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    SteinebachGrube Bindweide: Vom Bergwerk zum Heilstollen

    Doktor Joachim Schwarz war sofort dabei, als ihn sein Namensvetter auf den Heilstollen ansprach.

    Vor und nach der Atemtherapie können die Teilnehmer ihre Lungenfunktion testen. Foto:
    Vor und nach der Atemtherapie können die Teilnehmer ihre Lungenfunktion testen.
    Foto:

    Von unserer Reporterin Sabrina Rödder

    Joachim Weger - seit mehr als 25 Jahren im Besucherbergwerk der Steinebacher Grube Bindweide engagiert - war im April 2012 in die Dickendorfer Praxis des 61-Jährigen hineingeschneit und hatte ihn spontan gefragt, ob die gute Luft in der Grube nicht die ideale Voraussetzung für eine Atemtherapie bietet. Denn jedes Mal, wenn Weger eine Führung unter Tage machte, war ihm die zehn Grad kühle gute Luft aufgefallen. Auch die Besucher hatten ihn immer wieder darauf angesprochen: "Dann habe ich irgendwo was von Heilstollentherapie gehört - und dachte: Da frage ich mal einen Fachmann wie Schwarz."

    Die beiden Joachims machten zusammen mit der Psychologin Cordula Schwarz (56), der Frau von Joachim Schwarz, Nägel mit Köpfen und legten noch im selben Monat los. Zwei Patienten von Schwarz - einer mit Heuschnupfen und einer mit Asthma - dienten als Versuchskaninchen und waren von der Wirkung der reinen Luft begeistert. Schon einen Monat später wurden Schnupperkurse angeboten und ein Aufruf in der Zeitung gestartet. Bald stand fest: Die Atemtherapie zeigte bei vielen Gästen heilende Wirkung. Für Schwarz war das ein guter Grund, sich für einen Heilstollen im AK-Land einzusetzen. Bei einem Ausflug in den nächstgelegenen Heilstollen - nach Bad Fredeburg im Sauerland - machten er und seine Mitstreiter selbst eine Therapie mit und holten sich Tipps. Unter anderem erfuhren sie, dass das Reizklima unter Tage nicht jedem Besucher gut tut - am Anfang einer Erkältung sollte man eine Heilstollentherapie besser meiden.

    Die Steinebacher informierten sich über die Bedingungen, die zu erfüllen sind, damit eine Grube als Heilstollen anerkannt wird: Wie haben die Räumlichkeiten auszusehen? Wie muss das Klima im Stollen genau sein? Welche fachlichen Kompetenzen werden vorausgesetzt?

    Nachdem der Deutsche Wetterdienst das ganze Jahr 2014 über einmal wöchentlich die Luftqualität geprüft hatte, wurde der Steinebacher Stollen im April 2015 in den Verband deutscher Heilstollen aufgenommen. Und er ist bislang der einzige seiner Art in Rheinland-Pfalz - in Bad Kreuznach gibt es einen radonartigen Heilstollen. In Steinebach können Männer, Frauen und Kinder von April bis Juni und September bis Oktober etwas gegen Heuschnupfen, Asthma, Schlafstörungen und Migräne tun. Nicht nur Leute aus dem Kreis Altenkirchen kommen deswegen hierher, sondern ebenso aus dem Westerwald und dem Siegerland. Mindestens eine fachkundige Person fährt immer mit in den Stollen hinein - neben Cordula und Joachim Schwarz sind das Mitarbeiter der Dickendorfer Praxis.

    Da die Heilstollentherapie in Rheinland-Pfalz noch nicht als Kurmittel anerkannt ist, zahlen die Krankenkassen für die Behandlungen nicht. Das ist in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Thüringen anders. Schwarz, der Dozent an der Uni Gießen ist, sagt: "Unser nächstes Ziel ist es also, in der nahen Zukunft als Heilstollen-Kurbetrieb anerkannt zu werden. Denn nur so zahlen die Krankenkassen für die Atemtherapie." Diskussionen zur Aufnahme habe es schon gegeben. "Sobald die Tür einmal offen steht, geht es sicher schnell. Dafür werde ich mich einsetzen."

    Weger schmunzelt: "Ganz ehrlich? Ich hätte nie gedacht, dass wir mit dem Projekt so weit kommen würden." Doch mittlerweile sind die zwölf Therapieplätze an vielen Tagen sogar ausgebucht. "Hier ist zwar nicht die Luft der Nord- oder Ostsee", meint Schwarz, "und auch keine Höhenluft der Berge. Aber dafür ein tolles Bergwerk - das sehen wir als wahren Schatz an. Als Region müssen wir das nutzen."

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