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    Kreis AltenkirchenDaadenbach jetzt fast barrierefrei: Vier Wehre abgebaut

    Eine gute Nachricht für Fische: Am Daadenbach hat die Kreisverwaltung vier Wehre abgebaut, um die Durchgängigkeit des Gewässers zu erreichen.

    Eines der Wehre, das es zwischenzeitlich nicht mehr gibt.
    Eines der Wehre, das es zwischenzeitlich nicht mehr gibt.
    Foto: Niklas Kleefisch

    Wir machen den Weg frei: Das ist zwar der Werbespruch der Genossenschaftsbanken. Doch er könnte auch das Motto für die Beseitigung der Wehre sein, die den Fischen im Daadenbach bisher das Leben schwer gemacht haben. Schließlich ist das Wandern nicht nur des Müllers Lust - nein, auch Fische wandern viel und gern. Im Daadenbach haben sie insofern jetzt ein wahres Wanderparadies.

    Dank einer üppigen, 90-prozentigen Förderung des Landes konnte die Kreisverwaltung in den vergangenen Monaten die Durchgängigkeit im Daadenbach wieder herstellen. Wo bisher steinerne Wehre für Flussbewohner teilweise unüberwindbare Hindernisse waren, präsentiert sich heute ein Bachlauf, wie ihn sich Naturschützer vorstellen und der ganz nach dem Geschmack von Forelle, Schmerle, Gründling & Co. ist.

    Etliche Fischarten laichen meist im Oberlauf eines Baches. Als ausgewachsene Fische hingegen begeben sie sich auf Wanderschaft - flussabwärts Richtung Mündung. Und wenn die Zeit gekommen ist, zieht es sie dann wieder zurück an den Geburtsort. Dumm nur, wenn Hindernisse den Weg versperren oder ein Fortkommen besonders erschweren. Wie gut, dass die Europäische Union da seit einiger Zeit gehörig Druck auf die nationalen Regierungen ausübt und mit der Wasserrahmenrichtlinie Vorgaben macht, die bis allerspätestens 2027 umgesetzt sein müssen. Die Herstellung des „guten Zustands“ der Gewässer schwebt dabei über allem. Ein wichtiger Baustein im Kreis Altenkirchen ist da die Beseitigung von Barrieren in den heimischen Flüssen.

    Im Rahmen einer Veranstaltung im Kirchener Ratssaal informierte Linda Bödger von der Unteren Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung über das ehrgeizige Projekt, das unterm Strich rund 400 000 Euro gekostet hat und damit rund 100 000 Euro unter den ersten Schätzungen geblieben ist. So etwas hört man heutzutage ja nicht oft - und daher mit umso größerem Respekt. Und wer Linda Bödger zuhört, der merkt schnell, mit welcher Begeisterung die Fachfrau und ihre Kollegen da bei der Sache waren.

    „Es hat alles prima geklappt“, freute sich Linda Bödger und lobte die harmonische Zusammenarbeit mit der Altenkirchener Landschaftsbaufirma Börgerding, mit dem Oberlahrer Planungsbüro Igeo, der Landschaftsarchitektin Kriegel aus Wirscheid, der Firma Geonom aus Gießen sowie der Arge Nister und der DLR in Montabaur. Stellenweise war es gar nicht so einfach, die Wehre zu beseitigen und einen Bachlauf herzustellen, der das Prädikat „natürlich“ verdient.

    Das Wehr „Alsdorf 2“ beispielsweise lag sehr nah an der Bebauung; außerdem galt es, die Brücke an der L 280 optimal anzuströmen. Um das mehrstufige Betonbauwerk abzureißen, mussten die Fachleute zunächst einmal eine Umgehungsrinne schaffen, durch die das Wasser der Daade fließen konnte. Auch eine temporäre Brücke war notwendig, um die Bauarbeiten zu ermöglichen. Von all dem ist mittlerweile nichts mehr zu sehen: Der Daadenbach fließt - vom Wehr befreit - ruhig durch sein Bett. In den nächsten Jahren wird sich das Gelände natürlich entwickeln, ist Linda Bödger von der Kreisverwaltung überzeugt.

    Ein besonders massives Betonbauwerk erwartete die Planer am Wehr „Alsdorf 1“, das zudem unmittelbar an der Daadetalbahn entlang führt. Hier mussten die Ingenieure dafür Sorge tragen, dass die Standsicherheit der Bahntrasse nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Wehr war außerdem durch senkrechte Betoneinfassungen gesichert - links 34 Meter, rechts 13 Meter lang. Um das Gefälle anzugleichen, musste der Kreis einige Flächen hinzukaufen, die zuvor nicht in seinem Eigentum standen. Auch bei anderen Wehren waren Flächenankäufe zu tätigen. Wie Linda Bödger berichtete, waren viel Geduld und Verhandlungsgeschick notwendig, um in den Besitz dieser Grundstücke zu kommen. Denn merke: Ein Westerwälder gibt nie im Leben ein Grundstück her. Umso schwieriger war bisweilen die Überzeugungsarbeit, die die Experten der Wasserbehörde zu leisten hatten.

    Als es dem Wehr Arsberg an den Kragen gehen sollte, da hatte der Bautrupp eine besondere Herausforderung zu meistern: Es gab vor Ort keinen Platz für eine Umgehungsrinne. Daher baute man vorübergehend eine Verrohrung ein und leitete den Daadenbach durch eine Art Kanal an der Baustelle vorbei. Außerdem galt es, die Böschung zu sichern. Um das Ufer, das wiederum unmittelbar an der Bahnstrecke liegt, zu entlasten, verlegten die Landschaftsgärtner das Bachbett ein wenig nach rechts und setzten Steine ein. Sogenannte Störsteine fördern zudem die Eigendynamik des Gewässers, wie Fachfrau Bödger erläuterte.

    Auch das Wehr Schutzbach gehört inzwischen der Vergangenheit an. Hier gibt es sogar schon erste positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung: Anlieger berichteten, dass sie nicht mehr unter Hochwasser zu leiden hatten. Während sie früher des Öfteren Wasser im Garten stehen hatten, können sie diesen nun trockenen Fußes nutzen. Da freut sich also nicht nur der Fisch, sondern auch der Mensch. (mp)

    Altenkirchen Betzdorf
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