüchtlingen, die täglich Deutschland erreichen, sind auch immer wieder Kinder, die nicht in Begleitung ihrer Eltern unterwegs sind. Um diese müssen sich die Jugendämter kümmern. 68 000 sind es in ganz Deutschland, 2136 in Rheinland-Pfalz. "Die Situation in allen Jugendämtern ist extrem angespannt", berichtete Dr. Frank Gusinde vom Kreisjugendamt im Jugendhilfeausschuss.

    Foto: Sascha Ditscher

    Foto: Sascha Ditscher

    Was die Situation für die Sozialarbeiter so schwierig macht: "Niemand weiß, wo wir in diesem Sommer stehen werden", so Gusinde. Alle bisherigen Zahlen und Prognosen seien falsch gewesen. Unterm Strich waren es immer mehr Kinder ohne Begleitung ihrer Eltern, als zuvor geschätzt wurden. Im Kreis Altenkirchen leben derzeit 62 dieser Minderjährigen - und das sind acht weniger als der Kreis laut Verteilungsschlüssel eigentlich betreuen müsste. Für 34 Kinder hat das Kreisjugendamt bereits eine sogenannte Amtsvormundschaft übernommen, weitere sieben sind in Vorbereitung. In weiteren 15 Fällen sind die betroffenen Kinder und Jugendlichen bei Verwandten, die ebenfalls vor Krieg und Terror nach Deutschland geflüchtet sind. Und in sechs Fällen sind die Personen inzwischen erwachsen; für sie hat das Altenkirchener Jugendamt aber eine sogenannte Anschlusshilfe bewilligt. Mit anderen Worten: Die Sozialarbeiter haben weiterhin deren Wohl im Auge.

    Aber es gibt auch andere Besonderheiten, wie Dr. Gusinde berichtete: "Bei zehn Kindern haben wir den Verdacht, dass es sich um unbegleitete minderjährige Asylbewerber handelt. Dies sind Fälle, bei denen irgendetwas nicht stimmt und die nun gezielt überprüft werden. Das hält auf und ist viel Arbeit." Es kommt öfter vor, dass die betreffenden Personen ihr wahres Alter nicht preisgeben und nur vorgeben, erwachsen zu sein.

    Der kurze Bericht aus der Praxis belegte das, was Referatsleiter Frank Schneider anschließend konstatierte: "Diese Arbeit können die sechs Schwerpunktjugendämter, die das Land bilden will, noch nicht einmal ansatzweise schaffen." Rheinland-Pfalz will von der Möglichkeit Gebrauch machen, solche Schwerpunktjugendämter zu bilden, die sich in den ersten zwei Monaten nach Eintreffen des jeweiligen Kindes um dessen Wohl kümmern und alles regeln, was zu regeln ist. Ziel: In diesen Behörden soll das notwendige Fachpersonal vorgehalten werden. Man will vermeiden, dass alle 41 Jugendämter im Land die erforderlichen Kompetenzen aufbauen. Vorgesehen dafür sind die Kreise Mainz-Bingen und Kusel sowie die Städte Kaiserslautern, Koblenz, Trier und Speyer.

    Weil sich aber gerade in den Orten, in denen es große Aufnahmeeinrichtungen gibt, die Arbeit bündelt, soll unter anderem auch der Kreis Altenkirchen ein solches Schwerpunktjugendamt bilden und sich der unbegleiteten Kinder auf dem Stegskopf annehmen (die RZ berichtete). "Grundsätzlich sind wir dazu bereit", erklärte Kreisbeigeordneter Klaus Schneider. Aber es seien noch Rechtsfragen zu klären. Besonders die Frage der Amtsvormundschaften treibt Schneider um: "Es besteht die Gefahr, dass wir dauerhaft für diese Kinder zuständig sind." Er plädiert dafür, dass das Jugendamt die Vormundschaft übernimmt, in dessen Gebiet das betreffende Kind später auch umziehen wird. Klar ist aber auch: Vor der Landtagswahl wird hierzu keine Klarheit zu erwarten sein. Bis dahin geht das "Geschäft" also in bisheriger Weise weiter.

    Marcelo Peerenboom

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