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    Kreis AltenkirchenKreis Altenkirchen: Kleine Grundschulstandorte in Gefahr?

    Geht es nach dem Willen der Landesregierung, könnte sich die Grundschullandschaft im Kreis Altenkirchen in Zukunft ändern. Um die angekündigten Personaleinsparungen von 310 Stellen im Schulbereich umzusetzen, möchte die Landesregierung Leitlinien erarbeiten, um kleine Grundschulstandorte zu schließen. Konkrete Namen wurden vom Land bisher noch nicht genannt, lediglich, dass rund 100 Schulen in Rheinland-Pfalz derzeit nicht die geforderte Mindestgröße erreichen.

    Was tun, wenn eine Schule immer weniger Anmeldungen hat und Kombiklassen bilden muss? Das Land will kleine Standorte prüfen.
    Was tun, wenn eine Schule immer weniger Anmeldungen hat und Kombiklassen bilden muss? Das Land will kleine Standorte prüfen.
    Foto: dpa

    Im Leitfaden zur Schulentwicklungsplanung heißt es zur Mindestgröße: "In der Grundschule muss jede Klassenstufe mindestens eine Klasse umfassen." In der Folge könnten also all diejenigen Grundschulen bedroht sein, bei denen es sogenannte Kombiklassen gibt. Diese wiederum werden in der Regel dann gebildet, wenn in aufeinanderfolgenden Klassenstufen die Zahl von zusammen 23 Schülern nicht erreicht wird.

    Im Kreisgebiet gibt es zurzeit mehrere Grundschulen, in denen Kinder in Kombiklassen unterrichtet werden, beispielsweise die Außenstelle Herkersdorf-Offhausen der Michaelschule Kirchen, die Außenstelle Wehbach der W.-E.-Ketteler-Grundschule Niederfischbach oder die Franziskus-Grundschule in Friesenhagen. Bei anderen Grundschulen, etwa der Hellertal-Grundschule in Alsdorf oder der Oberlahrer Grundschule, gab es in der Vergangenheit Kombiklassen.

    Müssen diese Schulen jetzt befürchten, dass sie geschlossen werden könnten? "Es ist davon auszugehen, dass einzelne Grundschulen im Kreis überprüft werden. Dieser Kelch wird nicht am Kreis Altenkirchen vorbeigehen", meint Lars Lamowski, Grundschulreferent des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Zugleich weist er aber auch daraufhin, dass Überprüfung nicht auch Schließung bedeuten muss. "Es ist allerdings denkbar, dass das Land in dem einen oder anderen Fall dem Schulträger die Entscheidung abnimmt und so den Schwarzen Peter übernimmt", sagt Lamowski, der hauptberuflich Rektor der Grundschule Brachbach ist.

    Sollten Grundschulen geschlossen werden, fordert der VBE, dass die dadurch eingesparten Stellen aufgrund der angespannten Personalsituation den größeren Grundschulen zugutekommen. "Nur so kann das Konzept Fordern und Fördern in den Grundschulen wieder besser umgesetzt werden", betont Lamowski.

    Die Zukunft der Grundschulen treibt auch Landtagsmitglied Dr. Peter Enders (CDU) um. Der Eichener sorgt sich nach eigenen Aussagen besonders um die Grundschule in Oberlahr, in der zuletzt 16 Erstklässler eingeschult wurden. Dort zeigt man sich jedoch nur wenig beeindruckt von den Aussagen der Landesregierung. "Es gibt keinen Anlass, etwas zu verändern", sagt Anke Schifferings, kommissarische Schulleiterin der Grundschule Oberlahr. Schließlich funktionierten kleine Systeme in vielen Bereichen besser als große. "Unsere Lehrer kennen jedes Kind, und das Kollegium kann die Schüler mit einem viel höheren Aufwand fördern, als das an einer großen Schule möglich ist", so Schifferings. Zudem sei die Grundschule für die dörfliche Struktur von Bedeutung. Aus dem Flammersfelder Rathaus heißt es, dass der Standort Oberlahr vonseiten der Verwaltung nicht hinterfragt werde, allerdings kenne man die Pläne des Landes nicht.

    In der Grundschule Friedewald, die aktuell von 50 Schülern besucht wird, hat Schulleiterin Hildegard Claßen-Stinner von den Plänen der Landesregierung zwar gehört, aus der Ruhe bringen lässt sie sich davon aber nicht. "Zurzeit handelt es sich nur um Spekulationen. Man muss abwarten, was tatsächlich kommt", sagt Claßen-Stinner. Angst habe sie nicht vor der Entscheidung, denn Angst sei ein schlechter Ratgeber. Befürworten kann sie die Ankündigung des Landes aber auch nicht: "Für die Kinder wäre eine Schließung sehr schade. Schließlich gilt ja der Grundsatz ,Kurze Beine, kurze Wege'." Sie geht aber nicht davon aus, dass die Grundschule Friedewald in den Fokus geraten kann, zumal der Kindergarten wieder über größeren Zulauf berichtet.

    Dass bei den Schülerzahlen die Tendenz nach oben zeigt, bestätigt Wolfgang Schneider, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herdorf-Daaden. Die Gerüchteküche möchte Schneider nicht weiter anheizen, sondern abwarten, bis das Land konkrete Kriterien vorstellt. Klar stellt er allerdings: "Der Verwaltung ist daran gelegen, dass der Standort Grundschule Friedewald bestehen bleibt."

    Mit nur neun Erstklässlern stellt die Hellertal-Grundschule Alsdorf im aktuellen Schuljahr die wenigsten i-Dötzchen. Ob der Standort deshalb ins Wanken geraten könnte, dazu möchte der Betzdorfer Bürgermeister Bernd Brato keine Prognose wagen. Dem Ansinnen des Landes wird er sich aber auch nicht völlig verschließen. "Eine solche Entscheidung muss ohne Emotionen getroffen werden, auch wenn das nicht einfach ist", teilt Brato auf RZ-Anfrage mit. Aus der Hellertal-Grundschule selbst heißt es nur kurz angebunden: "Wir haben eine gut funktionierende Grundschule."

    In der Verbandsgemeinde Kirchen gibt es gleich drei Grundschulen mit Kombiklassen. Die Grundschule Kirchen am Standort Herkersdorf/Offhausen besuchen beispielsweise nur insgesamt 24 Schüler in zwei Klassen. Die Frage, ob diese gefährdet sein können, möchte Bürgermeister Jens Stötzel nicht beantworten: "Das wäre reine Spekulation." Genauere Details über die Pläne der Landesregierung lägen zurzeit nicht vor, allerdings soll eine entsprechende Anfrage an die Schulaufsichtsbehörde gestellt werden. "Da erwarten wir Antworten, sollten Schulen in unserer Verbandsgemeinde tatsächlich im Fokus stehen", teilt Stötzel mit. Grundsätzlich sei die Beschlusslage des VG-Rates eindeutig, nämlich alle Schulstandorte in der VG zu erhalten.

    Von unserer Redakteurin Susanne Schneider

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