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    AltenkirchenBlitzermarathon: Temposünderin kurzerhand zu Fuß gestellt

    Das Zeichen, am Straßenrand anzuhalten, ist unmissverständlich.

    Zur Kasse bitte: Auch Natalja Chaljarin ist mir ihrem Bus ein wenig zu schnell gewesen. Ein Verwarnungsgeld wird fällig Foto: Heinz-Günter Augst
    Zur Kasse bitte: Auch Natalja Chaljarin ist mir ihrem Bus ein wenig zu schnell gewesen. Ein Verwarnungsgeld wird fällig
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Die rot-weiße Kelle mit dem in der Dunkelheit blau blinkenden Licht in der Mitte, die Polizeikommissarin Eva Klein, auf der Straße stehend, der Autofahrerin in dem kleinen blauen Toyota zeigt, erlaubt absolut keine andere Deutung. Die Frau verlangsamt zwar die Geschwindigkeit ihres Wagens, rollt aber dann lächelnd an Klein vorbei, setzt ihre Fahrt fort und biegt, wenige Meter entfernt, auf den Parkplatz des Ärztehauses im Leuzbacher Weg in Altenkirchen ab. Gezwungenermaßen macht sich Klein zu Fuß auf die „Verfolgung" und stellt die „Flüchtige", die noch in ihrem fahrbaren Untersatz sitzt. „Ich wollte Sie anhalten, dazu habe ich Ihnen das Stoppzeichen gegeben", erklärt Klein in aller Ruhe und sehr sachlich durch das inzwischen geöffnete Fenster auf der Fahrerseite.

    „Ich dachte, da ist was passiert, weil ich den Rettungswagen und die Polizisten gesehen habe", entgegnet die Gesprächspartnerin, ehe sie erfährt, dass sie während des bundesweiten Blitzmarathons ertappt worden ist und als Folge dessen ein wenig nervös wird. Das sei ihr noch nie passiert, einmal habe sie zehn Mark bezahlen müssen, weil sie unerlaubt die Lichthupe eingesetzt habe. Inzwischen aufgeregt geworden, findet die „Temposündern" nur nach dem Durchstöbern von Tasche und Portemonnaie die von Klein zur Einsicht geforderten Papiere wie Führer- und Fahrzeugschein. 25 Euro werden fällig, die die Frau widerspruchslos zahlt. Es ist die Quittung für das Überschreiten der in dieser Stadtstraße genehmigten Geschwindigkeit von 30 km/h um 18 km/h.

    Trotz massiver Ankündigung der 24 Stunden währenden Überprüfung in den Medien fallen kreisweit an den Kontrollstellen immer wieder Autofahrer auf, die zu schnell unterwegs sind, berichtet Polizeioberkommissar Werner Eichelhardt, der mit seinen drei Kolleginnen (außer Klein sind noch die Kommissarinnen Adrienne Grunow und Katharina Oeftring abgestellt), die erste Schicht am Donnerstag von 6 bis 17 Uhr für das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Altenkirchen übernommen hat. Eine Abordnung der Bereitschaftspolizei und eine Beamtin aus der Kreisstadt (für die Einweisung in die Örtlichkeiten) bilden die zweite Einheit, die von 17 Uhr bis Mitternacht neuralgische Stellen, die allesamt von Bürgern via Internet und Facebook benannt wurden, unter die Lupe nimmt, während die Staatsdiener der normalen Nachtschicht zwischen 0 und 6 Uhr die Kehrausmannschaft darstellen und somit der Gesamtdauer von 24 Stunden Rechnung tragen.

    Im Einsatz ist eine bis Ende 2013 geeichte und akkubetriebene Laserpistole der österreichischen Marke Riegl FG21-P, mit der jedoch noch nicht lange jeder Polizist messen darf. „Dafür ist eine zusätzliche Schulung erforderlich, die mit einer Bescheinigung abschließt", erklärt Eichelhardt. Gemessen wird auf einer bestimmten Streckenlänge, das Resultat ist auf zwei digitalen Anzeigen an der Seite ablesbar. Durch Zuruf lässt Eichelhardt eine Kollegin das Resultat checken, ehe der ertappte Autofahrer angehalten wird. Auf diese Weise werde das Vieraugenprinzip sichergestellt. „Meine Kollegin übernimmt die Rolle der Zeugin, da das Gerät die Ergebnisse nicht speichert, sondern mit dem Start eines jeden neuen Messvorgangs löscht", erläutert Eichelhardt. Durchs Netz fallen an diesem Vormittag deswegen alle diejenigen, die in der Anfahrt auf die Krankenhauskurve zu schnell gewesen sind, aber vorher nach rechts oder links abgebogen sind und sich so dem „Zugriff" der Ordnungshüter entziehen.

    Sollte ein „Klient" den Wert anzweifeln und nicht zahlen wollen, wird ein Datenerhebungsbogen ausgefüllt, der, von Mann oder Frau unterschrieben, anschließend seinen Weg zur zentralen Bußgeldstelle der Polizei in Speyer antritt. „Dann wird es auf jeden Fall noch teuer, weil die Bearbeitungsgebühr in Höhe von 36 Euro hinzukommt", sagt Eichelhardt, der bislang erst einmal vor Gericht erscheinen musste, weil ein Temposünder sich auf die falsche Handhabung des Gerätes berufen hatte. Ein Erfolg war ihm indes nicht beschieden. Eine Zahlung des Bußgeldes an Ort und Stelle per EC- oder Kreditkarte ist bislang in Rheinland-Pfalz (im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen) noch nicht möglich. Für den Fall, dass ein Autofahrer mal gerade nicht den passenden Betrag flüssig hat, erhält er ein Überweisungsformular für einen Banktransfer. Speyer wird in diesem Fall dann nicht eingeschaltet. Volker Held

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