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  • Welchen Zweck hatte der alte Tunnel in Altenkirchen?

    Altenkirchen. Das Rätsel bleibt weiterhin ungelöst: Dem bei der Sanierung der Rathausstraße entdeckten Tunnel zwischen der ehemaligen Gaststätte Hirz und der Pizzeria Trattoria Gust Italia, der in das Postwegelchen abbiegt, kann immer noch keine Funktion zugeordnet werden. Eine weitere Freilegung des alten Gemäuers endete ohne gravierende neue Erkenntnisse über den Zweck des Bauwerks, das viele Jahre in rund anderthalb Meter Tiefe unentdeckt vor sich hin schlummerte.

    Das deutliche Verlassen der Geradlinigkeit wird sichtbar. Der Tunnel setzt sich wahrscheinlich unter einem Privatgrundstück fort. Foto: Volker Held
    Das deutliche Verlassen der Geradlinigkeit wird sichtbar. Der Tunnel setzt sich wahrscheinlich unter einem Privatgrundstück fort.
    Foto: Volker Held

    Von unserem Redakteur Volker Held

    Der freigelegte Tunnel unter dem Postwegelchen gibt (von links) Andreas Keller, Jan Thiel und Burkhard Heibel Rätsel auf. Die Funktion der unterirdischen Röhre ist nicht bekannt. Foto: Heinz-Günter Augst
    Der freigelegte Tunnel unter dem Postwegelchen gibt (von links) Andreas Keller, Jan Thiel und Burkhard Heibel Rätsel auf. Die Funktion der unterirdischen Röhre ist nicht bekannt.
    Foto: Heinz-Günter Augst

    Zumindest ist nach den neuerlichen Ausgrabungsarbeiten ein klein bisschen mehr Licht in das Dunkel gebracht worden. Zunächst einmal steht fest, dass das gemauerte Rechteck mit einer Breite und Höhe von jeweils rund 70 Zentimetern seinen Anfang rund 50 Zentimeter unter dem neu gestalteten Gehweg nimmt. Beim Kanalbau in der Rathausstraße wurde eine Fortsetzung unter ihr hindurch in Richtung Gelände der katholischen Kirchengemeinde nicht ausgemacht. "Wir sind rund zweieinhalb Meter tief in den Untergrund eingedrungen", sagte Andreas Keller, der als Polier der Firma Koch aus Westerburg die Maßnahme unter seinen Fittichen hatte. "Und wir mussten aufgrund der zahlreich vorhandenen Kabel, die in keiner Karte eingetragen waren, sehr vorsichtig sein Zerstört hätten wir so etwas wohl nicht."

    Auf einer Länge von rund 8,50 Meter ist die Konstruktion gut erhalten. Die Sohle wurde verputzt, Gleiches trifft auf die Wände zu, die aber nicht in kompletter Höhe überzogen sind. So wird ein Mauerwerk aus Bruchsteinen sichtbar, das in den Fugen Mörtel (aus welchem Material auch immer) aufweist. Abgedeckt wurde der Graben mit rund 1,20 Meter langen und unbearbeiteten Säulen aus Basalt. In die Zwischenräume dieser Querstreben wurden wiederum Bruchsteine eingepasst, sodass, was immer in dem System wahrscheinlich dahinfloss, geschützt war. Per Wasserwaage ermittelt, ergibt sich laut Keller ein Gefälle von 1,4 Zentimeter auf einem Meter in Richtung des Gesundheitsamtes. Damit erwies sich eine nach der Entdeckung im Juli des vergangenen Jahres geäußerte Theorie, es handele sich um eine Wasserversorgung vom Sehrtenbach aus für die ehemalige, in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Poststation als nicht haltbar. Denn in diesem Fall hätte sich die Neigung genau in die andere Richtung erstrecken müssen.

    Schon bei der ersten Inaugenscheinnahme festgestellt, verstärkte sich eine zunächst leichte Krümmung in Richtung Frankfurter Straße erheblich, sodass die Pipeline sich wahrscheinlich unter einem Privatgrundstück fortsetzt. Nachdem sie den öffentlichen Bereich verlassen hat, scheint sie zudem eingestürzt zu sein. Parallel stieß Keller noch auf ein längeres Stück Blech, das vom Rand des Kanals in den privaten Grund und Boden hineinreicht. So ist guter Rat nunmehr teuer. Eine Befahrung mit einer Kamera, wie sie zur Kontrolle von Abwasserkanälen genutzt wird, scheidet aus. Dem Baumeister stellte Keller, zumindest was die Sohle betrifft, ein gutes Zeugnis aus. "Da merkst du mit der Baggerschaufel kaum eine Unebenheit", berichtete er von seinem gefühlvollen Umgang mit dem kleinen Arbeitsgerät.

    Aufgrund des deutlichen Rechtsdralls (Draufsicht von der Rathausstraße aus) mutmaßte Burkhard Heibel, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur im Rathaus, es könne sich um eine Zuleitung für die Weiher handeln, die ehemals im Bereich der heutigen Straße "Im Hähnchen" und unmittelbar hinter der Stadtmauer gelegen haben sollen. Bekannt ist, dass der Boden im Bereich rund um die katholische Kirche und das Rathaus sehr feucht ist und das Wasser für die Speisung der Teiche hätte gebündelt zugeleitet werden können. Für Jan Thiel, Heibels Kollege aus dem Bauamt der Verbandsgemeindeverwaltung, könnte eine mögliche Fortsetzung unter der Rathausstraße hindurch bei einem früheren Ausbau dieser heute viel befahrenen Verbindung bereits zerstört worden sein. Natürlich bleibt die Herkunft des Säulenbasalts fraglich. "Nächstliegende Möglichkeit des Abbruchs könnte der Beulskopf gewesen sein", meinte Heibel.

    Wer helfen kann, die Funktion dieses Tunnels zu bestimmen, wendet sich an das Rathaus, Telefon 02681/850

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