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  • Kritik Krankenhaus Kirchen: "Alles korrekt gelaufen"

    DRK-Klinik Kirchen: Mutter (26) fühlt sich mies behandelt

    Kirchen. „Die Art und Weise, wie das alles abgelaufen ist, war der Horror“, so beschreibt Martina Debus aus Roßbach (Westerwaldkreis) die Umstände, die ihre Tochter Kristine vor rund zwei Wochen erleben musste. Die 26-Jährige war mit ihrem gerade mal sechs Stunden alten kränkelnden Baby von der Hachenburger Klinik ins Kirchener DRK-Krankenhaus verlegt worden. Dort soll sie von einer Ärztin mit dem Satz „Hier haben Sie ein Bett, medizinische Versorgung bekommen Sie hier nicht, wir verdienen nichts an Ihnen“ empfangen worden sein.

    Mit dem Verhalten auf der Neugeborenenstation im Kirchener Krankenhaus ist eine Familie aus Roßbach ganz und gar nicht zufrieden. Foto: Markus Döring
    Mit dem Verhalten auf der Neugeborenenstation im Kirchener Krankenhaus ist eine Familie aus Roßbach ganz und gar nicht zufrieden.
    Foto: Markus Döring

    Martina Debus befürchtet, dass es nicht viel bewirkt, dass sie sich mit ihrer Beschwerde an die RZ gewandt hat: „Das System der Krankenkassen lässt sich nicht einfach ändern.“ Denn es ist die Regelung der Krankenkassen, dass eine frischgebackene Mama bei Verlegung in ein anderes Krankenhaus nicht mehr als Patientin aufgenommen wird, sondern nur als Begleitperson ihres Neugeborenen gilt. Dass aber so mit einer Person umgegangen wird wie in Kirchen, das hält die 52-jährige Oma für falsch.

    Zu den Anschuldigungen sagt Klaus Schmidt, kaufmännische Leiter des DRK-Krankenhauses Kirchen, auf RZ-Nachfrage: „In diesem Fall ist alles korrekt gelaufen: Die Frau wurde als gesunde Mutter eingestuft. Somit darf sie bei Verlegung ihres Säuglings in eine andere Klinik nur als Begleitperson aufgenommen werden. Es gab keine Möglichkeit, anders zu handeln.“ Die Möglichkeit, dort zu bleiben, habe die junge Mutter ja bekommen. Wäre sie aber krank gewesen, wäre sie laut Schmidt als Patientin eingestuft worden.

    Vielleicht nicht „krank“, aber dennoch nicht gerade in bester Verfassung, kann man die 26-jährige Kristine Marth nennen, findet ihre Mutter Martina Debus: „Sie hat ihren Sohn Jonah auf normalem Weg zur Welt gebracht. Danach musste sie genäht werden. Ich bin der Meinung, dass da in den ersten Tagen jemand drauf gucken muss.“ Weiter erzählt sie, dass ihre Tochter sich nur zum Wohl Jonahs, ihres ersten Kindes, hatte verlegen lassen. Denn die Körpertemperatur des Säuglings sei nicht normal gewesen, er habe seltsame Geräusche beim Atmen gemacht. Ein Kinderarzt aus Kirchen, der nachts nach Hachenburg gekommen war, habe vorgeschlagen, den Jungen mitzunehmen. Morgens sei Kristine, die ebenfalls in Roßbach wohnt, im Krankenwagen hinterhergefahren worden.

     

    Innerhalb der fünf Tage, die die 26-Jährige in Kirchen verbracht hat, habe weder ein Arzt noch eine Schwester nach ihr geschaut, sagt Debus. Auch eine Stillberatung habe gefehlt. Auf die Nachfrage, ob sie noch weitere OP-Netzhöschen bekommen könne, in die Einlagen hineinpassen, habe eine Schwester gesagt, dass sie ihre eigene Unterwäsche anziehen soll. Kulanz? Fehlanzeige. „Meine Tochter hat nur geheult. Auch ich saß zu Hause und habe geheult.“ Das alles wollte die Familie nicht länger mitmachen, noch während des Aufenthalts in Kirchen habe ihr Schwiegersohn in Hachenburg angerufen, um sich zu beschweren. Daraufhin sei eine Frau vom Beschwerdemanagement gekommen: „Danach wurde der Ton freundlicher.“

    Dass es überhaupt bis zu einer Beschwerde kommen musste, kann die 52-Jährige nicht verstehen: „In einer Klinik, in der tagtäglich Kinder geboren werden, müsste man eigentlich wissen, dass Mütter und Kinder eine liebevolle Betreuung brauchen, um einen guten Start ins Leben zu haben.“

    Von unserer Reporterin Sabrina Rödder

     

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